Zuger Genossenschaft für gemeinnützigen Wohnbau realisiert ein neuartiges Wohnmodell

In Steinhausen realisiert die Genossenschaft für gemeinnützigen Wohnungsbau Gewoba ihr erstes Haus für ein in Zug neuartiges Wohnmodell: Clusterwohnungen light. Grundidee ist, neun Mietparteien zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen zu lassen, indem sie neben ihrem Privatraum auch Gemeinschaftsflächen miteinander bewohnen.

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Blick auf das entstehende Haus der Gewoba in Steinhausen.

Blick auf das entstehende Haus der Gewoba in Steinhausen.

Bild: Valentin Luthiger/PD

(haz) Die Aufrichte ist vollbracht, die Fenster und die Photovoltaikmodule sind montiert – so langsam nimmt in der Steinhauser Goldermatten eine neuartige Wohnidee Gestalt an. Auf drei Stockwerken entstehen je ein Studio, eine Zwei- und eine Dreizimmerwohnung, die mit ihrem eigenen Eingang den künftigen Mietenden, trotz viel Gemeinschaftlichem, ihren Privatraum sichern. Jede der neun Einheiten weist einen flächenoptimierten Grundriss auf, verfügt über ein eigenes Bad und eine funktionale und optisch äusserst ansprechende Küche, welche in der direkten Nachbarschaft produziert wird. Alle Wohnungen sind laut Medienmitteilung der Genossenschaft der Wohnbauförderung des Kantons Zug (WFG) unterstellt. Das Projekt Goldermattenstrasse 25 ist das erste dieser Art in Zug und erfüllt höchste Ansprüche an die Nachhaltigkeit (Minergie-A-Standard). Jetzt werden Interessenten gesucht, die das Haus ab Frühjahr 2021 bewohnen und mit Leben füllen wollen. Mieten kann, wer bei Gewoba Mitglied ist oder jetzt wird.

Gemeinsamer Waschsalon, Lounge und Selbstbestimmung

Damit aus den verschiedenen Bewohnenden eine Gemeinschaft entstehen kann, bietet das Haus überproportional viel Fläche zur gemeinschaftlichen Nutzung. So gibt es eine grosszügige und hochwertig ausgebaute Wohnküche mit separater Lounge im Erdgeschoss. Im Dachgeschoss befindet sich der gemeinsame Waschsalon mit zwei Waschtürmen und zwei separaten Trocknungsräumen. Daneben entstehen Räume, deren Nutzung und Verwendung von der künftigen Gemeinschaft selbst bestimmt werden sollen. Hier liegen eindeutig das besondere Potenzial und der Mehrwert dieses Hauses. Der geteilte Raum bietet die Möglichkeit Nutzungen umzusetzen, welche für den Einzelnen sonst, sei es aus Kosten- oder Platzgründen, nicht realisierbar wären. Zum Beispiel die Einrichtung einer Werkstatt, eines Fitnessraumes, einer Nähstube – oder was auch immer in der Gruppe dann alle überzeugt. Auch für den Garten und die grosszügige Dachterrasse werden noch Ideen gesucht.

Gemeinschaftliche Wohnformen sind eine grosse Bereicherung, können aber auch herausfordernd sein. Um den Bewohnenden einen optimalen Start zu ermöglichen, hat die Gewoba-Geschäftsstelle ihre personellen Ressourcen aufgestockt und mit einer entsprechenden Fachkraft ergänzt. Damit die Hausgemeinschaft bestmöglich wachsen und gedeihen kann, wird diese, je nach Bedarf, durch die zuständige Mitarbeiterin begleitet, heisst es in der Medienmitteilung der Gewoba weiter. Ebenfalls geplant ist, dass die künftigen Mietenden sich noch vor dem Erstbezug im Frühjahr 2021 kennenlernen um gemeinsam erste Entwürfe für die spätere Ausgestaltung der gemeinschaftlichen Innen- und Aussenräume zu entwickeln.

Eigene Raumsprüche fürs Miteinander reduzieren

Die Idee der Clusterwohnungen findet im urbanen Raum und in vielen Städten in denen Wohnraum besonders rar ist, grossen Anklang. Die stetige Zunahme der Singlehaushalte über alle Altersgruppen, trägt das Ihrige dazu bei. Neben der Idee die eigenen Raumansprüche zu reduzieren, entsprechen vor allem die Möglichkeiten des miteinander statt nur nebeneinander Lebens in der heutigen Gesellschaft einem wachsenden und generationenübergreifenden Wunsch. Viele Menschen sind zu einem gewissen Verzicht auf private Ausstattung und Raum bereit, wenn sie dafür ihren Bedürfnissen entsprechenden zwischenmenschlichen Anschluss finden und ohne grossen zeitlichen Aufwand Teil einer Gemeinschaft auf Zeit werden können. Miteinander wohnen und leben bekommt so eine neue Qualität.

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