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ZUGER GERICHTE: Einschleichdiebstähle beim Ex-Arbeitgeber aus Rache

Ein junger Mann dringt mehrmals in drei Firmen ein und stiehlt Geräte und Bargeld. Dank Videoaufnahmen kann er identifiziert werden. Er bekommt jetzt eine teilbedingte Freiheitsstrafe.
Jürg J. Aregger
Eine Überwachungskamera filmte den Polizisten (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Eine Überwachungskamera filmte den Polizisten (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Jürg J. Aregger

juerg.aregger@zugerzeitung.ch

Der 26-jährige Kosovare war bei einer Reinigungsfirma angestellt. Dort wurde ihm gekündigt. Da er sich stark um den Job bemüht hatte, empfand er die Kündigung als ungerechtfertigt und wollte sich an der Reinigungsfirma rächen. Dies, indem er sich bei Auftrag­gebern der Firma einschlich und Diebstähle beging. Damit wollte er seine ehemalige Arbeitgeberin in ein schlechtes Licht rücken.

Im April 2014 gab ihm eine Reinigungskraft Einlass in ein Firmengebäude, wo er Geld und einen Zutrittsbadge stahl. Er schlich sich zwei weitere Male in diese Firma ein, beim vierten Versuch konnte er nicht mehr eintreten, da der Badge gesperrt war. Die Beute betrug 1000 Franken.

Der 26-Jährige versuchte es daraufhin bei einer anderen Firma, wo er klingelte. Unter dem Vorwand, dass er zu seiner Mutter wolle, die bei der Firma reinige, wurde er durch einen Mitarbeiter eingelassen. Er wartete im Aufenthaltsraum, bis sämtliche Mitarbeiter das Gebäude verlassen hatten. Er stahl Computer, weitere Geräte und Geld. Eine Woche später gelang ihm ein identisches Vorgehen. Insgesamt stahl er sieben tragbare Computer, neun Mobiltelefone, andere Geräte und 160 Franken in bar. Hier betrug die Gesamtbeute 21000 Franken.

Es folgte eine dritte Firma, die der Kosovare heimsuchte. Diese wurde allerdings nicht von seiner früheren Arbeitgeberin geputzt. Hier wurde er durch Mitarbeiter ins Gebäude gelassen. Als er allein war, durchsuchte er die Räumlichkeiten und entwendete herumliegende Gegenstände, insbesondere mehrere Badges, um später mehrmals zurückkehren zu können. Zwei Kameras, zwei tragbare Computer, elf Mobiltelefone und 780 Franken Bargeld befanden sich unter seiner Beute im Gesamtwert von 7000 Franken. Hinter diese Zahl machte der Verteidiger ein grosses Fragezeichen, wurde doch bei den Aufnahmen auch ein vermummter Einbrecher entdeckt, der bis heute unbekannt ist.

Als die Polizei nach ihm fragte, stellte er sich

Als kurz nach seiner letzten Tat ein Polizist bei seinen Eltern nach ihm fragte, war er nicht daheim. Als dem jungen Mann jedoch mitgeteilt wurde, dass man ihn suche, ging er selber zur Polizei und legte dort ein Geständnis ab. Auf ihn gestossen war die Polizei, weil man eine Videoaufnahme des Einbrechers gemacht hatte. Er gab auch die andern Einbrüche zu. Einen Teil des Deliktsguts hatte er auf einem Floh- und Handymarkt in Zürich verhökert. Unter dem Strich blieben ihm etwa 5000 Franken.

Gewerbsmässiger Diebstahl bejaht

Entgegen dem Antrag des Verteidigers entschied am Mittwoch Einzelrichter Philipp Frank auf gewerbsmässigen Diebstahl, wie dies der leitende Staatsanwalt Marc von Dach gefordert hatte. Dafür sprachen die 16 Einbrüche in anderthalb Monaten, der Deliktsbetrag von 29000 Franken und dass er teils den Lebensunterhalt für die junge Familie aus den Diebstählen bestritt.

Von der Fälschung von Urkunden wurde der Kosovare dagegen freigesprochen. Hingegen war er mindestens 20-mal mit einem Auto gefahren, obwohl er keinen Führerausweis hatte. Zudem hatte er seine Aufenthaltsbewilligung verfälscht, um ein Handy-Abo zu bekommen. So verurteilte ihn der Einzelrichter zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, von denen er sechs verbüssen muss, sowie zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 30 Franken. Der Staatsanwalt hatte 16 Monate gefordert, eventuell 8 Monate davon bedingt. Der Verteidiger beantragte eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 30 Franken, eventuell eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten.

Der junge Mann musste sich ein erhebliches Verschulden vorwerfen lassen. Zudem war er einschlägig vorbestraft und hatte während des Strafverfahrens erneut delinquiert. Allerdings zeigte er sich reuig und einsichtig. Der Richter hatte Zweifel an einer günstigen Legalprognose. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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