ZUGER KOMBINAT 08: Industrieschrott – auf bizarre Weise recycelt

Junge Künstler setzen sich in der Chollerhalle mit Maschinen auseinander: Mit Automaten entlarven sie Automatismen.

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Ein Eierschneider wird im Workshop von Gabriel Obergfell (links) und Simon Berz zur Elektrogitarre. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Ein Eierschneider wird im Workshop von Gabriel Obergfell (links) und Simon Berz zur Elektrogitarre. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Wie klingt ein elektrifizierter Eierschneider? «Poetisch», findet Soundartist Simon Berz und nickt seinem Schüler anerkennend zu. Gabriel Obergfell spielt selbstvergessen auf seinem Instrument, das er an einen Verstärker angeschlossen hat. Üblicherweise erteilt Berz dem 14-Jährigen aus Neuenkirch Schlagzeug-Unterricht. Aber heute, hier in der Zuger Chollerhalle, sind die Rollen neu verteilt. Für einmal sind die beiden nicht Lehrer und Schüler, sondern Künstler, jeder für sich und doch gemeinsam.

Zerlegt, wieder zusammengebaut
«Hier passiert alles im Kollektiv», sagt Simon Berz und schaut sich in der Halle um. Auf den ersten Blick ein überdimensionierter Werkraum, aber nicht so recht ins Bild passen die Gegenstände, mit denen die Leute arbeiten: leere Monitorgehäuse, alte Filmprojektoren, Motorenteile, Industriebfälle; Kabel, Schrauben, bis zur Unkenntlichkeit zerlegte Maschinen. Aus ihnen entstehen während dieser Woche neue Maschinen, so genannte Automaten. «Die Dramaturgie entsteht durch ein Wechselspiel von parallel verlaufenden Automatismen», sagt Simon Berz. Will heissen: Die Jugendlichen und ihre Maschinen treten in eine Beziehung, sie werden Teil voneinander und finden sich darin wieder. Berz: «So sind Fehler und Konflikte programmiert.»

«Auf sich selbst eingehen»
Am Anfang der Woche stehe eine Menge kreativer Arbeit, im Zentrum aber immer der persönliche Ausdruck der Künstler und ihr Vermögen, auf Zuschauer und sich selbst eingehen zu können, sagt Berz. «Kombinat» nennt er die Plattform, welche die Interaktion und den Austausch mit anderen Kunstsparten fördern will. In diesem Rahmen inszeniert er mit anderen Künstlern kollektive Improvisationen mit audiovisuellem Hintergrund. Wie eben «Kombinat 08».

Chantal Desbiolles

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.