Suchtverhalten der Zuger Bevölkerung hat sich deutlich verändert

Ein aktueller Suchtbericht des Kantons Zug zeigt: Die Bedeutung von Verhaltenssüchten und Mischkonsum steigt.

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(fg) Das Suchtverhalten der Zuger Bevölkerung hat sich in den letzten 25 Jahren deutlich verändert. Dies zeigt der aktuelle Suchtbericht der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug auf.

Während etwa der Heroinkonsum an Bedeutung verloren hat, stehen heute Verhaltenssüchte sowie der Mischkonsum von mehreren Substanzen im Fokus. Die Gesundheitsdirektion will deshalb das bisherige, grundsätzlich bewährte Drogenkonzept auf die neuen Herausforderungen ausrichten.

Internetkonsum wird zum Thema

Das bestehende Drogenkonzept des Kantons Zug ist rund 25 Jahre alt und unter den damaligen Rahmenbedingungen und Eindrücken der offenen Drogenszenen der 1980er- und 1990er-Jahre entstanden, wo in der sogenannten Fixerszene hauptsächlich Heroin konsumiert wurde. Das kantonale Drogenkonzept hat sich auf das damalige Pioniermodell der nationalen Vier-Säulen-Politik (Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression) gestützt und war die Grundlage für den Aufbau der Strukturen und der Finanzierung der Suchthilfe im Kanton Zug. Der neue Suchtbericht zeigt auf, dass sich die Situation seither markant verändert hat. Das Drogenkonzept habe sich zwar bewährt, seit seiner Verabschiedung sei der Heroinkonsum allerdings augenfällig in den Hintergrund gerückt. Heute stehen Suchtmittel wie Cannabis, Kokain und «Partydrogen» im Fokus.

Auch Verhaltenssüchte wie die Mediensucht, beispielsweise ein übermässiger Internetkonsum, gewinnen an Bedeutung. Zudem ist der Mischkonsum, also die Einnahme von mehreren Suchtmitteln, bei Süchtigen fast schon zur Regel geworden, wobei Alkohol eine wichtige Rolle spielt. Diese veränderten Verhaltensweisen erfordern Anpassungen im Umgang mit dem Thema Sucht. Der Suchtbericht gibt eine Reihe von Empfehlungen ab, mit welchen sich die Politik nun befassen wird. So soll in Zukunft auf eine klare Trennung zwischen legalen und illegalen Suchtmitteln verzichtet werden, da die Sucht an sich stärker im Zentrum stehen soll und nicht die Legalität der Suchtmittel. Der Suchtbericht konzentriert sich auch bewusst nicht nur auf illegale Substanzen, sondern beleuchtet zudem den risikoreichen Konsum von legalen Suchtmitteln wie Alkohol oder Tabak.

Der Bericht empfiehlt auch eine Stärkung der Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Bei Kindern und Jugendlichen soll die Prävention und Früherkennung intensiviert werden, um Suchterkrankungen weiter zu minimieren. Zudem sind auch bei der Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden Anpassungen angebracht. Durch eine Klärung und Entflechtung der Aufgaben aller involvierten Stellen solle die Zusammenarbeit vereinfacht werden, schreibt die Direktion des Innern.