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Projekt der Fachstelle Migration Zug: Zuger helfen Einwanderern

Die Fachstelle Migration lanciert das «Host-Programm»: Ab Juni treffen Einheimische interessierte Einwanderer und zeigen ihnen die neue Heimat. Was die jeweiligen Tandems genau unternehmen, bleibt ihnen überlassen.
Cornelia Bisch
Esther Dunn (Geschäftsführerin Fachstelle Migration Zug), der Ukrainer Dmytro Maksiuta und die Zugerin Sara Hübscher (rechts). (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 15. Mai 2019)

Esther Dunn (Geschäftsführerin Fachstelle Migration Zug), der Ukrainer Dmytro Maksiuta und die Zugerin Sara Hübscher (rechts).
(Bild: Stefan Kaiser, Zug, 15. Mai 2019)

«Über 2000 Personen reisen jährlich aus dem Ausland in den Kanton Zug ein, um hier zu arbeiten und zu leben», erklärt Esther Dunn, Geschäftsführerin der Fachstelle Migration Zug (FMZ). Ziel des im Juni startenden Host-Projekts sei es, Neueinreisenden ihre Ankunft in Zug zu erleichtern, ihnen die wichtigsten Amtsstellen sowie Vereine und Freizeitangebote zu zeigen, damit sie rasch aktiv am Gesellschaftsleben teilnehmen könnten. «Neueinreisende haben oft Mühe, Kontakte zu Schweizern zu knüpfen. Wir wollen mit diesem Programm die Zuger Willkommenskultur umsetzen.»

Dieses Angebot unterscheide sich wesentlich von jenem der Kulturvermittler oder Schlüsselpersonen. «Wir vermitteln nicht frühere Einwanderer an Leute aus demselben Kulturkreis», stellt Dunn klar. «Aber es ist natürlich auch für einen gut integrierten Expat möglich, als Host am Projekt teilzunehmen.» Wichtig sei, dass die Menschen offen und neugierig seien und sich in Zug gut auskennen würden. «Eine gemeinsame Sprache muss natürlich vorhanden sein», betont Dunn. Ziel sei jedoch auch, die deutsche Sprache so weit wie möglich zu vermitteln.

Drei Treffen sind vorgesehen

Bisher wurden in erster Linie Vereine angeschrieben. «Diese können selbst auch profitieren von neuen Mitgliedern aus anderen Kulturkreisen», so Dunn. Es sind aber auch Einzelpersonen eingeladen, mit einem Neueinreisenden ein Tandem zu bilden. «Wir rechnen mit etwa drei Treffen. Eines zum Kennenlernen, eines für einen Stadtrundgang und ein drittes, um einem gemeinsamen Hobby nachzugehen.» Ob der Kontakt danach weitergehe, sei den Beteiligten selbst überlassen. Bei der Tandembildung werde denn auch darauf geachtet, Menschen mit ähnlichen Interessen, Berufen oder Familienstrukturen zusammen zu führen.

Die Verantwortlichen der FMZ sind dabei, verschiedene, auf diverse Interessengebiete ausgerichtete Routenpläne vorzubereiten, welche an die Tandempaare abgegeben werden. Auch Zug Tourismus ist ins Projekt eingebunden. Bei Fragen oder Problemen kann man sich an die FMZ wenden.

Noch nicht viele Freunde gefunden

Dmytro Maksiuta stammt aus der Ukraine und lebt seit Januar in Zug. Der 32-jährige Ingenieur arbeitet für eine Zuger Firma und plant, für immer in der Schweiz zu bleiben. «Ich hatte noch nicht viel Gelegenheit, neben der Arbeit Freunde zu finden», bedauert er. Auch mit dem Deutsch hapere es noch ein bisschen. «Ich war bei einem Treffen der FMZ und erfuhr dort von dem neuen Host-Programm», erzählt er. «Ich kenne mich noch nicht mit der Schweizer Kultur, der Gesellschaft und ihren Traditionen aus. Also dachte ich, es könnte interessant sein, bei dem Programm mitzumachen.»

Auch seine Frau, die Ende Mai nachreist und noch keine Arbeitsstelle in der Schweiz hat, möchte teilnehmen. «Ich hoffe, wir erfahren auf diese Weise mehr über den Kanton Zug und lernen Menschen mit ähnlichen Interessen kennen.» Dmytro Maksiuta ist vielseitiger Sportler, liebt das Biken, Wandern und Windsurfen.

Spannender Austausch

Die 39-jährige Marketing- und Kommunikationsfachfrau Sara Hübscher aus Zug will sich als Host zur Verfügung stellen. «Ich bin in Cham aufgewachsen und Präsidentin von Cham Tourismus», erzählt sie. Da diese Institution auch als Verein organisiert ist, wurde sie über das Host-Programm informiert.

Als ehemalige Deutschlehrerin für Expats und Asylsuchende kennt sie die Situation von Einwanderern und findet den interkulturellen Austausch sehr spannend. Darüber hinaus ist sie leidenschaftliche Laufsportlerin und kann sich gut vorstellen, gemeinsam mit ihrem Tandempartner zu joggen. «Auch das Auffrischen der Sprachen wäre sicher nicht schlecht.» Englisch sei für sie kein Problem, «auch Französisch wäre machbar», meint sie. Ausserdem spricht die Zugerin ein wenig Spanisch, Russisch und Finnisch. «Das Host-Programm ist im Grunde eine Kombination aus allem, was ich gerne tue», sagt sie lachend.

Infos über www.fmzug.ch

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