Zuger Contenance-Preis für zwei Zürcher Frauen

Die Buchhändlerin Helene Lehmann und die Literaturredaktorin Angela Schader aus Zürich erhalten den "Zuger Preis für Verdienste um die Literatur". Der mit 20'000 Franken dotierte Contenance-Preis wird am 26. Mai in Zug verliehen.

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Zürich. Helene Lehmann habe mit der Buchhandlung "Calligramme" im Zürcher Niederdorf eine einzigartige Literatur-Oase geschaffen, teilte die Dialog-Werkstatt Zug am Sonntag mit. Die Buchhandlung biete neben erzählenden und lyrischen Werken aus aller Welt ein qualitativ hochwertiges Angebot an philosophischen, biografischen und kunstgeschichtlichen Publikationen an.

Die Buchhandlung ist aber auch ein Ort regelmässiger Lesungen. Imre Kertész und Herta Müller waren hier zu Gast, lange bevor sie den Nobelpreis erhielten. Der Contenance-Preis für Helene Lehmann sei eine Auszeichnung für ihr "beherztes Engagement für ein gefährdetes Kulturgut", heisst es in der Mitteilung.

Angela Schader, die zweite Preisträgerin, ist Feuilletonredaktorin bei der "Neuen Zürcher Zeitung". Sie ist zuständig für Literatur aus dem angelsächsischen Raum, der islamischen Welt, Indien, Afrika und Israel.

Laut der Jury fällt Schader durch ihr "grosses Interesse für Literatur abseits des Mainstream" auf - für Literatur derer, die zu selten eine eigene Stimme haben. Jenseits der rein ästhetischen Fragen bemühe sie sich leidenschaftlich um die Darstellung der "condition humaine" in der globalisierten Welt.

Von Privbankier gestiftet

Der Contenance-Preis wurde 2009 vom Privatbankier und Kunstliebhaber Bruno De Nicolò aus Oberwil ins Leben gerufen. Der Preis soll dazu beitragen, dass Zug nicht nur als Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird und Zugs Ruf als Kulturplatz stärken.

Vergeben wird der "Zuger Preis für Verdienste um die Literatur" alle vier Jahre in Zusammenarbeit mit dem Verein Dialog-Werkstatt. Der Verein vergibt das Zuger-Übersetzer-Stipendium, welches durch Stadt und Kanton Zug bezahlt wird.

Geehrt werden mit dem Contenance-Preis keine Dichter und Erzähler, sondern Literaturvermittler wie Wissenschaftler, Kritiker oder literarische Biografen.

Der erste Preisträger war Werner Morlang aus Zürich. Der 1949 in Olten geborene Germanist, Literaturkritiker und Autor war acht Jahre lang Leiter des Robert-Walser-Archivs und ist seit 1981 Mitherausgeber von Walsers mikrografischem Nachlass.

Ausgewählt werden die Preisträger von einer ehrenamtlichen Jury, der neben dem Stifter auch Jürg Scheuzger, der Präsident der Dialog-Werkstatt Zug, angehört. Ab diesem Jahr gehört auch der jeweils zuletzt ausgezeichnete Preisträger dazugehören. (sda)