Zuger Chriesimärt ja, Chriesisturm nein

Der Vorstand der IG Zuger Chriesi hat entschieden, den Chriesisturm 2020 nicht durchzuführen. Er fällt der Pandemie zum Opfer. Der Chriesimärt hingegen soll voraussichtlich am 22. Juni stattfinden.

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(haz) Der Bundesrat hat am 28. April 2020 bekannt gegeben, dass Grossanlässe in der Schweiz mit mehr als 1000 Teilnehmenden bis mindestens Ende August verboten bleiben. Damit ist klar, dass auch der Chriesisturm 2020 zum Auftakt der Zuger Kirschenernte nicht stattfinden kann, schreibt die IG Zuger Chriesi in einer Medienmitteilung. Den spektakulären Wettlauf durch die engen Gassen der Zuger Altstadt verfolgen jeweils weit mehr als Tausend Zuschauerinnen und Zuschauer. Im Anschluss an das Rennen setzen sie sich jeweils auf dem Landsgemeindeplatz zu einem fröhlichen Volksfest zusammen und geniessen gemeinsam die ersten Früchte der hiesigen Chriesiernte.

Chriesigloggä von Zug und Baar läuten

«Auch wenn es schmerzt, ist es richtig, in diesem Jahr auf den Chriesisturm zu verzichten. Wir alle müssen einen Beitrag leisten, die Corona-Pandemie einzudämmen und Neuinfektionen zu vermeiden», lässt sich Peter Hegglin, Präsident der IG Zuger Chriesi in der Medienmitteilung zitieren. Die engen Platzverhältnisse in den Gassen der Zuger Altstadt, die üblicherweise gerade den Reiz des Chriesisturms ausmachten, hätten das Einhalten des Mindestabstands sowie weiterer Schutzmassnahmen stark erschwert. Das habe den Vorstand der IG bewogen, in diesem Jahr, unabhängig vom Bundesratsentscheid, auf das beliebte und über die Grenzen des Kantons bekannte Volksfest zu verzichten.

Nicht verzichten möchte die IG Zuger Chriesi dagegen auf das traditionelle Läuten der Zuger und der Baarer Chriesigloggä. So sollen das Glockengeläut der Zuger Stadtkirche St. Michael und der Baarer Pfarrkirche St. Martin zur Mittagsstunde des 22. Juni symbolhaft die Chriesiernte einläuten und so der Pandemie trotzen.

Zuger Chriesimärt soll stattfinden

Voraussichtlich stattfinden soll in diesem Jahr der Zuger Chriesimärt. Gemäss dieser seit 1627 gepflegten Tradition werden die Chriesibauern der Region auch in diesem Jahr ab dem 22. Juni während einiger Wochen jeweils von Montag bis Freitag von 15.00 bis 18.00 Uhr auf dem Zuger Landsgemeindeplatz erntefrische Kirschen zum Verkauf anbieten. Je nach Kirschenreife könnte der Märt schon früher starten. «Wir freuen uns, dass wir mit dem Chriesimärt, der in Zusammenarbeit mit der Stadt Zug und den Chriesibauern organisiert wird, in der aktuell schwierigen Lage den Menschen ein Stück Lebensfreude offerieren können. Die Zuger Chriesi werden auch im Pandemie-Jahr 2020 wunderbar schmecken», betont IG-Präsident Peter Hegglin.

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