Zuger Gesundheitsdirektion spricht von «bedrohlicher Corona-Lage» – Schnelltests sind in Planung

Auch im Kanton Zug verschärft sich die Corona-Lage zunehmends. Nun werden Schnelltests bereitgestellt. Auf ein Besuchsverbot in Pflegeheimen wird vorerst verzichtet.

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(lil) «Die Lage hat ein bedrohliches Niveau erreicht», schreibt die Zuger Gesundheitsbehörde in einer Mitteilung bezüglich der weiterhin ansteigenden Ansteckungen und Hospitalisationen. Dies bedeute vor allem für Contact Tracer eine «enorme Herausforderung». Um das Contact Tracing aufrecht zu erhalten, wird es laufend ausgebaut. Infizierte Personen werden vor dem üblichen Anruf bereits per SMS kontaktiert, damit sie ohne Verzögerung in Isolation gehen können.

Der Kantonsarzt hat derweil angesichts der vielen Hospitalisierungen die höchste Stufe «bedrohliche Lage» ausgerufen. Die Gesundheitsbehörde schreibt: «Der Regierungsrat nimmt am nächsten Dienstag eine Auslegordnung vor und entscheidet, ob weitere Verschärfungen notwendig sind.»

Schnelltests für Personen mit Symptomen

Ab Montag werden auch Antigen-Schnelltests zugelassen, schreibt die Gesundheitsdirektion weiter. Die Antigen-Tests werden entsprechend der BAG-Vorgaben nur für Personen verwendet, die Covid-Krankheitssymptome aufweisen. Für Angehörige der Risikogruppe und Mitarbeitende des Gesundheitswesens werden sie nicht verwendet.

Das Zuger Kantonspital in Baar: Hier werden künftig Schnelltests durchgeführt.

Das Zuger Kantonspital in Baar: Hier werden künftig Schnelltests durchgeführt.

Stefan Kaiser

Die Schnelltests werden im Kanton Zug zunächst an die zwei Testcentren am Zuger Kantonsspital und an die Hirslanden Andreasklinik verteilt, so die Zuger Gesundheitsdirektion. Eine Ausweitung auf Arztpraxen und Apotheken werde geprüft.

Pflegeheime treffen Vorbereitungen

Die Pflegeheime im Kanton Zug haben sich, so die Gesundheitsdirektion, in den letzten Monaten auf den Umgang mit einer zweiten Welle vorbereitet. Die Schutzkonzepte wurden unter Berücksichtigung der jeweiligen baulichen Situation und dem Gesundheitszustand der Bewohnerinnen und Bewohner ausgearbeitet und unterschiedliche Vorgaben wurden erlassen.

Die grosse Belastungsprobe vom April: In Luegeten galt wie überall Besuchsverbot. Die Leitung des Zentrums für Pflege und Betreuung hat sich dann die Plauderboxen ausgedacht, wo sich Angehörige durch eine Glasscheibe unterhalten können.

Die grosse Belastungsprobe vom April: In Luegeten galt wie überall Besuchsverbot. Die Leitung des Zentrums für Pflege und Betreuung hat sich dann die Plauderboxen ausgedacht, wo sich Angehörige durch eine Glasscheibe unterhalten können.

Stefan Kaiser

Zum jetzigen Zeitpunkt verzichte die Gesundheitsdirektion darauf, generelle Einschränkungen zu erlassen. Die Erfahrungen aus dem Frühling haben gezeigt, dass ein generelles Besuchsverbot eine enorme psychische Belastung darstellten. Der Kanton stehe in engem Kontakt mit den Pflegeheimen und habe deren Schutzkonzepte überprüft. Gesundheitsdirektor Martin Pfister sagt: «Wir sind überzeugt, dass die einzelnen Heime die individuell richtigen Massnahmen treffen, ohne dass der Kantn starre Vorgaben erlässt.»

Die Corona-Auskunftsstelle ist neu auch am Wochenende (9-15 Uhr) per Telefon erreichbar: 041 728 39 09.