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Zuger Direktor des Innern: «Jeder Tag ist anders»

Andreas Hostettler (FDP) ist seit rund 100 Tagen Regierungsrat und steht der Direktion des Innern vor. Er ist zur Erkenntnis gelangt: Die Verwaltung muss schlanker werden.
Andrea Muff
Der FDP-Regierungsrat Andreas Hostettler fühlt sich in seiner neuen Rolle wohl. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 11. April 2019)

Der FDP-Regierungsrat Andreas Hostettler fühlt sich in seiner neuen Rolle wohl. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 11. April 2019)

Seit über 100 Tagen ist Andreas Hostettler Direktor des Innern. «Ich bin glücklich, dieser Direktion vorstehen zu dürfen», sagt der FDP-Regierungsrat. Sie sei tatsächlich wie ein Gemischtwarenladen. «Die Direktion des Innern ist sehr vielseitig, bietet aber auch Raum für Gestaltungsmöglichkeiten», erklärt er weiter. «Jeder Tag ist anders, es gibt keinen stets gleichen Alltag oder eine Routine.» Um überall einen Einblick zu bekommen, sei er viel unterwegs. Das geht von der Inspektion eines Waldes mit einem Förster in Oberägeri bis zum Besuch der Durchgangsstation in Steinhausen. «Mir ist wichtig, dass ich eine Vorstellung aus der Praxis habe. Dass ich selber erlebe und sehe, welche Arbeit im jeweiligen Amt gemacht wird», sagt er.

Momentan müsse er Prioritäten setzen, Dossierkenntnisse erlangen und sich in gewissen Bereichen überhaupt erst einmal einen Durchblick verschaffen, wie etwa in der Sozialpolitik. Er profitiere dabei von der Geduld der Amtsleiter. «Das sind alles ausgewiesene Fachleute und sie beantworten meine Fragen präzise und nachvollziehbar.»

Kapazitäten freisetzen

Nach den rund 100 Tagen ist der Unternehmer aber bereits zu einer Erkenntnis gelangt: «Es müssen Ressourcen überprüft, Prozesse und Abläufe analysiert werden», sagt Andreas Hostettler. Damit meint er etwa die Straffung von Sitzungen und das Erteilen klarer Aufträge. Dies würde Kapazitäten freisetzen. «Überkapazitäten sollen, soweit es solche gibt, verhindert werden», präzisiert er. Abläufe müssten im Interesse der Mitarbeitenden und der Steuerzahler straff organisiert werden. «Die Verwaltung muss schlanker werden», so der Regierungsrat weiter.

Er spricht von Effizienz, von lösungsorientiertem und effektivem Arbeiten. «Die Verschlankung der Prozesse soll dem Kunden, also dem Bürger, zu Gute kommen. Die Kräfte müssen vor allem zielgerichtet an der Front eingesetzt werden.» Erreichen will er dieses Ziel einerseits mit dem Vorantreiben der Digitalisierung. «Damit meine ich nicht das papierlose Arbeiten, aber definitiv mit weniger Papier», sagt Hostettler. Die EDV sei dabei ein Hilfsmittel. Andererseits soll auch die Nutzung von Synergien und die Zentralisierung von Aufgaben innerhalb der kantonalen Verwaltung zum Ziel führen.

Kleinräumigkeit als Chance

Andreas Hostettler sieht auch eine Chance in der Kleinräumigkeit des Kantons Zug. «Die Nähe der Ämter beispielsweise zu Einwohnergemeinden oder Bürgergemeinden muss intensiv gepflegt werden», findet er. Als kommende grosse Herausforderungen und Projekte zählt er die Finanzierung des Forschungsprojekts der historischen Aufarbeitung der sozialen Fürsorge im Kanton Zug oder auch das neue Denkmalschutzgesetz, das vor das Volk kommt. Beim Projekt InBeZug, bei welchem es um die Verbesserung des Unterstützungssystems für Menschen mit einer Behinderung geht, starte nun der Gesetzgebungsprozess. Auch der Neubau der Durchgangsstation in Steinhausen und die Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt seien weitere wichtige Punkte in seiner Agenda.

Apropos Agenda: «Meine Wochen sind seit Anfang Jahr durchgetaktet», erzählt Hostettler. «Das ist schon anders. Vorher hatte ich viel mehr Einfluss auf die Einteilung meiner Zeit.» Auch in die Rolle des Regierungsrats müsse er noch hineinwachsen, gibt Andreas Hostettler zu. «Natürlich ist vieles neu für mich, aber gleichzeitig ungemein spannend.»

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