ZUGER KANTONSRAT: Jetzt wird digital abgestimmt: Ja, Nein oder gelb

Seit gestern wird im Zuger Kantonsrat digital abgestimmt. Eine Neuerung mit gewissen Besonderheiten.

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Kantonsräte warten aufs Resultat. (Bild: Charly Keiser (26. Januar 2017))

Kantonsräte warten aufs Resultat. (Bild: Charly Keiser (26. Januar 2017))

«Die Anlage hat ihre Feuertaufe bestanden», konnte Kantonsratspräsident Daniel Thomas Burch (FDP, Risch) gestern morgen verkünden. Gerade hatten die Kantonsräte zum ersten Mal digital abgestimmt. «Statt mich wie bisher umdrehen zu müssen, um zu sehen, wie abgestimmt wird, muss ich jetzt nur geradeaus schauen, und auch der Effizienzgewinn durch das neue System ist grossartig», sagte Kantonsrat Peter Letter (FDP, Oberägeri), der in der ersten Reihe im Rat sitzt.

Die anderen Kantonsräte machten es ihm gleich und blickten jeweils gespannt während der Abstimmung auf die grossen Bildschirme. Um sich das Abstimmungsresultat zu merken, hielten einzelne dieses auch gleich noch mit der Kamera fest. Für die Pressevertreter birgt die Anlage jedoch gewisse Tücken: Die beiden Bildschirme hinter den Kantonsratsvertretern zeigen aus Sicht der Presseplätze den Saal spiegelverkehrt. Den Regierungsräten, die auf die gleichen Bildschirme schauen, mag es gleich gehen. So wirkte es teils auf den ersten Blick, als würde die SVP eine ideologische 180-Grad-Wende vollzogen haben. «Die Vorgabe war, ein möglichst simples System einzuführen, deshalb können wir das Bild auf den zwei Bildschirmen nicht umdrehen», sagte Landschreiber Tobias Moser dazu.

Aus dem gleichen Grund sei es auch nicht möglich, die dritte Taste auf der Bedienung je nach Abstimmung zu deaktivieren. Dies hatte zur Folge, dass bei einigen der normalen Zweifachabstimmungen die Punkte nicht nur blau und rot, sondern auch gelb aufleuchteten. Grund dafür war, dass versehentlich die dritte Taste gedrückt wurde, die aber eigentlich nur für Dreifachabstimmungen gedacht ist. 15 Sekunden haben die Kantonsräte jeweils Zeit, eine Wahl zu treffen. Auch können sie innerhalb dieser Frist diese noch einmal korrigieren. «Es liess sich schon vereinzelt sehen, dass Punkte noch mal ihre Farbe geändert haben», beobachtete die Stimmzählerin Rita Hofer (Alternative-die Grünen, Hünenberg). Wichtig sei einfach, dass der Wechsel innerhalb der 15 Sekunden vollzogen werde, sonst sei es zu spät und die Wahl registriert. Was gerade bei knappen Abstimmungen Auswirkungen habe. (cg)