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Zuger Gemeinden werden nur selten beschenkt

Schweizer Städte erhalten durch Erbschaften und Schenkungen ab und zu grosse Geldbeträge. Im Kanton Zug hat man weniger Glück. Geldsegen durch Privatpersonen ist laut Gemeinden eher selten.
Laura Sibold

1,5 Millionen Franken hat die Stadt Zürich im vergangenen Jahr geerbt – aus erbenlosen Gütern, Vermächtnissen oder ganzen Nachlässen. Dazu kamen 2,2 Millionen Franken als Geld- oder Naturalschenkungen zu Lebzeiten eines Spenders, wie im «Tagesanzeiger» vom 5. Juni berichtet wurde. Insgesamt habe die Stadt Zürich in den letzten zehn Jahren rund 40 Millionen Franken aus Erbschaften, Vermächtnissen sowie Geld- und Naturalschenkungen erhalten. Auch Bern und Basel erben ab und zu grosse Geldbeträge.

Einen solchen Batzen bekommen die Zuger Gemeinden kaum je zu sehen. Laut Gesetz gehen im Kanton Zug die Nachlässe erbenlos verstorbener Personen an die Wohnsitzgemeinde. Falls der Erblasser Bürger des Kantons Zug ist, erhält die Heimatgemeinde das Erbe. Zug, Cham, Risch und Unterägeri bestätigen allesamt auf Nachfrage, in den vergangenen Jahren weder Erbschaften noch Schenkungen erhalten zu haben.

Gemeinnützige Vereine erben häufiger

Helen Marty, Leiterin des Stadtzuger Erbschaftsamtes, weiss, weshalb die Gemeinden nur selten von Gesetzes wegen erben können. «Es gibt praktisch keine Fälle, in denen eine verstorbene Person absolut keine Verwandten mehr hat. Da die Register in der Schweiz seit jeher gut geführt werden, finden wir die Erben eigentlich immer – zumindest bei Schweizer Staatsangehörigen.» Wer den Einwohnern einer Gemeinde nach seinem Tod Geld zukommen lassen wolle, mache dies normalerweise über eine Stiftung mit einem bestimmten Zweck, der dem Erblasser am Herzen liege, ergänzt Stadtpräsident Dolfi Müller. Wegen des Amtsgeheimnisses könne man zu den bedachten Zuger Institutionen keine Auskunft geben. Es komme aber häufig vor, dass ein Zuger älteren Semesters im Testament einen Verein oder eine gemeinnützige respektive kreative Institution oder ein Pflegeheim bedenke. «Vielfach sind das im Vergleich zum Nachlassvermögen aber kleine Beträge», relativiert Helen Marty.

Eine Institution, die durch einen Zuger Nachlass ein Legat für den Kanton umsetzte, ist die Heilsarmee Schweiz. Eine Privatperson aus Zug vermachte der Heilsarmee vor einiger Zeit eine Million Franken mit dem Auftrag, ein gemeinnütziges Projekt für die Zuger Bevölkerung umzusetzen. An der Bahnhofsstrasse 3 in Steinhausen eröffnete die Heilsarmee im März einen Treffpunkt bestehend aus Café, Brockenhaus und Beratungsstelle. Dieser wurde im September geschlossen. Dafür wurde Mitte Oktober an der Johannisstrasse 5 in Cham ein neuer Treffpunkt eröffnet.

Nur Baar wurde mit einem Nachlass bedacht

Eine Gemeinde, die in den vergangenen Jahren eine Erbschaft erhielt, ist Baar. Die zweitgrösste Zuger Einwohnergemeinde ist 2015 mit einem Nachlass im Umfang von rund 3000 Franken bedacht worden. Weitere Auskunft wollte man beim Erbschaftsamt aus Datenschutzgründen nicht geben. Die befragten Verantwortlichen können sich zudem nicht erinnern, dass die Gemeinden in den vergangenen Jahren Liegenschaften erben konnten. «Meines Wissens war die Übertragung des Mühlegebäudes sowie des Weihers in der Binzmühle von Jakob Lörch an die Gemeinde Risch die letzte Schenkung», sagt Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher. Lörch starb am 14. August 1971.

Der Anreiz, Erbschaften oder gar Liegenschaften direkt in die Gemeinde- respektive Stadtkasse fliessen zu lassen, sei alles in allem klein, betont Stadtpräsident Dolfi Müller, zumal die Stadt finanziell sehr gesund sei.

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