Zuger Kantonalbank zahlt mehr Dividende

Mehr Ertrag, mehr Gewinn und eine wachsende Bilanzsumme – die Zuger Kantonalbank legt weiter zu. Dies vor allem dank neuer Kundendepots. Die Aktionäre dürfen über eine 10-prozentige Dividendenerhöhung abstimmen.

Raphael Bühlmann
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Zuger-KB-CEO Pascal Niquille, Bankratspräsident Bruno Bonati und Finanzchef Andreas Janett (v. l.). Bild: Nadia Schärli (Zug, 29. Januar 2019)

Zuger-KB-CEO Pascal Niquille, Bankratspräsident Bruno Bonati und Finanzchef Andreas Janett (v. l.). Bild: Nadia Schärli (Zug, 29. Januar 2019)

«Kostendisziplin, eine deutliche Steigerung im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie ein kontinuierlicher Zufluss von Depotvermögen», so fasste Bruno Bonati, Präsident der Zuger Kantonalbank am Dienstag das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 zusammen. Dies habe dazu geführt, dass man das Kosten-Ertrags-Verhältnis weiter habe senken können und damit im Vergleich deutlich effizienter arbeite.

So liege der Geschäftsaufwand mit 99 Millionen Franken praktisch auf Vorjahresniveau (+0,2 Millionen Franken) und der Personalaufwand sei um 0,2 Prozent nur leicht gestiegen. Dennoch habe die Zuger KB im Berichtsjahr in ein neues E-Banking und in die allgemeine Informatikinfrastruktur investiert, sagte Bankratspräsident Bonati weiter.

Auf der Ertragsseite legten die Zuger bei den sogenannt indifferenten Erträgen zu – also bei solchen Geschäften, bei denen die Bank anstatt eines Zinses Provisionen, Gebühren, Courtagen oder ähnlich auf ihre Dienstleistung erhebt. Ihr Anteil am Gesamterlös betrug im vergangenen Jahr 28,6 Prozent. «Diese Zunahme ist ein strategisches Ziel», erklärte Andreas Janett, Finanzchef der Zuger Kantonalbank, an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz.

Bald in einer höheren Finma-Kategorie?

Besonders Mandate in der Anlageberatung hätten seit ihrer Einführung im Jahr 2017 einen starken Zuwachs verzeichnet. Allein die verwalteten Kundendepots stiegen 2018 um über 425 Millionen Franken. «Ein sehr hoher Zuwachs», so Janett. Mittelfristiges Ziel bei den Privatkunden sei ein Wachstum von 150 Millionen an Depotwerten pro Jahr. Dabei fokussiere man sich vor allem auf die Region Zug, betreue selbstverständlich aber auch Kunden aus der ganzen Schweiz.

Die gesamten betreuten Depotvermögen lagen Ende 2018 trotz negativer Marktentwicklung bei 11,6 Milliarden Franken und damit 0,6 Prozent höher als im Vorjahr. «Im Berichtsjahr haben sich die Volumina der hauseigenen Anlagefonds – ergänzt mit neuen Aktien- und Strategiefonds sowie Fondslösungen für Vorsorgegelder – sehr positiv entwickelt. Insgesamt übertraf das Vermögensverwaltungsgeschäft der Zuger Kantonalbank das hohe Wachstum des Vorjahrs», sagte Pascal Niquille, Präsident der Geschäftsleitung.

Die Geschäftsleitung der Zuger KB führt den Zuwachs auch auf die gestiegenen Kompetenzen im Bereich Beratung zurück. Andererseits strahle die Bank auch Sicherheit aus. Eine solche lasse sich unter anderem an der steigenden Eigenkapitalquote festmachen. 18,5 Prozent betrug das verfügbare regulatorische Kapital per 31. Dezember 2018 – das sind 6,2 Prozentpunkte über dem was die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) von der Zuger KB einfordert. Mit dem Erfolg wächst auch die Bilanzsumme der Zuger KB. Ende 2018 lag diese bei 14,7 Milliarden Franken. Übersteigt sie die 15-Milliarden-Grenze, wird sie gemäss Regeln der Finma von einer Kategorie 4 zu einer Kategorie 3 Bank. «Der Kontakt und der Datenaustausch mit der Finanzmarktaufsicht würde dadurch intensiver werden», sagt Niquille dazu. Auch die Anforderungen in Bezug auf das Eigenkapitalpolster würden damit steigen – welche die Zuger KB allerdings bereits heute mit Abstand übertreffen würde.

Weniger Potenzial bietet der Bank derzeit das Zinsgeschäft. Hier habe man im vergangenen Jahr kaum eine Veränderung verzeichnet und dies, obschon beispielsweise das Hypothekarwachstum um 260 Millionen Franken zugenommen habe, wie Finanzchef Andreas Janett am Dienstag erklärte. Für die Zuger KB bedeutend bleibe hier vor allem der Wohnungsmarkt. Die Bank finanzierte letztes Jahr 443 Eigenheime und wuchs damit in dem Bereich mit 5,1 Prozent überdurchschnittlich.

Aktienkurs durchbricht 6000-Franken-Marke

Der Zuger Immobilienmarkt sei zudem insofern speziell, als die Leerstandquote ausserordentlich tief sei. 0,4 Prozent betrage diese in Zug, während sie in Gesamtschweizer Durchschnitt bei 2,4 Prozent liege, so Janett. Dies würde allerdings nicht zu einer erhöhten Bautätigkeit führen. «Die Wohnungs-Nachfrage wird damit ungebrochen hoch bleiben», ist Janett überzeugt. Für die Zuger KB bleibe damit das Risiko im Immobilienmarkt moderat.

Unter dem Strich resultiert für die Bank im Berichtsjahr mit gleichbleibenden Aufwänden und steigenden Erträgen ein Gewinnplus von 9,8 Prozent und ein Gewinn von 74,7 Millionen Franken. Mit einem bereits hohen Eigenkapitalniveau soll der erzielte Gewinn in erster Linie den Aktionären zugutekommen. Die Dividende soll von 200 Franken auf 220 Franken erhöht werden. Die Dividenden-Rendite auf Basis Jahresendkurs steigt damit von 3,5 auf 3,9 Prozent. Dies beflügelte auch den Aktienkurs der Bank. Dieser knackte am Dienstag die 6000-Franken-Grenze und stieg auf den höchsten Stand (6080 Franken) seit Mai 2018.

Zuger Kantonalbank: Wechsel im Bankrat

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