Leserbrief
Zuger Lesermeinungen zur Initiative für mehr bezahlbaren Wohnraum

Zur Abstimmung über die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen»

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Am 9. Februar stimmen wir über die Initiative des Mieterverbandes für mehr bezahlbaren Wohnraum ab. Mit weiterem staatlich subventionierten Wohnungsbau soll dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum begegnet werden. In den Kampagnen sowohl der Befürworter wie der Gegner dieses Volksbegehrens findet jedoch die Tatsache, dass die Bevölkerung der Schweiz einwanderungsbedingt jährlich um die Grösse einer Stadt wie Luzern zunimmt kaum Erwähnung. Eine wesentliche Ursache für die massive Verteuerung des Bodens hierzulande liegt denn auch in den stetig wachsenden Bevölkerungszahlen. Ein Trend der in den 1970er Jahren einsetzte und seither ungebrochen anhält. In einem Land wie der Schweiz mit nur begrenzt zur Verfügung stehendem Territorium stösst letztlich jedes Wachstum an seine Grenzen. Dieses Wachstumsdenken ist eine der Hauptursachen exorbitant steigender Bodenpreise und einem, gerade in urbanen städtischen Regionen akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

Otto Rölli jun., Menzingen


Eine Quoten-Lösung ist immer eine schlechte Lösung, weil sie nicht differenziert und den gegebenen Umständen vor Ort nicht gerecht wird. Die geforderten 10 Prozent sind eine willkürliche Annahme. Sie können an einem Ort einmal zu hoch und in einem anderen zu tief sein.

Ein Vorkaufsrecht für Kantone und Gemeinden beim Erwerb von Grundstücken ist sozialpolitisch ungerecht und benachteiligt private Eigentümer und Landbesitzer.

Mit dem «Fonds de Roulemont» verfügt der Bund über effiziente Mittel, die bedürfnisgerecht und gezielt eingesetzt werden können. Der «Fonds de Roulemont» wird bei einer Ablehnung der Initiative mit 250 Millionen Franken aufgestockt. Schweizweit gibt es genug Mietwohnungen zu tragbaren Preisen. Die Initiative schiesst weit über das Ziel hinaus. Die Umsetzung würde die öffentliche Hand sprich den Steuerzahler viel Geld kosten. Die Bürokratie rund um das Bauen würde weiter massiv zunehmen.

Die gemeinnützigen Wohnbauträger können ihrer Verantwortung im Bereich des sozialen Wohnungsbaues auch ohne diese Initiative vollauf gerecht werden.

Aus diesen Gründen lehne ich die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» ab.

Urs Niederberger, Tarlac City, Philippinen