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Zuger für sexuelle Handlungen mit Kindern bestraft

Ein 62-jähriger Mann aus dem Kanton Zug hat mehrfach sexuelle Handlungen mit Mädchen unter 16 Jahren vollzogen. Im abgekürzten Verfahren wurde er schuldig gesprochen. Angeordnet wurde auch eine ambulante Therapie.
Harry Ziegler
Der Eingang zum Gerichtsgebäude an der Aabachstrasse in Zug. (Bild: Werner Schelbert)

Der Eingang zum Gerichtsgebäude an der Aabachstrasse in Zug. (Bild: Werner Schelbert)

Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern unter 16 Jahren, mehrfache Versuche, sexuelle Handlungen mit Kindern unter 16 Jahren vorzunehmen, Pornografie und die Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an ein Kind unter 16 Jahren: Dafür wurde ein 62-jähriger Mann aus dem Kanton Zug im abgekürzten Verfahren von der Einzelrichterin des Strafgerichts zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren, einer Busse von 10 000 Franken sowie zu einer ambulanten Therapie verurteilt. Sämtliche Kosten des Verfahrens von über 20 000 Franken hat der Verurteilte zu tragen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Dem Mann wird vorgeworfen, eine Vielzahl von minderjährigen Userinnen – mindestens sieben – auf Kinderwebseiten sexuell angemacht und dazu verleitet zu haben, sexuelle Handlungen an sich selber vorzunehmen und ihm davon Bilder oder Videos zu schicken. Ausserdem soll er gemäss Anklageschrift eine Frau asiatischer Abstammung dazu verleitet haben, vor der Kamera sexuelle Handlungen an einem Mädchen im Kleinkindalter vorzunehmen. Die ihm zugeschickten Bilder und Filme speicherte er auf seinem Computer. Überdies hat er den verschiedenen Mädchen auch kinderpornografische Bilder zugeschickt. Die Taten ereigneten sich im Zeitraum zwischen 2011 und 2015.

Eine Unmenge an Bildern und Filmen

Gefunden wurden auf dem Computer des Mannes über 3000 Dateien mit Kinder- und Tierpornografie. Gespeichert wurden knapp 2500 Bilder und über 620 Filme kinderpornografischen Inhalts. Zudem wurden rund 160 Bilder und etwa 80 Filme mit Tierpornografie sichergestellt. Nicht nur zu sexuellem Austausch im Internet ist es laut Anklageschrift gekommen. Der 62-jährige hat sich von einem 15-jährigen Mädchen mehrmals manuell befriedigen lassen. Ausserdem sollen sich der nunmehr rechtskräftig Verurteilte und das Mädchen mittels synchroner Computerübertragung selber manuell befriedigt haben.

In einem Chat lernte der Mann aus dem Kanton Zug eine 13-jährige Deutsche kennen und führte mit ihr eine länger dauernde Chatbeziehung. Schliesslich traf er sie in Deutschland zu einem Fotoshooting. Bei diesen Aufnahmen zeigte sich das Mädchen allerdings immer vollständig bekleidet. Der Mann übergab ihr anschliessend an die Fotosession 50 Euro und eine Packung Zigaretten, was zur Anklage wegen Verabreichung gesundheitsgefährdender Stoffe an ein Kind unter 16 Jahren führte.

Busse als schmerzhafter Denkzettel

Die Staatsanwältin führte aus, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten gemäss Gutachten zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen sei. Zudem habe er sich im abgekürzten Verfahren kooperativ gezeigt, weshalb die milde bedingte Strafe von 22 Monaten Freiheitsstrafe angemessen sei. «Die Staatsanwaltschaft hegt aber weiterhin Zweifel an der Läuterung des Beschuldigten», so der Staatsanwältin. Weshalb mit einer Busse über 10 000 Franken dem Mann ein schmerzhafter Denkzettel zu verpassen sei. Bezahlt er diese nicht, muss er diese mit einer Freiheitsstrafe von 50 Tagen abgelten.

Die Verteidigerin des Mannes widersprach der Staatsanwältin darin, dass es sich keineswegs um eine milde Strafe, angesichts der Taten aber um eine angemessene handle. Ihr Mandant werde sich der ambulanten Therapie stellen, ebenso wie der angeordneten Bewährungshilfe. Vor der Einzelrichterin erklärte der Beschuldigte zum Schluss des Verfahrens, dass er «seine Dummheiten» bereue, sich deswegen schäme und er «alle Personen, die sich deswegen mit mir haben beschäftigen müssen» um Entschuldigung bitte.

Die Einzelrichterin machte den Beschuldigten eindringlich darauf aufmerksam, dass sie ihn keinesfalls wieder im Gerichtssaal antreffen wolle. Es sei an ihm, den Anordnungen bezüglich einer ambulanten Therapie und den Anweisungen der Bewährungshilfe Folge leisten. Tue er dies nicht, müsse der bedingte Strafvollzug widerrufen werden.

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