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Zuger Kantonsspital blickt auf schwieriges Jahr zurück

Das letzte Jahr präsentierte einige Herausforderungen für das Zuger Kantonsspital. Die Spitalleitung ist dennoch zufrieden mit den Zahlen. Mehr Sorgen bereitet die Zukunft.
Livio Brandenberg
Das Zuger Kantonsspital in Baar. Bild: Patrick Hürlimann (13. September 2017)

Das Zuger Kantonsspital in Baar. Bild: Patrick Hürlimann (13. September 2017)

Es ist ein turbulentes Jahr, welches das Zuger Kantonsspital (ZGKS) hinter sich hat. Unruhe rund um das Vorhaben, die Neugeborenenbetreuung (Neonatologie) auszubauen, der gleichzeitige Abgang von drei leitenden Ärzten in der Orthopädie sowie der Tarifeingriff des Bundesrats – mit seinen Folgen – beschäftigten die Spitalleitung. Diese zog am Mittwoch vor den Medien Bilanz – und präsentierte ein positives Jahresergebnis.

Das Ergebnis betrachtend, sprach Verwaltungsratspräsident Walter Suter von einem guten Jahr: «Wir sind zufrieden und auch froh, dass wir einen Gewinn ausweisen können, denn ehrlich gesagt waren wir über das letzte Jahr nicht immer zuversichtlich, im Plus abschliessen zu können.» 2017 resultierte für das Zuger Kantonsspital ein Jahresgewinn von 378'706 Franken. Damit liegt das Ergebnis deutlich (-68,2 Prozent) unter jenem des Vorjahrs, als noch ein Gewinn von 1,19 Millionen Franken vermeldet werden konnte.

Mehr Einnahmen aus ambulanten Leistungen

Die Gründe für diesen Rückgang seien die diversen Herausforderungen, die das Kantonsspital im 2017 zu bewältigen gehabt habe, erklärte Spitaldirektor Matthias Winistörfer. So sei etwa die Zahl der stationären Patienten zurückgegangen – dies nach einem konstanten Wachstum über die vergangenen paar Jahre (siehe Grafik). Die Spitalleitung verwies hier auf «einen schweizweiten Trend». Ebenfalls einen Rückgang gab es bei den Aufenthaltstagen, was eine Folge der Abgänge der drei Orthopäden sei, so Winistörfer. «Denn orthopädische Patienten bleiben eher sieben oder acht Tage im Spital, im Gegensatz zu anderen Eingriffen, bei denen die Patienten drei oder vier Tage bei uns sind.» Dadurch, dass weniger Patienten stationär behandelt wurden, nahm auch der Ertrag aus den stationären Leistungen ab. So stehen für das abgelaufene Jahr 58,6 Millionen Franken in der Erfolgsrechnung, knapp 3,2 Millionen weniger als im 2016.

Zugelegt haben auf der anderen Seite die Erträge aus ambulanten Leistungen: Während sie im 2016 noch bei knapp 46 Millionen Franken lagen, waren es im letzten Jahr mit 50,7 Millionen fast 5 Millionen Franken mehr.

Leitung rechnet mit Verlust für 2018

Einen Rückgang verzeichnete das ZGKS hingegen bei der Bettenauslastung, die im Berichtsjahr 86,7 Prozent betrug; im vorletzten Jahr waren es noch 92,6 Prozent gewesen. Zu den weniger gut belegten Betten sagte Direktor Winistörfer, man betreibe nun vier Betten weniger, auch wegen der Umsetzung des Prinzips «ambulant vor stationär», das seit Anfang dieses Jahres gilt. Total betrieb das Zuger Kantonsspital im letzten Jahr 186 Betten.

Spitaldirektor Matthias Winistörfer. Bild: PD

Spitaldirektor Matthias Winistörfer. Bild: PD

Mit den präsentierten Zahlen zeigte sich auch Matthias Winistörfer zufrieden. Es sei natürlich stets das Ziel gewesen, zumindest mit einer schwarzen Null zu schliessen. Während des letzten Jahres habe es dann nicht immer rosig ausgesehen, doch die Monate November und Dezember seien für das Spital sehr gut gelaufen, dies unter anderem auch wegen der Grippe. Diese habe auch bewirkt, dass die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten im ersten Quartal dieses Jahres wieder leicht angestiegen sei: knapp 1 Prozent gegenüber dem Budget.

Im laufenden Jahr sehen die Spitalverantwortlichen erneut einige Herausforderungen auf sich zukommen. Ein grosses Fragezeichen sei bei der Wirtschaftlichkeit zu setzen, sagte Verwaltungsratspräsident Suter: «Es wird nicht einfach sein, ein ausgeglichenes Ergebnis zu präsentieren.» Die Entwicklungen in der Gesundheitspolitik würden das Zuger Kantonsspital weiter fordern. Aufgrund des Eingriffs des Bundesrates in den ambulanten Arzttarif Tarmed im letzten Herbst und wegen der Liste der neu ambulant durchzuführenden Untersuchungen, die der Zuger Regierungsrats festgelegt hat, rechnet die Spitalleitung im aktuellen Jahr mit Mindererträgen von rund 2,5 Millionen Franken.

Neonatologie-Ausbaupläne weiter auf Eis

Bezüglich den Erweiterungsplänen der Neonatologie gebe es keine Neuigkeiten. «Die Pläne liegen weiter auf Eis», sagte Walter Suter am Mittwoch. Suter betonte aber, dass die medizinische Versorgung der Neugeborenen trotz der Kündigung des Zusammenarbeitsvertrages durch 13 Kinderärzte jederzeit sichergestellt gewesen sei. Kranke Neu- oder Frühgeborene würden wie bisher mit der Baby-Ambulanz des Luzerner Kantonsspitals in dortige Kinderspital oder – falls dort kein Platz mehr sei –ins Kinderspital Zürich verlegt. Seit Anfang dieses Jahres sei ausserdem ein neues Team von Fachärzten für Pädiatrie/Neonatologie aus der Region, das auch einen Pikettdienst rund um die Uhr gewährleiste, für die Neugeborenen verantwortlich.

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