Zuger können Steuererklärung online einfacher einreichen

Der Regierungsrat hat beschlossen, dass die Zuger Bevölkerung ihre private Steuererklärung ab sofort ohne vorgängige Registrierung und ohne elektronische Unterschrift online einreichen kann.

Harry Ziegler
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Bisher brauchte es im Kanton Zug für die elektronische Einreichung der Steuererklärung ein Zuglogin und eine elektronische Unterschrift. Die aktuelle Coronasituation bringt für die Steuerverwaltung erhebliche betriebliche Einschränkungen mit sich – insbesondere im Scanning von Steuererklärungen auf Papier, wie die kantonale Finanzdirektion mitteilt.

Um das Risiko von unzumutbaren Verzögerungen bei den Steuerveranlagungen und dem Versand der Steuerrechnungen in den kommenden Monaten minimieren zu können, ist eine rasche Vereinfachung der Online-Einreichung unabdingbar.

Corona-bedingte Verzögerungen sollen vermieden werden.

Hohe Einreichungsquote online angestrebt

Die aktuelle Coronalage zeigt, wie wichtig eine möglichst hohe Online-Einreichungsquote bei Steuererklärungen ist. Die vom Bundesamt für Gesundheit verordneten Abstandsvorschriften führen im internen Scan-Center zu Schwierigkeiten, weil die Anzahl der Mitarbeitende im Büro beschränkt ist. Hinzu kommt, dass die Steuerverwaltung auf Mitarbeitende, die wegen Kinderbetreuungs- oder anderweitigen Unterstützungsaufgaben oder infolge Risikofaktoren verzichten muss. Dies beeinträchtigt die Effizienz beim Scanning von physisch eintreffenden Steuererklärungen und bei der anschliessenden elektronischen Weiterbearbeitung erheblich. Finanzdirektor Heinz Tännler lässt sich in der Medienmitteilung zitieren: «Ohne rasches Handeln besteht in den kommenden Monaten das Risiko unzumutbarer Verzögerungen für die Zugerinnen und Zuger bei ihren Steuerveranlagungen und -rechnungen.»

Stützungsfonds zahlt nach Ostern aus

(haz) Der Kanton Zug stellt im Sinne eines Auffangnetzes für Einzelunternehmen, Selbstständigerwerbende und kleine Unternehmen mit bis maximal 18 Vollzeitäquivalente (Lernende nicht mitgezählt), welche durch die Maschen der bereits existierenden Massnahmen fallen, einen A-fonds-perdu-Beitrag von 20 Millionen Franken zur Verfügung. Damit sollen Filialschliessungen, Konkurse, Kündigungen und weitere einschneidende negative Folgen verhindert oder abgefedert werden. Der Unterstützungsfonds ist subsidiär und in Ergänzung zu den vom Bundesrat beschlossenen Covid-19-Massnahmen. Die Gesuche werden einzeln geprüft und die Beitragshöhe bemisst sich an der individuellen Situation der Antragstellenden und möglicher Vorleistungen durch Bund, Kreditgeber oder andere Möglichkeiten, den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren. Eine Kommission entscheidet basierend auf Empfehlung von externen ausserkantonalen Experten über Beiträge zu Lasten des Stützungsfonds. Aufgrund der zu erwartenden hohen Anzahl an Gesuchen können Entscheide nur summarisch begründet werden. Es besteht kein Anspruch auf Ausrichtung eines Beitrags. Fragen im Zusammenhang mit dem Prozess und dem Formular beantwortet ausschliesslich die dafür eingerichtete Helpline unter Telefon 041 767 01 20. Weitere Informationen und das Antragsformular finden sich ab Ostern auf: www.zg.ch/behoerden/finanzdirektion/direktionssekretariat

Der Kanton Zug bietet seit 2016 mit Zuglogin eine bewährte Plattform an, über welche die Bevölkerung und die Unternehmen ausgewählte Online-Dienste von kantonalen und gemeindlichen Behörden nutzen können. Seit Frühling 2018 können mit Zuglogin auch Steuererklärungen elektronisch eingereicht werden. Derzeit werden rund 10 Prozent der privaten Steuererklärungen mittels Zuglogin eingereicht. Um diese Online-Einreichungsquote erhöhen zu können, setzt der Regierungsrat nun auf ein vereinfachtes Einreichungsverfahren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. «Die elektronische Einreichung der Steuererklärung soll nicht nur einfach, sondern auch sicher sein», hält Finanzdirektor Heinz Tännler fest. Um dies erreichen zu können, ist die Online-Einreichung der privaten Steuererklärung künftig ohne vorgängige Registrierung und ohne elektronische Unterschrift möglich. Für erweiterte Dienste, die höhere Anforderungen an die Identifikation stellen (z.B. Zugriff auf eingereichte Vorjahresdaten oder die Abfrage bisheriger Zahlungen), bleibt Zuglogin bestehen. Künftig genügt es bei der Online-Einreichung die auf dem Steuererklärungsformular links oben aufgedruckte achtstellige Personennummer (Pers ID) und die rechts oben über dem Barcode aufgedruckte zehnstellige Geschäftsfall-Nummer einzugeben. Die vereinfachte Einreichung erfolgt über die bereits bestehende IT-Infrastruktur. Die erfolgreiche Einreichung der Steuererklärung wird automatisch per E-Mail rückbestätigt. Eine elektronische Unterschrift ist, wie in anderen Kantonen, nicht mehr erforderlich.

Rückstellungen wegen Corona neu möglich

Finanzdirektor Heinz Tännler zeigt sich erfreut: «Die vereinfachte Einreichung kann ab sofort genutzt werden und wird auch in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen.» Der Download von eTax sowie weitere Informationen finden sich unter www.zg.ch/tax.

Die Finanzdirektion des Kantons Zug hat beschlossen, dass Unternehmen und Selbstständigerwerbende, die direkt oder indirekt von den negativen Folgen des Coronavirus betroffen sind, können in der Jahresrechnung 2019 eine steuerliche Rückstellung von maximal 50 Prozent des Gewinns, respektive des selbstständigen Erwerbs bilden. Dies bis maximal zum Betrag von 500000 Franken. Diese ausserordentliche Rückstellung 2019 ist in der Jahresrechnung 2020 wieder aufzulösen. Laut Finanzdirektor Heinz Tännler sollen so vor allem kleine und mittlere Betriebe entlastet werden. Was nicht ausschliesse, dass auch grosse Unternehmen davon profitieren könnten. Wichtig sei, dass plausibel dargelegt werden kann, dass ein Unternehmen betroffen ist. Im Idealfall kostet diese Lösung den Kanton Zug nichts, da die gebildete Reserve 2020 wieder aufgelöst werden muss.

Die nun präsentierte Lösung hat sich aus Begehren von Unternehmen, Treuhändern und Steuerberatern ergeben, die an die Finanzdirektion gelangten.