Zuger Mentoring für stellensuchende Personen über 50 nimmt Fahrt auf

Mentoring für ältere Stellensuchende hat sich als wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Kanton Zug etabliert und wird seit rund zweieinhalb Jahren vom Verein für Arbeitsmarktmassnahmen (VAM) auch im RAV Zug eingesetzt.

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(haz) Das «Mentoring Angebot 50 plus» des RAV Zug bietet Stellensuchenden über 50 Begleitung durch eine Mentorin oder einen Mentor im Bewerbungsprozess. Entstanden ist die Idee im Rahmen der Zuger Kampagne «Alter hat Potenzial». Das Programm hat sich laut Medienmitteilung des Vereins für Arbeitsmarktmassnahmen bereits in der Pilotphase als wichtiges Angebot für die erfolgreiche Wiedereingliederung im ersten Arbeitsmarkt bewährt.

Nun lud der Verein für Arbeitsmarktmassnahmen (VAM), zu dem auch das RAV Zug gehört, zum Informationsabend und Erfahrungsaustausch ein. Rund zwei Drittel aller ehrenamtlich tätigen Mentorinnen und Mentoren leisteten der Einladung Folge und bekräftigten abermals ihr Interesse und Engagement an der Zusammenarbeit mit dem VAM.

Gegenläufige Trends machen Arbeitssuche anspruchsvoll

Klar ist, dass es mit Bezug auf die über 50-jährigen zwei gleichläufige Trends gibt, welche die Stellensuche anspruchsvoll machen. VAM-Geschäftsführer Fredy Omlin lässt sich in der Medienmitteilung zitieren:

«Erstens gibt es aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Stellensuchende im entsprechenden Alterssegment, zweitens steigen die Hürden, sich im Arbeitsmarkt wieder zu Fuss zu fassen.»

Die Erfahrungen des VAM sowie der Mentorinnen und Mentoren zeigen jedoch, dass es auch für über 50-jährige möglich ist, sich neu zu orientieren und eine neue Stelle zu finden. Der Programmverantwortliche Andreas Stocker ist überzeugt: «Die Stellensuche ist jedoch mit einem grösseren Engagement verbunden und erfordert mehr Zeit, Flexibilität, Lern- und Veränderungsbereitschaft als bei anderen Altersgruppen.»

Umso wichtiger sei es, dass Stellensuchende über 50 ihr Profil, ihre Vorzüge, ihren Mehrwert und ihre Bewerbungsstrategie kennen und eine klare Vorstellung davon entwickeln, sich mit dem Arbeitsmarkt zu verbinden. In der Hitze des Gefechtes und dem Wunsch nach einer baldigen Anstellung gehen oft Informationen und Erkenntnisse verloren und es ist genau da, wo Mentoring wirksam ansetzen kann.

Mentorinnen und Mentoren bringen ihr berufliches Wissen ein

Zudem verändert sich die Arbeitswelt aufgrund der digitalen Transformation rasant, was Chancen und Risiken bei der Stellensuche mit sich bringt. Auch hier wollen die anwesenden Mentorinnen und Mentoren einen Beitrag leisten, denn sie stehen ja selber aktiv in der Berufswelt und sind vom Wandel betroffen bzw. gestalten diesen mit. Und genau darum gehe es auch für Stellensuchende, nicht nur, aber vor allem über 50: Um die Frage, bin ich dem Wandel ausgeliefert oder liefere ich selber einen Beitrag dazu, stehe ich also auf Verlierer- oder Gewinnerseite? In diesem Umfeld bilden Mentorin bzw. Mentor und die/der Stellensuchende während mehrerer Wochen ein «Tandem» und treffen sich regelmässig. Zur Zeit sind 15 Tandems unterwegs. Die Erfolgsquote in der Pilotphase im Jahre 2019 lag bei 31 Prozent. Das ehrenamtliche Engagement wurde von Gianni Bomio, Präsident des VAM, deshalb mit folgenden Worten an die Mentorinnen und Mentoren gewürdigt: «Wir bedanken uns sehr für euren Einsatz und werden euer Engagement auch in Zukunft brauchen. Es zeigt sich einmal mehr, dass Private sehr erfolgreich zur Lösung von staatlichen Aufgaben einen wichtigen Beitrag leisten können.»

Hinweis: Sind Sie Interessiert, als Mentorin oder Mentor zu engagieren? Das RAV Zug freut sich über eine Kontaktaufnahme. Fredy Omlin, Regionales Arbeitsvermittlungszentrum, Hertizentrum 6, 6303 Zug, Telefon 041 728 25 88, info@rav.zg.ch