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Zuger Innovationen: Wenn Aufzüge «sehen» lernen

Das Thema des Zuger Innovationstags war das Potenzial künstlicher Ersatzmöglichkeiten. Der Innovationspreis ging an Bucher Hydraulics.
Christopher Gilb
Silvia Thalmann mit Erich Brugger (Mitte) und Christian Schleihs von der Siegerin Bucher Hydraulics. (Bild: Maria Schmid, Zug, 18. September 2019)

Silvia Thalmann mit Erich Brugger (Mitte) und Christian Schleihs von der Siegerin Bucher Hydraulics. (Bild: Maria Schmid, Zug, 18. September 2019)

Der hydraulische Antrieb für Aufzüge der Bucher Hydraulics AG aus Neuheim kann «sehen»: In Echtzeit liefert er über die sogenannte «CAN-Bus-Kommunikationsschnittstelle» Betriebsdaten und optimiert sich mit Hilfe eines integrierten Lernalgorithmus selbst. So ist es beispielsweise möglich, den Antrieb ähnlich der Start-Stopp-Automatik eines Fahrzeugs energiesparend zu betreiben. Für diese weltweit einzigartige Kombination wurde die Firma mit 180 Angestellten und 20 Ausbildungsplätzen am Mittwochabend im Casino Theater Zug von Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann mit dem Zuger Innovationspreis 2019 ausgezeichnet. «Mit dieser Innovation hat die Bucher Hydraulics AG drei Arbeitsplätze neu geschaffen und 60 Arbeitsplätze gesichert», so Thalmann. Letztes Jahr war der mit 10 000 Franken dotierte Preis an die Firma Pickwings AG aus Baar gegangen.

Doch die Übergabe des Innovationspreises war das Finale eines ganzen Tages. Der Innovationstag des Technologie Forums Zug (tfz) selbst stand im Zeichen des Themas «Artificial Substitutes – The Impact!». Es ging also um das Potenzial von künstlichen Ersatzmöglichkeiten also auch von Robotern. Dazu hatte sich eine Rekordzahl von 230 Besuchern angemeldet. In verschiedenen Workshops diskutierten diese zu Fragen wie und ob künstliche Intelligenz zum perfekten Mitarbeiter führe, oder was Produkte mit Persönlichkeit für eine Herausforderung für die Produkteentwicklung sind. Ein spannendes Fachreferat hielt Gian-Luca Bona, Direktor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Er zeigte das grosse Spektrum seiner Forschung auf. Sie reicht von intelligenten Fasern in Kleidern, die sich der Körpertemperatur anpassen, über intelligente Verbände, welche die Wundheilung messen können bis zu neuen Schlüsselbeinen aus dem 3-D-Drucker. Nur wenn über alle Grenzen hinweg gearbeitet werde, also zwischen verschiedenen Firmen sowie zwischen Firmen und Wissenschaft würden solche Innovationen gelingen, so Bonas These.

Liveumfrage zum Veranstaltungsthema

Von der rasanten Entwicklung profitiert auch Michel Fornasier – ein weiterer Referent. Der Fribourger kam ohne rechte Hand zu Welt. Heute trägt er eine hochmoderne bionische Handprothese, die 15 Prozent der Leistungsfähigkeit der menschlichen Hand abdecken kann. Er engagiert sich, Kindern die Angst vor solchen Prothesen zu nehmen. Doch auch die Schattenseiten der Technik wurden nicht ausgespart. So ging es in einer Podiumsdiskussion auch ums Thema «intelligente Kriegsmaschinen».

Als Fazit des Innovationstags kann das Ergebnis einer Liveumfrage, an der sich alle Teilnehmer beteiligen konnten, gesehen werden. Gefragt wurde, ob man sich lieber von einem Arzt mit 20 Jahren Erfahrung oder von einem speziell für diesen Eingriff programmierten Roboter operieren lassen würde. 64,9 Prozent wählten Antwort 3: Vom Roboter aber mit Eingriffsmöglichkeit des Arztes.

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