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Zuger Maturand bringt Licht ins Crypto Valley

Der Zuger Robin Gibson hat sich in seiner Maturaarbeit mit Kryptowährungen beschäftigt. Er räumt darin mit häufigen Missverständnissen zu Begriffen wie Blockchain und Bitcoin auf und bietet eine Anleitung für Anfänger.
Laura Sibold

Auch wenn Zug schon des längeren als Crypto Valley gilt: Kryptowährungen sind für viele Einwohner noch immer etwas Suspektes. Geht es um digitale Währungen, scheint zwar jeder oberflächlich etwas zum Gespräch beitragen zu können – kommt es jedoch zu Details, wissen nur noch wenige Bescheid. So ging es auch Robin Gibson. Der Maturand an der Kantonsschule Zug hat deshalb seine Maturaarbeit unter dem Titel «Kryptowährungen erklärt für Anfänger» geschrieben und sie kürzlich präsentiert.

Der Zuger Maturand Robin Gibson gibt seine Erfahrungen mit Kryptowährungen weiter. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 12. März 2019)

Der Zuger Maturand Robin Gibson gibt seine Erfahrungen mit Kryptowährungen weiter. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 12. März 2019)

Seine Faszination für das Thema erklärt der 18-Jährige an einem Beispiel: «Im Jahr 2010 bekam man für 10000 Bitcoins noch zwei Pizzen. Hätte ich damals – statt die zwei Pizzen zu bestellen – dieses Geld in Bitcoin investiert, hätte ich heute 37 Millionen Franken.» Denn der Kurs der digitalen Währung Bitcoin hat bis Ende des Jahres 2017 stetig an Wert zugelegt.

Investition hat sich für ihn leider nicht gelohnt

Anfangs sei es herausfordernd gewesen, sich in die Thematik einzuarbeiten, gesteht Gibson. «Mein Ziel war es, das komplexe Thema möglichst verständlich zu vermitteln, damit es auch Personen verstehen, die sich bisher nicht gross mit Kryptowährungen befasst haben.» Aus diesem Grund räumt der Maturand zu Beginn seiner Arbeit mit häufigen Missverständnissen auf. Viele Leute würden zum Beispiel glauben, man könne in Blockchain investieren. «Das ist aber nicht möglich, da Blockchain nur die Technologie ist, auf der Kryptowährungen wie etwa Bitcoin aufgebaut sind», erklärt Gibson. Es gebe grundsätzlich eine Blockchain pro Währung.

Begriffe einfach erklärt

Kryptowährung: Eine digitale Währung, bei deren Handel Prinzipien der Kryptografie – also der Verschlüsselung – angewandt werden, um ein dezentrales und sicheres Zahlungssystem zu schaffen. Es gibt mittlerweile über 1500 Kryptowährungen.
Blockchain: Dezentrale Technologie, auf der Kryptowährungen basieren. Sie besteht aus einer erweiterbaren Liste von Datensätzen, welche miteinander verkettet sind. Jede Transaktion kann so zurückerfolgt und nicht mehr verändert werden.
Bitcoin und Ethereum: weltweit grösste Kryptowährungen. Bitcoin war die erste davon, auf der die anderen Kryptowährungen aufgebaut wurden, Ethereum ist in Zug entstanden.

Zudem sei es ein Irrglaube, dass die Blockchain-Technologie Kryptowährungen in jedem Fall sicher mache. Man könne die Blockchain zwar praktisch nicht hacken, dennoch könne ein geschickter Dieb durch menschliche Fehler Cryptocoins stehlen. Noch grösser sei allerdings das Risiko, durch grosse Kursschwankungen Geld zu verlieren. Robin Gibson hat im Rahmen seiner Arbeit auch selber etwas Geld in Kryptowährungen investiert. «Da die Gebühren bei der Ein- und Auszahlung jedoch sehr hoch waren, war das für mich nicht rentabel. Gewinn habe ich mit meinem kleinen Betrag keinen gemacht», sagt der Sohn von ALG-Politikerin Tabea Zimmermann Gibson, die als Vizepräsidentin im Grossen Gemeinderat (GGR) der Stadt Zug tätig ist.

Dezentrale Währungen erhöhen Systemeffizienz

Die Bewertung der Maturaarbeit steht noch aus. Je nachdem, wie sie ausfalle, könne er sich gut vorstellen, seine Schritt-für Schritt-Anleitung auch anderen zugänglich zu machen, sagt Robin Gibson, der in Betracht zieht, nach der Matura Wirtschaft zu studieren. «Wer in Kryptowährungen investieren will, sollte sich aber immer bewusst sein, dass diese sehr volatil sind und man sein Geld schnell verlieren kann.»

Dies zeige auch die Entwicklung des Bitcoin-Kurses. Den höchsten Wert erreichte die Kryptowährung am 17. Dezember 2017, als ein Bitcoin rund 19665 Franken kostete. Kurz darauf platzte die Blase jedoch und der Wert eines Bitcoins sank massiv. Einige Bitcoin-Kenner sprechen anlässlich des hohen Wertzerfalls bereits vom «Kryptowinter». Robin Gibson wagt in seiner Maturaarbeit keine detaillierte Zukunftsprognose.

Tatsache sei aber, dass Kryptowährungen trotz einiger Gefahren neue Türen im Finanzbereich öffnen würden. Zudem seien sie als belebende Konkurrenz für die bestehenden Währungen zu sehen. Die breite Masse sei Kryptowährungen gegenüber jedoch noch skeptisch. «Die starken Schwankungen schrecken aber noch immer viele Leute ab. Wenn aber so wenig Geld in der Währung steckt, kann sie sich nicht stabilisieren. Es ist ein Teufelskreis», bedauert der Maturand. Ob die Attraktivität des Crypto Valleys dennoch andauert, bleibt abzuwarten.

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