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Zuger Gespräche: Sicherheit in der Medizin – Patientinnen und Patienten im Fokus

Zum sechsten Mal hat die Gesundheitsdirektion Kanton Zug die kantonalen Leistungser-bringer zu den «Zuger Gesprächen» eingeladen. Im Zentrum standen Fragen nach der Qualität in der Medizin und der Patientensicherheit.
Die Referenten der 6. Zuger Gespräche (von links): Prof. Josef Jenewein, Dr. Axel Ropohl, Dr. Alfredo Guidetti, Marco Borsotti sowie Gesundheitsdirektor Martin Pfister. (Bild: PD)

Die Referenten der 6. Zuger Gespräche (von links): Prof. Josef Jenewein, Dr. Axel Ropohl, Dr. Alfredo Guidetti, Marco Borsotti sowie Gesundheitsdirektor Martin Pfister. (Bild: PD)

(haz/pd) Die Qualität in der Gesundheitsversorgung ist ein hochaktuelles und intensiv diskutiertes Thema, lässt die kantonale Gesundheitsdirektion in einer Mitteilung verlauten. Auf nationaler Ebene konnte in der Sommersession 2019 die Vorlage zur Stärkung von Qualität und Wirtschaftlichkeit nach dreieinhalb Jahren Diskussion verabschiedet werden. Der Kanton Zug wird bei der anstehenden Spitalplanung dem Qualitätsaspekt vermehrte Aufmerksamkeit widmen. Das Ziel ist identisch: Die Qualität der erbrachten Leistungen im Gesundheitswesen sichern und verbessern und die Patientensicherheit nachhaltig erhöhen.

Aus Fehlern kann man lernen

Fehler sind auch in der Medizin kein Tabu mehr – zumindest sollten sie das nicht sein. Entscheidend ist vielmehr, dass aus Fehlern gelernt wird. Diese Haltung vertritt auch Dr. med. Alfredo Guidetti, Leiter Notfall der Hirslanden AndreasKlinik Cham Zug: «Man darf nicht zweimal den gleichen Fehler machen, denn beim zweiten Mal ist es kein Fehler sondern eine Entscheidung.» Um das Ziel der hohen Patientensicherheit zu erreichen, ist eine Massnahme entscheidend: Die Betroffenen müssen über Fehler sprechen, um daraus zu lernen.

Qualitätsindikatoren in der Langzeitpflege eingeführt

Doch nicht nur in Spitälern und Kliniken spielen Fragen nach Qualität und Sicherheit eine grosse Rolle, sondern auch in Pflegeheimen. Dort wird die Patientensicherheit anhand von vier konkreten Indikatoren gemessen: Gewichtsverlust, bewegungseinschränkende Massnahmen, Polymedikation und Schmerz. Diese Ergebnisse können aber nur als Anhaltspunkte dienen, wie Marco Borsotti, Vorstandsmitglied von Curaviva Schweiz ausführt: «Es gilt immer sorgfältig zu analysieren, wie eine Kennzahl zu Stande kommt und wie sie sich interpretieren lässt.» So lässt sich etwa die Lebensqualität jedes einzelnen Patienten nicht anhand einfacher Indikatoren messen. Vielmehr muss jeder Fall individuell betrachtet und eingeschätzt werden, um eine optimale Versorgung zu erreichen.

Umgang mit Aggression als Herausforderung

Sicherheit in der Medizin bedeutet auch, den richtigen Umgang mit Patientinnen und Patienten zu finden. Dies ist in besonderem Masse in der Psychiatrie eine wichtige Aufgabe der Fachpersonen, wie das Referat von Prof. Josef Jenewein, Chefarzt der Klinik Zugersee (Triaplus AG) beleuchtete. «Gerade aggressives Verhalten von Patientinnen und Patienten muss richtig eingeschätzt und der Umgang mit Aggressionen muss regelmässig geschult werden», fasst Jenewein diese Herausforderungen zusammen.

Austausch unter Leistungserbringern bewährt sich

Dass die Sicherheit der Patientinnen und Patienten das primäre Ziel aller Beteiligten im Gesundheitswesen ist, wurde an den Zuger Gesprächen offensichtlich. Gesundheitsdirektor Marin Pfister freut sich über den einmal mehr gelungenen Austausch. «Der Kontakt zu den Leistungserbringern des Gesundheitswesen im Kanton Zug ist mir ein grosses Anliegen», erklärt der Gesundheitsdirektor. «Davon profitieren sowohl alle medizinischen Fachpersonen als auch der Kanton – und somit schlussendlich auch die Bevölkerung.»

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