Zuger Jugendpolittag: Eine Starbucks-Filiale und die Bekämpfung des Klimawandels

In der siebten Ausgabe des Jugendpolittags diskutierten Jugendliche mit Kantonsräten ihre Anliegen. Dabei ging es um den Klimawandel, aber auch um den Wunsch nach einer eigenen Starbucks-Filiale in Baar.

Christian Tschümperlin
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Zum Abschluss diskutierten Jungpolitiker zum Thema Klimawandel. Die Jugendlichen hörten ihnen gebannt zu. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 9. Mai 2019)

Zum Abschluss diskutierten Jungpolitiker zum Thema Klimawandel. Die Jugendlichen hörten ihnen gebannt zu. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 9. Mai 2019)

Beim diesjährigen Jugendpolittag wurde vortrefflich diskutiert, gestritten und um Standpunkte gerungen. Allgegenwärtig war der Klimawandel. Trotz der hitzigen Diskussion herrschte aber ein gutes Klima. Im Kommissionszimmer des Kantonsrates diskutierte aber beispielsweise die Gruppe aus Baar zuerst einmal die Eröffnung eines eigenen Starbucks in der Gemeinde. Larissa (15) hatte zuvor das für die Jugendlichen aus Baar wichtige Anliegen präsentiert. Die Meinungen zwischen Jugend und Politik gingen dazu auseinander. Für Arita (17) ist Starbucks schlicht «the place to be». Und die Busfahrt nach Zug zu weit.

Der Politiker Zari Dzafari (SP/Baar) wiederum gestand zwar ein, dass man einmal im Gemeindehaus einen Starbucks einrichten wollte, dies aber am Widerstand der Anwohner gescheitert sei. Er empfahl den Jugendlichen aber das Jugendcafé, das günstiger sei als Starbucks, ein Konzern, der überteuerten Kaffee verkaufe und Milliarden Gewinne einfahre. Die Jugendlichen schienen nicht überzeugt zu sein. Andreas Lustenberger (ALG) wies darauf hin, dass die Politik nur die Rahmenbedingungen schaffen könne. «Wenn ihr wirklich einen Starbucks in Baar wollt, so schreibt doch an Starbucks», so Dzafari.

Bei der Präsentation der Highlights aus den Debatten der Gemeindegruppen wurde das Thema der Stunde der Klimawandel dann spürbar: Aus der Gruppe Ägerital und Steinhausen war zu hören, dass die Jugendlichen gerne Experten in die Schulen einladen würden, die ihnen den Klimawandel erklären. Die Baarer wollten wissen, ob man während der Schule streiken darf und aus Hünenberg kam der Vorschlag, die Nachhaltigkeit zu stärken, indem man Stoffsäcke als Werbegeschenke verteilt.

Dann diskutierten 
die Jungpolitiker

Nach der Präsentation der Highlights konnten sich die Jugendlichen ein Bild davon machen, wie politische Debatten ablaufen: Es diskutierten lebhaft Gian Brun (JFDP), Ronahi Yener (Juso), Nicolas Burnier (JSVP), Janine Bühlmann (JCVP) und Julia Küng (Junge Alternative) mit Moderator Severin Hofer über die Klimakrise. Eines stellte Hofer gleich zu Beginn klar: Der Vorwurf, die Jugend sei nicht mehr politisch, sei nicht mehr berechtigt, denn sie interessiere sich fürs Klima. Auf seine Frage, wer von den Jugendlichen schon selber an einer Klimademo teilgenommen habe, schnellten zwar nur einige Hände nach oben. Aber am Ende der Diskussion sollte Küng die Jugendlichen auf den nächsten Klimastreik am 24. Mai in Zug einladen und dafür viel Applaus erhalten.

Applaus fuhr auch Ronahi Yener ein, nachdem der Moderator einen Tweet von Roger Köppel einspielte, bei dem dieser die Debatten um den Klimawandel mit einer Art Betrunkenheit der Menschen verglich, erwiderte sie: «Wir müssen nicht beweisen, dass der Klimawandel existiert, die Wissenschaftler haben das schon gemacht.» Gian Brun will für die Bekämpfung des Klimawandels auf Anreize statt auf Verbote setzen, Janine Bühlmann hofft, dass das Aufsehen um die Erderwärmung zu einer nachhaltigen Energiepolitik beiträgt und zum Schluss konnte auch noch Nicolas Burnier von der JSVP punkten, weil er bei sich zu Hause eine Solaranlage aufs Dach baut. Olivia (17) aus Oberägeri jedenfalls zog eine positive Bilanz zum Jugendpolittag. «Ich habe es spannend gefunden, mich auszutauschen, mit anderen Jugendlichen, und auch zu hören, was ihre Anliegen sind.» So fand sie es beispielsweise gut, dass sich die Jugendlichen, statt zu gamen, dafür einsetzten, dass sie das Licht auf dem Fussballfeld in Ägeri selbst ein- und ausschalten können.