Zuger Justiz tritt Verfahren an Waadt ab

Die Zuger Justiz tritt ein Strafverfahren gegen Verantwortliche des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé an die Waadtländer Justiz ab.

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Keine der beschuldigten Personen sei in Zug tätig gewesen, sagte Marcel Schlatter von den Zuger Strafverfolgungsbehörden am Montag auf Anfrage. Dass der Konzern seine wirtschaftliche Tätigkeit in Vevey (VD) ausübe, sei für den Entscheid über den Gerichtsstand von Bedeutung gewesen.

Die Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) hatte Anfang März mitgeteilt, sie habe zusammmen mit der kolumbianischen Lebensmittel-Gewerkschaft Sinaltrainal Strafanzeigen gegen Nestlé und fünf Mitarbeiter in Zug eingereicht. Begründet wurde dies damit, dass sich in Cham ZG einer der beiden Unternehmenssitze von Nestlé befinde.

ECCHR wirft den Nestlé-Vertretern - unter ihnen Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck und der ehemalige Verwaltungsratspräsident Rainer E. Gut - vor, sie hätten durch pflichtwidriges Verhalten den Tod des Gewerkschafters Luciano Romero in Kolumbien fahrlässig mitverursacht.

Kolumbianische Paramilitärs hatten Romero verschleppt und 2005 ermordet. Nestlé-Manager hatten nach Ansicht von ECCHR «als Schutzgaranten die Pflicht zu handeln, um das Verbrechen zu verhindern».

sda