Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Zuger Finanzchef Ivo Romer tritt zurück

Der mit heftigen Vorwürfen konfrontierte Zuger Stadtrat und Finanzchef Ivo Romer (FDP) tritt zurück. Ein Schuldeingeständnis sei dies aber nicht.
Ivo Romer tritt zurück. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Ivo Romer tritt zurück. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Aufgrund der Vorverurteilungen in der Öffentlichkeit, welche sich auch auf die Gesundheit von Ivo Romer auswirken, wird dieser im Anschluss an die Stadtratssitzung vom kommenden Dienstag seinen Rücktritt bekannt geben. Dies teilt die Stadt Zug am Freitagnachmittag in einem Communiqué mit. Sie hält in ihrer Mitteilung klar fest: «Der Rücktritt stellt in keiner Weise ein Schuldeingeständnis dar.»

Der Stadtrat habe am Freitag in einer ausserordentlichen Sitzung die Lage nochmals beurteilt. Die Situation sei eingehend mit Ivo Romer diskutiert worden. Ivo Romer habe nochmals klar erklärt, dass die Anschuldigungen an seine Person jeglicher Grundlage entbehren.

Die «Weltwoche» hatte in ihrer Ausgabe vom Donnerstag publik gemacht, dass eine Strafuntersuchung gegen Romer geführt wird und es Ende Oktober an mehreren Orten zu Hausdurchsuchungen gekommen war. Nach der Veröffentlichung des Artikels entschlossen die Parteileitung der Stadtzuger FDP und Romer gemeinsam, dass der Finanzvorstand seine Parteimitgliedschaft bis zum Abschluss des Verfahrens sistiert.

Gerade einmal eine Stunde vor der Ankündigung des Rücktritts fordert die FDP-Parteileitung von Stadt und Kanton Zug am Freitagmorgen den Rücktritt Romers. «Die Tatsache, dass die Parteileitung erst rund vier Wochen nach den Hausdurchsuchungen über die Vorgänge informiert wurde, hat zu einem Vertrauensverlust geführt», heisst es in einer knappen Mitteilung vom Freitag.

Die Zuger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Romer wegen «Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung». Gemäss Recherchen der «Weltwoche» soll er als Finanzberater das Vertrauen einer älteren Frau missbraucht und mehrere Millionen Franken in die eigene Tasche gesteckt haben.

Seit 2009 im Stadtrat

Ivo Romer war 2009 nach dem Rücktritt von Bildungsdirektor Ulrich Straub in den Zuger Stadtrat nachgerückt. Seit 2010 leitet er das Finanzdepartement. Die Stadträte von Zug bekleiden ein sogenanntes Hauptamt, das prozentuell nicht festgelegt ist, wie Stadtpräsident Dolfi Müller (SP) auf Anfrage sagte. Es stehe ihnen deshalb grundsätzlich frei, noch weitere Tätigkeiten auszuüben. In der Praxis liege die Arbeitsbelastung für das politische Amt allerdings bei über hundert Prozent. In einer Mitteilung kritisiert die Alternative-Grüne Fraktion genau diese nebenberufliche Erwerbstätigkeit und fordert, dass ein Vollamt so bald wie möglich eingeführt werden soll.

rem/sda

Mehr lesen Sie am Samstag in der Neuen LZ und im E-Paper.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.