Zuger Güsel wandert in den Untergrund

In der Stadt Zug bahnt sich ein Systemwechsel in der Kehrichtabfuhr an: Zugerinnen und Zuger werfen ihre Güselsäcke bald in Unterflurcontainer. Das hat nicht nur Vorteile.

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Güselmann war gestern: Ein Maschinist hievt einen Unterflurcontainer per Autokran zum Entleeren. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Güselmann war gestern: Ein Maschinist hievt einen Unterflurcontainer per Autokran zum Entleeren. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Stadtzugerinnen und Stadzuger werden ihre Güselsäcke bis in zehn Jahren nicht mehr den Güselfahrzeugen mitgeben, sondern direkt selber in Unterflurcontainern deponieren. Mit 27 zu 7 Stimmen bewilligte der Grosse Gemeinderat am Dienstag einen Rahmenkredit von 1,2 Millionen Franken für diesen Systemwechsel.

Laut einer Mitteilung der Stadt Zug werden diese Container über die ganze Stadt verteilt. Die Mehrheit des Parlaments war sich im Grundsatz einig, dass es sich um eine sinnvolle Umstellung handle, die sich längerfristig auch finanziell auszahle. Mit der wachsenden Bevölkerungszahl steigt auch das Abfallvolumen, womit das städtische Abfuhrwesen langsam aber sicher an den Anschlag geraten wird, wie Stadtpräsident Dolfi Müller ausführte. Die Partnerstadt Chur und weitere Städte praktizieren dieses System seit Jahren – mit Erfolg.

Längere Gehwege?

Auch die beiden Kommissionen des Parlaments befürworten den Systemwechsel. Allerdings tragen sie Befürchtungen der Bevölkerung Rechnung: Für viele Einwohner bedeute die Umstellung längere Gehwege. «Zumutbar», so ein Bundesgerichtsentscheid, seien etwa 170 Meter. In diesem Sinne beantragten die beiden Kommissionen, die Umstellung sei möglichst flächendeckend vorzunehmen, was von der Mehrheit des Rats übernommen wurde. Kritisch äusserte sich die SVP-Fraktion, denen vor allem die Nachteile ins Auge stachen. Die Fraktion forderte vom Stadtrat, dass dieser einen Plan vorlege, der aufzeige, wo sich die einzelnen Unterflur-Container befinden. Dies wurde aber von der Mehrheit des Rats abgelehnt.

pd/rem