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Zuger Klimastreik: Flugverbote sind bereits Realität

Am Freitag ist in Zug erneut fürs Klima gestreikt worden. Ihre Forderungen bleiben dieselben – wohl einfach stetig etwas lauter.
Fiona Bösiger
Trotz nasskaltem Regenwetter demonstrierten gegen 100 Personen auf dem Postplatz. (Bild: Maria Schmid, Zug,15. März 2019)

Trotz nasskaltem Regenwetter demonstrierten gegen 100 Personen auf dem Postplatz. (Bild: Maria Schmid, Zug,15. März 2019)

Reges Treiben herrscht auf dem Postplatz in Zug – dank der Klimademonstration kurz vor dem Mittag. Etliche selbst gemalte Plakate stechen zwischen den Regenschirmen hervor. Schülerinnen und Schüler jeglichen Alters, Studenten und Erwachsene stehen im Regen und pflichten ihren Mitdemonstranten lauthals bei. «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!», tönt es einstimmig aus der Menschenmasse. Über 1600 Klimaevents fanden an diesem Freitag weltweit statt. 25 davon in der Schweiz. Auch die Schülerin Flavia Rader steht mit ihrem Plakat in der Menge. «Als Kind ist es schwer, etwas zu erreichen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir heute hier sind und ein Zeichen setzten», erklärt sie. Und auch ihre Klassenkameradin Eveline Schniepp findet: «Probieren kann man es ja. Wenn man nichts tut, geschieht auch nichts».

Freiwilliger Verzicht auf Flugreisen

Der 24-jährige Tim Kilchsperger sagt stolz: «Wir sind die grösste gewaltfreie Jugendbewegung seit den 80er-Jahren». Durch Social Media Kanäle aber vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda an Schulen, hätten sie zur Klimademo am Freitag aufgerufen, so der Zuger. Er ist Mitglied des 10-köpfigen Organisationsteams des Klimastreiks Zug. Gemeinsam mit den anwesenden Protestlern fordert auch er von den Politikern Klimagerechtigkeit.

Trotz nasskaltem Regenwetter demonstrierten gegen 100 Personen auf dem Postplatz. (Bild: Maria Schmid, Zug,15. März 2019)

Trotz nasskaltem Regenwetter demonstrierten gegen 100 Personen auf dem Postplatz. (Bild: Maria Schmid, Zug,15. März 2019)

Die Klimaaktivisten wünschen sich die Ausrufung des nationalen Klimanotstands und bis 2030 eine Schweiz, die im Inland netto null Treibhausgasemissionen hat. Auch an den Zuger Kantonsschulen nimmt man das Problem des menschengemachten Klimawandels ernst, wie die Nachfrage bei den Verantwortlichen zeigt. «Aufgrund ökologischer Argumente, wird ganz bewusst auf die Verwendung des Flugzeugs als Transportmittel verzichtet», so Peter Hörler, Direktor der Kantonsschule Zug. Auch Markus Lüdin, Rektor der Kantonsschule Menzingen, betont, es herrsche seit der Eröffnung des Gymnasiums im Jahr 2002/2003 ein ausnahmsloses Flugverbot für sämtliche Arbeits- und Studienwochen. Dieses treffe auch auf die Maturareisen zu.

«Ich finde das Flugverbot an den Kantonsschulen ein gute Sache. Es ist wichtig, unserem Klima zuliebe», beteuert die 13- jährige Victoria Bonny, «Ich fliege auch privat nicht mit dem Flugzeug in die Ferien. Lieber nehme ich den Zug, um meine Familie in Paris zu besuchen». Währenddessen stimmen hinter ihr die Klimaaktivisten in den nächsten gemeinsamen Demospruch ein: «Sie sind herzig, sie sind klein, lasst die armen Pinguine sein». Und auf Kommando fangen alle Protestler an zu hüpfen, um warm zu werden am nasskalten Freitagmorgen. Aufgefordert, die Hände in die Luft zu strecken, hüpfen alle auf und ab. Passend dazu ruft Tim Kilchsperger ins Mikrofon: «Rauf mit dem Klimaziel, runter mit dem Co2».

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