Zuger Letzibuzäli: Ein Drehbuch mit dem richtigen Mix

In diesem Jahr gibt es beim Umzug am Fasnachtssamstag 44 Nummern zu bestaunen. Ein Wagen hat einen speziellen Zweck.

Marco Morosoli
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Die Umzugschefin Andrea Sidler Weiss (Mitte) mit ihren Helfern Jael Plüss und Alex Odermatt.

Die Umzugschefin Andrea Sidler Weiss (Mitte) mit ihren Helfern Jael Plüss und Alex Odermatt.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. Februar 2020)

Andrea Sidler Weiss ist seit fünf Jahren Umzugschefin der Letzibuzäli im Zuger Westen. So genau an einem Datum festmachen, kann sie ihre Berufung allerdings nicht mehr und richtet deshalb ihren Blick fragend in Richtung Alex Odermatt. Der Name des Bruders des letztjährigen Prinzen André II. hat innerhalb der Letzibuzäli-Vereinigung Gewicht. Er hat den Umzug schliesslich mehr als 20 Jahre verantwortet.

Ein Merkmal dabei: Er ist immer wieder einmal durch einen oder zwei Wagen ergänzt worden. Mittlerweile umfasst der Umzug 44 Wagen. «Mehr geht fast nicht mehr», sagt Andrea Sidler Weiss. Wichtig seien dabei auch der richtige Mix und eine gehörige Portion Gelassenheit. Dies deshalb, weil es vorkommen kann, dass im September noch niemand die nächste Fasnacht auf dem Radar habe. Es gebe dann sogar solche Interessenten, so Andrea Sidler Weiss, welche sich erst im neuen Jahr anmelden würden. Aber auch bei diesem Anlass müsse es einen Anmeldeschluss geben.

Die aktuelle Umzugschefin der Letzibuzäli-Zunft hat sich deshalb mit Yael Plüss eine junge Kraft in die Gruppe Umzug geholt. Sie weiss wie mit Computern umzugehen ist und hat ein Formular entworfen, mit dem sich die Interessierten online einschreiben können. Künftig erhält jeder, der sich anmeldet, automatisch eine Antwort. «Manchmal sind aber auch Ermahnungen sehr hilfreich», erzählt Andrea Sidler Weiss und fährt fort: «Wir haben eine Gruppe gehabt, welche sich erst kurz vor Torschluss bei uns gemeldet hat. Im Jahr darauf ist ihre Anmeldung schon am Aschermittwoch erfolgt.» Generell aber glaubt sie, dass sich die Arbeit mit der Möglichkeit der Online-Anmeldung vereinfachen lässt.

Es versteht sich von selbst, dass die Umzugsreihenfolge so erfolgt, dass der aktuelle Letzibuzäli-Prinz Gregor I. im 6. Wagen seinen Untertanen zujubeln kann. Den «Besenwagen» machen heuer die Hirse Geister aus Cham. Kurz vorher läuft übrigens noch ein weiterer Wagen der Letzibuzäli mit. Er heisst schlicht «Sammelwagen». Im Gegensatz zur Fasnacht in Baar, die Plaketten verkauft, welche die Qualität eines Eintrittsbilletts haben, setzen die Letzibuzäli auf freiwillige Spenden. Andrea Silder Weiss wie auch Alex Odermatt weisen darauf hin, dass die Kosten für den Umzug bei rund 20000 Franken liegen würden. «Trotzdem könnten wir ohne zahlreiche freiwillige Helfer gar keinen Umzug mehr durchführen», will Alex Odermatt auch noch erwähnt haben. Geld in die Kassen der Letzibuzäli spült auch die Verlängerung der Umzugsaktivitäten auf dem Stierenmarktareal. Diese Lebuzenmeile erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit.

Abordnungen werden andernorts zu sehen sein

Nach dem grossen Umzug am Fasnachtssamstag herrscht bei den Letzibuzäli aber nicht gleich Katerstimmung. Der aktuelle Prinz Gregor I. und sein Gefolge nehmen mitsamt Wagen am Baarer Fasnachtsumzug teil. Dort sind übrigens auch Wagen zu sehen, die tags zuvor im Zuger Westen auf ihrer Premierenfahrt unterwegs gewesen sind.

Abordnungen der Letzibuzäli sind an vielen weiteren Anlässen im und um den Kanton Zug herum zu sehen. Die Agenda der Stadtzuger Fasnachtsgesellschaft ist auf www.lebuz.ch lückenlos aufgeschaltet. Der letzte grosse Auftritt ist die Präsenz am Fasnachtsumzug in Hünenberg. Bereits jetzt ist klar, dass am 11. November um 11.11 Uhr im Zuger Pulverturm der nächste Prinz öffentlich gemacht wird. Nach der Fasnacht ist bei den Letzibuzäli halt schon immer vor der Fasnacht. Und das mittlerweile auch schon seit 1983.