Zuger Kammerchormitglieder sind überglücklich: «Es war wie heimkommen»

Der Zuger Kammerchor Cantori Contenti hatte kürzlich einen
Orgelspaziergang veranstaltet.

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Cantori Contenti in der Kirche St. Martin, Baar; damals sangen sie orthodoxe Lieder.

Cantori Contenti in der Kirche St. Martin, Baar; damals sangen sie orthodoxe Lieder.

Bild: Christian Herbert Hildebrand / Zuger Zeitung
(Baar, 15. September 2019)

Der Chorgesang ist während der vergangenen Monate selten geworden in den Zuger Konzerträumen. Berichtet wurde von Online-Chorproben, von Sängerinnen und Sängern, die alleine in den eigenen vier Wänden ihre Stimme trainieren und dabei den Klangkörper der Gruppe vermissen, das Blühen der Mehrstimmigkeit, die Kraft der vereinten Stimmen. Und von Konzertgängern, die nun daheim zwar perfekt produzierte CDs hören, und doch nicht ganz glücklich werden damit, weil ihnen die Unmittelbarkeit des Live-Erlebnisses fehlt.

So war es ein fast magischer Moment, als am 26. September Chorklang die Zuger Liebfrauenkapelle zu füllen begann und kurz darauf auch die Kirche St. Oswald und später das Museum Burg Zug. Der Zuger Kammerchor Cantori Contenti war eingeladen, die gut 30 Zuhörerinnen und Zuhörer auf dem Orgelspaziergang der Pfarrei St. Michael zu begleiten. Selbstverständlich folgte man dem Schutzkonzept.

Singen mit Maske: Ein Ding der Unmöglichkeit?

Doch der Auftritt war im Voraus innerhalb des Chors nicht unumstritten und auch nicht das nun auf Oktober festgelegte Konzert im Casino, wo die Cantori Rossinis «Petite Messe solennelle» aufführen werden: «Soll man in der aktuellen Situation die Leute animieren, an ein Konzert zu gehen?» – «Singen mit Masken, geht das? Lieber ohne Maske schweigen, als mit Maske singen?» – «Können wir uns das Defizit leisten, wenn die Anzahl Plätze fürs Publikum stark reduziert werden muss?» – «Voraussichtlich werden wir noch lange kein ‹normales Konzert durchführen können. Sollen wir bis dann keine Konzerte mehr anbieten?» – «Es gibt spezifische Schutzkonzepte von verschiedenen Chorvereinigungen und von professionellen Ensembles. Auf diese können wir uns stützen.»

Singen als wichtiger Bestandteil des Lebens

Gemeinsam suchten die Sängerinnen und Sänger und ihr Dirigent Davide Fior nach einem gangbaren Weg, dem alle Beteiligten zustimmen können. Für sie ist klar: Singen ist ein Teil ihres Lebens. Und wie für viele andere Situationen des Alltags müssen sie während der Pandemie auch für ihre Passion neue Formen und Wege finden. Aber sie möchten, dass die Kultur weiterleben und die Musik weiterklingen kann. Deshalb musizieren sie weiter – verantwortungsvoll und mit gebotener Vorsicht.

Der grosszügige Sommer war ihr Glück: Sie konnten seit Juni fast alle Proben im Freien durchführen und so das Programm vorbereiten. Und nun wagen sie das, was vor einem halben Jahr für alle undenkbar gewesen wäre: Sie singen mit Masken – und es funktioniert. Eine Sängerin sagt: «Wir sind dankbar für diese Möglichkeit und freuen uns, dass wir auch dem Publikum wieder Chorkonzerte bieten können. Viele Menschen schöpfen gerade während schwieriger und belastender Zeiten Trost, Kraft und Sinn aus der Kultur im Allgemeinen, aus live aufgeführter Musik im Speziellen.» Ja, die menschliche Stimme, der Gesang, schafft Nähe in Zeiten des Abstandhaltens. Das «Singen-trotz-allem» ist ein Zeichen der Hoffnung und neuer Möglichkeiten.

Die Reaktionen auf den Chorgesang am Samstag sind jedenfalls motivierend: «Es ist erstaunlich, wie klar der Klang trotz Masken ist. Es gibt kaum einen Unterschied mit oder ohne.» – «Es war wie heimkommen.»

Für Cantori Contenti: Yvonne Mäder-Schürmann

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