Zuger Jugendliche verzichten auf Smartphone, PC und Co.

Das Amt für Gesundheit des Kantons Zug setzt das Projekt «Flimmerpause» zum zweiten Mal im Kanton Zug um. Dabei verzichten die teilnehmenden Schulklassen und Familien vom 10. bis zum 16. Juni auf Bildschirmmedien.

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(mua/pd) In der Woche vom 10. bis 16. Juni verzichten rund 430 Schüler und Schülerinnen und zusätzlich viele Familien im Kanton Zug auf Bildschirmmedien oder reduzieren diese auf das notwendige Minimum. Die «Flimmerpause» ermutigt, sich mit dem persönlichen Umgang mit den Bildschirmmedien auseinanderzusetzen. Daraus können eigene Ideen und Alternativen für bildschirmlose Freizeitaktivitäten entstehen und umgesetzt werden.

Am Luzerner Projekt Flimmerpause beteiligen sich auch andere Zentralschweizer Kantone. Dieses Jahr wird die Flimmerpause zum zweiten Mal im Kanton Zug durchgeführt – mit steigenden Teilnehmerzahlen, meldet das kantonale Amt für Gesundheit. So beteiligen sich in diesem Jahr alle 5. und 6. Klassen der Gemeinde Risch am Projekt. Den Schülerinnen und Schülern werden in dieser Woche die verschiedenen Freizeitaktivitäten vorgestellt, die in der Gemeinde bestehen, um die Kinder auf dieses vielfältige Angebot aufmerksam zu machen.

Digitale Mediennutzung unter Kindern und Jugendlichen stark verbreitet

Das Amt für Gesundheit des Kantons Zug verweist in der Mitteilung auf die aktuellste Studie «EU Kids Online Schweiz 2019». Diese zeigt die Nutzungstrends sowie die Herausforderungen für Kindern und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren.

Insbesondere der Kontakt mit riskanten Inhalten ist dabei ein zunehmendes Problem:

  • Bereits bei der Altersklasse der 9/10-Jährigen nutzen mindestens 49 Prozent der Kinder das Smartphone um damit ins Internet zu gehen, wobei die Nutzung im Laufe der Primarschulzeit stark zunimmt.
  • 32 Prozent der 15/16-jährigen Jungen haben schon zu viel Geld für Games oder via In-Appkäufe ausgegeben.
  • 52 Prozent aller befragten Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 16 Jahre in der Schweiz haben mindestens eines der folgenden Risiken erlebt: sexuelle Darstellungen und Nachrichten, Kontakt mit Unbekannten, Cybermobbing, Datenmissbrauch, problematische nutzergenerierte Inhalte (Gewalt, Drogen) und exzessive Nutzung des Internets.

Der gute Umgang mit digitalen Medien ist folglich sehr wichtig für das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die «Flimmerpause» will Anstoss für eine bewusste Nutzung digitaler Medien geben. Dabei geht es nicht nur um den Verzicht, sondern auch darum, (wieder) andere Formate zu entdecken und den eigenen Bildschirmkonsum zu reflektieren, beziehungsweise zu reduzieren.

Projekte in mehreren Schulklassen

Lehrpersonen setzen während der Flimmerpausenwoche auf eine analoge Schulwoche, stärken die Kompetenzen und das Wissen im Umgang mit digitalen Medien und animieren die Kinder und Jugendlichen auch zu bildschirmfreien Freizeitaktivitäten. Die Kinder und Jugendlichen werden laut Medienmitteilung ermutigt, sich mit ihrem persönlichen Umgang mit digitalen Medien auseinanderzusetzen. So erarbeiten sie attraktive Alternativen zur Bildschirmnutzung während der Freizeit und im Unterricht. Es werden beispielsweise analoge Spiele entdeckt, sowie vermehrt kreative und sportliche Aktivitäten eingebaut, um den Kindern und Jugendlichen die Qualität von realen Erlebnissen erfahrbar zu machen. Ergänzend finden verschiedene Elternabende zum Thema «Umgang mit digitalen Medien» statt.