Zuger Brüggli-Schwellen: Stadt soll erneut nachbessern

Nach dem Versetzen der Hindernisse will die zuständige Stadträtin nun nochmals über die Bücher gehen.

Zoe Gwerder
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Die für Velofahrer hohen Schwellen beim Zuger Brüggli.

Die für Velofahrer hohen Schwellen beim Zuger Brüggli.

Bild: Zoe Gwerder (20. Juli 2020)

Gebrochene Speichen, aus dem Velokorb gefallene Taschen bis hin zu einem Unfall mit gebrochenen Rippen. Die neuen Schwellen beim Brüggli haben in den vergangenen Wochen insbesondere für Velofahrer zu unerfreulichen Situationen geführt. Die Stadt Zug hat nun reagiert und vergangene Woche die von einer Seite zur anderen gezogenen Schwellen auseinandergenommen und versetzt angebracht. Doch die Furt zwischen den Schwellen ist noch immer sehr eng bemessen. Will ein Velofahrer seine Fracht schützen und zwischen den beiden gelb-schwarzen Erhöhungen durchfahren, muss er nicht nur ein geübter Velofahrer sein, sondern auch freie Bahn haben – benötigt er für das Manöver doch die ganze Strassenbreite.

Pro Velo Zug kritisiert denn auch die aktuelle Anordnung der Schwellen. «Die Furt muss noch etwas breiter werden, sonst gibt es wieder neue Konfliktsituationen», sagt Co-Präsident Victor Zoller. So müsse man sich derzeit so stark auf den Asphalt fokussieren, dass einem das Geschehen auf der Strasse entgehen könnte. Zudem bezeichnet es Zoller als «absurd»: «Vorher gab es hier gemäss unserem Wissen keine Unfälle und nun mit den Schwellen kam es aufgrund dieser bereits nach wenigen Tagen zu einem ersten Unfall.»

Die zuständige Zuger Stadträtin Eliane Birchmeier bestätigt, dass die Schwellen nicht wegen Unfällen gebaut worden seien, sondern aufgrund der vielen «gefährlichen Situationen», die es immer wieder gegeben habe. Tatsächlich treffen im unübersichtlichen Bereich der heutigen Schwellen Campinggäste, die zu den sanitären Anlagen wollen, mit Autofahrern, Velofahrern, Spaziergängern und Kioskbesuchern zusammen. Der Veloweg ist gar eine nationale Route, auf welcher auch ortsunkundige Fahrer unterwegs sind. Birchmeier räumt ein, dass die Schwellen auch nach ihrem eigenen Gutdünken derzeit noch zu nahe beisammen stünden. «Ich finde, die Velofahrer, welche nicht über die Schwellen fahren wollen, sollten diese besser umfahren können.» Sie werde dies nun mit ihren Mitarbeitern anschauen. Wichtig sei nun aber, dass zumindest Rollstuhlfahrer und Rollatorbenützer hindernisfrei vorbeikämen.

Dass Stadträtin Birchmeier nun die Schwellen weiter auseinandersetzen will, begrüsst der Co-Präsident von Pro Velo Zug. «Nicht, dass es noch zu mehr Unfällen aufgrund der Schwellen kommt.» Denn eigentlich seien die Schwellen gar nicht für Velofahrer vorgesehen. Wie Victor Zoller erklärt, werden solche ansonsten dazu eingesetzt, dass sie Autos behindern, Velos aber neben den Schikanen durchfahren können.

Übergangslösung für mehrere Jahre

Gemäss Birchmeier hat man sich aber bewusst für die hohen Schwellen entschieden. «Die Erfahrung hat gezeigt, dass die tiefen nichts nützen.» Birchmeier betont indes, dass die Lösung nur vorübergehender Natur sei. «In drei bis vier Jahren wird mit der Umgestaltung des Brügglis das Gebiet autofrei werden.» Zudem werde man die Situation von Fussgängern und Velofahrern neu überdenken.