Zuger Kulturinstitutionen hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung

Auch für das Kunsthaus Zug und die lokalen Galerien gestaltet die Planung derzeit schwierig. Ausstellungen werden verschoben oder gestrichen. Und was passiert mit der Kunstnacht 2020?

Monika Wegmann
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Bis zu Beginn der Coronakrise zog die Ausstellung «Fantastischer Surrealismus» im Kunsthaus Zug interessierte Besucher an. Wegen der krisenbedingten Schliessung soll die Ausstellung nach Wiedereröffnung verlängert werden.

Bis zu Beginn der Coronakrise zog die Ausstellung «Fantastischer Surrealismus» im Kunsthaus Zug interessierte Besucher an. Wegen der krisenbedingten Schliessung soll die Ausstellung nach Wiedereröffnung verlängert werden.

Bild: Stefan Kaiser (13. Februar 2020)

Es ist so farbenprächtig und sieht in der Vergrösserung wie ein perfekt gestaltetes Kunstobjekt aus  – das Coronavirus. Innert kürzester Zeit hat dieses es geschafft, das gesellschaftliche und kulturelle Leben zum Erliegen zu bringen: Museen, Kunsthäuser und Galerien mussten von einen auf den anderen Tag schliessen. Auch die Kulturschaffenden sind betroffen, denn wie Institutionen und Galerien erleiden sie dadurch Verluste.

In der Region Zug mussten aktuelle Ausstellungen kurz nach der Eröffnung wieder schliessen. Nun warten alle sehnlichst auf den Entscheid des Bundesrates, ob Galerien und Museen ab 11. Mai oder ab 8.  Juni wieder öffnen können.

Kunsthaus-Fest ist abgesagt

Im Kunsthaus Zug sollte die Ausstellung «Fantastischer Surrealismus» bis 24. Mai laufen, doch Mitte März war Schluss. Direktor Matthias Haldemann rechnet mit einer Wiedereröffnung ab 8. Juni und sagt: «Die jetzige Ausstellung soll bis Sommer verlängert werden. Deshalb wird die für diese Zeitspanne geplante ‹Hommage an Christine und Peter Kamm› verschoben. Das Fest zum 30-Jahr-Jubiläum ‹Kunsthaus an der Dorfstrasse› vom 6. Juni soll erst im nächsten Jahr stattfinden.» Wie Haldemann weiter ausführt, laufen derzeit verschiedene Abklärungen, welche die kommenden Aktionen betreffen.

Das Kunsthaus hatte zwar die Türe zu, trotzdem konnte es besucht werden, allerdings nur virtuell. Haldemann sagt:

«Wir haben einige neue Aktionen für das Internet aufbereitet.»

Neben dem digitalen Rundgang durch die Ausstellung oder der Stiftung Sammlung Kamm sei besonders die Kunstvermittlung auf Interesse gestossen, wie die «Kunst über Mittag» oder das Angebot für Schulen und Familien. «Durch die Schliessung haben wir neue Instrumente entwickelt, diese werden wir künftig weiterhin nutzen. Das Internet bietet eine Informationsmöglichkeit, man kann hier aber nicht so viel vermitteln wie beim originalen Werk vor Ort, beispielsweise über die Oberfläche, Struktur oder das Format. Das Virtuelle ist eine Ergänzung. Es erreicht sogar die Leute, die selten in ein Museum gehen, und wir haben festgestellt, dass Menschen, die alleine leben, dankbar für unser Angebot sind.

Renggli-Shop öffnet zuerst

«Das ist jetzt eine schwierige Situation für uns. Wir hatten bereits alles für die nächsten zwei Jahre geplant», sagt die Zuger Galeristin Carla Renggli. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, hänge davon ab, wie der Bundesrat entscheide: entweder ab 11. Mai oder 8.  Juni. «Den Shop werde ich bereits am 11. Mai öffnen. Da die Ausstellung von Gabi Fuhrimann nur kurze Zeit zu sehen war, wird sie eventuell bis 23.  Mai verlängert.»

Carla Renggli weist darauf hin, dass die Ausstellung von Monika Feucht vom 25. April bis 30. Mai gestrichen worden ist. Sie werde versuchen, einen späteren Termin zu finden. Momentan bereitet sie die Präsentation der Werke von Esther Löffel vor. «Wenn alles rund läuft, können wir am Mittwoch, 10. Juni, mit ihren Bildern die Galerie wiedereröffnen, natürlich unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Wegen der Unsicherheit versuchen wir, alle Termine für Einladungen und Plakate kurzfristig zu halten.»

Eröffnung mit Voranmeldung

In der Galerie von Urs Reichlin in Zug wird bereits eine neue Ausstellung mit dem Solothurner Künstler Reinhard Fluri vorbereitet, nachdem die letzte mit M.S. Bastian/Isabelle L. frühzeitig beendet werden musste. «Wir hoffen, dass wir ab 13. Mai weiterarbeiten können», sagt Urs Reichlin. «Allerdings haben wir für die Eröffnung der Fluri-Ausstellung eine Voranmeldung geplant.»

In der Galerie Billing Bild in Baar gibt es eine Änderung: Die Bilder von Lea Achermann werden neu bis Sommer gezeigt. Gert Billing sagt:

«Wir hoffen auf den 11. Mai, denn auch für uns ist das alles jetzt sehr schwierig.»

Die Planungssicherheit vermisst auch Maria Ziegler, Galeristin der Z-Galerie in Baar. «Der ganze Kalender ist durcheinandergeraten. Ich habe mich für die Weiterführung ab 11. Mai vorbereitet und bereits Schutzmasken aus der Apotheke erhalten. Die Abstandsregeln kann man hier gut einhalten, es hat Platz genug. Auch die Bedienung an der Vernissage wird Masken tragen.»

Weil Myriam Arnelas nur eine Woche ihre Malerei zeigen konnte, wird bis 20. Juni verlängert: Am 14. Juni ist ein Apéro geplant. An der Parallel-Ausstellung von Myriam Arnelas im kantonalen Verwaltungsgebäude musste die Vernissage abgesagt werden. Wie Maria Ziegler informiert, wird auch hier verlängert und die Werkschau mit einer Finissage am 9. Juni abgeschlossen. Verschoben hat die Z-Galerie zudem die geplante Ausstellung mit Annemie Lieder.

Zuger Kunstnacht: Noch ungewiss

Ob die Zuger Kunstnacht am 19.  September durchgeführt werden kann, ist derzeit noch offen. Aus den Galerien ist zu hören, dass die Vorplanung bereits läuft. Mitorganisatorin Carla Renggli sagt: «Es ist schwierig, wir müssen flexibel planen, damit wir so schnell wie möglich reagieren können. Abgemacht ist, dass wir mit einem Entscheid bis Juni warten.»