Zuger Justiz
Alkohol, Medikamenteneinfluss, Fahrerflucht: Unfall kommt Zugerin teuer zu stehen

Eine heute 40-jährige Frau verursacht betrunken einen Autounfall. Es ist nicht das erste Mal. Jetzt werden fast 18'000 Franken fällig.

Harry Ziegler
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Der Unfall ereignete sich im April 2020. Die damals 39-jährige Frau fuhr laut einem Strafbefehl der Zuger Staatsanwaltschaft unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss in Baar auf eine Ampel zu. Sie hielt wegen des Rotlichts an – nur übersah sie dabei den vor ihr stehenden Wagen und knallte diesem ins Heck.

Der Fahrer des Wagens, auf den sie aufgefahren war, machte sie auf die Kollision aufmerksam. Das beeindruckte die tschechische Staatsangehörige offenbar wenig, denn sie fuhr weiter. Ohne sich um den Schaden zu kümmern und ohne sich bei der Polizei zu melden. Gemäss Ausführungen im Strafbefehl habe sie versucht, sich durch die Weiterfahrt der polizeilichen Atemkontrolle zu entziehen. Zudem habe sie die laut Führerausweis vorgeschriebene Sehhilfe nicht getragen.

Justiz widerruft frühere Strafen

Sie wird wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz verurteilt. Aber nicht nur das: Da sie bereits wegen gleichartiger Delikte bereits früher bedingt bestraft wurde, also noch auf Bewährung ist, wird dieser bedingte Strafvollzug widerrufen. Das macht die ganze Sache dann wirklich teuer. Denn sie muss nicht nur die 600 Franken Busse für den aktuellen Unfall sowie Spruchgebühr und Auslagen in der Höhe von knapp 2700 Franken zahlen. Fällig zur Zahlung werden auch sämtliche Forderungen aus der widerrufenen Strafe sowie die im aktuellen Fall hinzugekommenen – total 17'652,60 Franken.

Die Liste der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, für die die Frau schuldig gesprochen wird, ist lang: Sie wird schuldig gesprochen des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Artikel 31, Absatz 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG); der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Artikel 91a SVG in Verbindung mit Artikel 22 des Strafgesetzbuchs; des pflichtwidrigen Verhaltens nach Unfall, Artikel 92, Absatz 1, SVG in Verbindung mit Artikel 51, Absatz 3, SVG, sowie des Missachtens einer Auflage im Führerausweis gemäss Artikel 95, Absatz 3, littera a, SVG.

Beruhigungsmittel und Alkohol

Im Blut der Fahrerin wurden laut Strafbefehl durch das Institut für Rechtsmedizin Zürich neben Alkohol (2,10 Gewichtspromille) auch freies Morphin und die Medikamente Alprazolam und Diazepam nachgewiesen. Dieser Mix habe die Fahrfähigkeit beeinträchtigt. Da die 39-Jährige bereits im Jahr 2019 wegen gleichartiger Delikte bedingt bestraft worden war, könne ihr keine günstige Prognose gestellt werden. «Eine unbedingte Strafe erscheint notwendig, um sie von weiteren Delikten abzuhalten», heisst es im Strafbefehl. Ausserdem habe sie die aktuelle Tat während der Probezeit des Urteils aus dem Jahr 2019 begangen, weshalb der bedingte Vollzug der damals ausgefällten Sprache zu widerrufen sei.