Zuger FDP erobert Nationalratssitz zurück

Im Kanton Zug wird die Nationalratsvertretung völlig umgekrempelt: Von den drei Bisherigen gelang nur Gerhard Pfister (CVP) die Wiederwahl. Die FDP schaffte nach acht Jahren die Rückkehr in die Grosse Kammer auf Kosten von Josef Lang.

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Die Zuger Alternativen verlieren ihren Nationalratssitz an die FDP. (Bild: bac)

Die Zuger Alternativen verlieren ihren Nationalratssitz an die FDP. (Bild: bac)

Die Zuger Alternativen verlieren ihren Nationalratssitz an die FDP. (Bild: bac)

Die Zuger Alternativen verlieren ihren Nationalratssitz an die FDP. (Bild: bac)

Im Kanton Zug wurden gleich zwei von drei Nationalräten abgewählt. Nach acht Jahren muss Josef Lang (Alternative - die Grünen) seinen Sitz im Nationalrat wieder räumen – und dies, obwohl er mit 8549 Stimmen persönlich ein gutes persönliches Resultat erreichte. Der 57-jährige Lang wird durch den Bruno Pezzatti ersetzt, der mit 6841 Stimmen für die FDP den Einzug in die Grosse Kammer schaffte. Der 60-jährige Pezzatti ist in der Stadt Zug aufgewachsen und wohnt heute mit seiner Frau in Edlibach, die beiden haben zwei erwachsene Töchter. Pezzatti kam bei seiner Wahl sicherlich zugute, dass seine Partei eine Listenverbindung mit der CVP eingegangen war. So konnten FDP und CVP soviele Stimmen auf sich vereinen, dass es für je einen Sitz reichte.

Ebenfalls nicht wiedergewählt wurde überraschend Marcel Scherer (59), der seit 1999 das Zuger Volk im Nationalrat vertritt. Der SVP-Politiker wurde mit 9665 Stimmen von seinem erst 32-jährigen Parteikollegen Thomas Aeschi mit 11'646 Stimmen relativ deutlich geschlagen. Der Baarer Aeschi ist ledig und arbeitet bei einer globalen Strategieberatungsfirma in Zürich.

Zumindest ein Bisheriger schaffte im Kanton Zug seine Wiederwahl – und dies überzeugend: Der 49-jährige Oberägerer Gerhard Pfister (CVP) wurde wie erwartet mit 13436 Stimmen glanzvoll in seinem Amt bestätigt. Pfister ist verheiratet und arbeitet als Lehrer für Philosophie und Deutsch. Er ist Mitinhaber und Geschäftsleiter des «Institut Dr. Pfister» in Oberägeri.

Die Stimmbeteiligung betrug 55,13 Prozent.

Peter Bieri, links und Joachim Eder vertreten den Kanton Zug im Ständerat.
34 Bilder
Die Zuger Nationalräte: (von links) Thomas Aeschi, Gerhard Pfister und Bruno Pezatti.
Joachim Eder informiert Freunde über seine Wahl in den Ständerat.
Manuel Brandenberg, Heinz Tännler, Thomas Aeschi und Ernst Merz (von links) schauen sich die Wahlergebnisse an.
Einblick in die Wahlergebnisse.
Einblick in die Wahlergebnisse.
Hat gut lachen: Nationalrat Thomas Aeschi, rechts Bruno Pezzatti.
Nationalrat Thomas Aeschi.
Nationalrat Bruno Pezzatti.
Ständerat Joachim Eder nimmt die Gratulation von Regierungsrat Peter Hegglin entgegen.
Ständerat Joachim Eder nimmt Gratulationen entgegen.
Der abgewählte Nationalrat Marcel Scherer (links) und der neu gewählte Ständerat Joachim Eder.
Der abgewählte Nationalrat Marcel Scherer.
Der abgewählte Nationalrat Marcel Scherer.
Der abgewählte Nationalrat Marcel Scherer.
Der abgewählte Nationalrat Marcel Scherer.
Der abgewählte Nationalrat Marcel Scherer.
Der abgewählte Nationalrat Josef Lang.
Der abgewählte Nationalrat Josef Lang.
Der abgewählte Nationalrat Josef Lang.
Nicht gewählt: Andreas Kleeb (FDP).
Nicht gewählt: Andreas Kleeb (FDP).
Nicht gewählt: Andreas Kleeb (FDP).
Der Grünliberale Martin Zimmermann (Bild: Stefan Kaiser)
Ständerat Joachim Eder.
Ständerat Peter Bieri.
Ständerat Thomas Aeschi und Philip C. Brunner werfen einen Blick auf die Wahlergebnisse.
Nationalrat Thomas Aeschi.
Nationalrat Thomas Aeschi.
Nationalrat Thomas Aeschi.
Ständerat Joachim Eder.
Als Nationalrat bestätigt: Gerhard Pfister.
Nationalrat Thomas Aeschi.
Ständerat Peter Bieri.

Peter Bieri, links und Joachim Eder vertreten den Kanton Zug im Ständerat.

zim

Erste Reaktionen

Josef Lang zeigte sich enttäuscht über seine Abwahl als Nationalrat: «Das Ergebnis war sehr knapp, es haben uns nur 0,4 Prozent gefehlt», sagte er zur sda. Die Gründe vermutet er in der Listenverbindung von FDP und CVP. Letztere habe der FDP zu einem Sitz verholfen. Als weiteren Grund sieht Lang den sozialen Verdrängungsprozess im Kanton Zug: Immer mehr Durschnittsverdiener und Familien würden aus dem Kanton gedrängt. Dafür siedelten sich mehr und mehr Reiche an. Somit verliere die Linke Stimmen.

Die Nicht-Wiederwahl des grünen Nationalrats Josef Lang ist für den Präsidenten der Grünen Partei Schweiz, Ueli Leuenberger, «ein herber Verlust». Die progressive Bewegung in der Schweiz verliere eine wichtige Figur. Gegen Lang sei im Kanton Zug eine «heftige Kampagne» gefahren worden, sagte Leuenberger vor Journalisten im Studio des Schweizer Fernsehens.

Die Generalsekretärin der Schweizer Grünen, Miriam Behrens, sagte, in kleinen Kantonen sei es für ihre Partei grundsätzlich schwierig. Dennoch habe sie «absolut nicht» damit gerechnet, dass Lang nicht wiedergewählt würde. Lang sei ein ausgezeichneter Politiker.

Auch der nach 12 Amtsjahren abgewählte Marcel Scherer hatte ein solches Resultat nicht erwartet. Sein Parteikollege Thomas Aeschi habe mehr Geld in den Wahlkampf investiert als alle anderen. Das hat ihm sicher geholfen.

Der neu gewählte Thomas Aeschi erklärte das Wahlergebnis damit, dass offenbar ein jüngerer Kandidat im Nationalrat gewünscht worden sei. Er selbst ist 32, Marcel Scherer 59 Jahre alt.

Bruno Pezzattivon der FDP war über seine Wahl hoch erfreut: Die Listenverbindung zwischen CVP und FDP habe sich voll bewährt, sagte er. Auch dass die FDP zwei stark besetzte Listen hatte, habe die Wähler mobilisiert.

sda