ZUGER MESSE: Diese Spitze ist wirklich spitze

Gastkanton ist diesmal St. Gallen. Während die Bratwurst schweizweit als kulinarischer Genuss bekannt ist, überraschen die Besucher unbekanntere Seiten.

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Besucherinnen bestaunen typisch Sanktgallerisches an der Zuger Messe. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Besucherinnen bestaunen typisch Sanktgallerisches an der Zuger Messe. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Natalia Widla

Denkt man an den Kanton St. Gallen, so können einem ganz unterschiedliche Dinge in den Sinn kommen: die renommierten Hochschulen, faszinierende Naherholungsgebiete, unterschiedliche Traditionsmarken oder berühmte Namen aus Kunst und Kultur. Was viele jedoch nicht über den Ostschweizer Kanton wissen: Die erste deutschsprachige Zeitung, wenn nicht gar die erste der Welt, wurde im Jahre 1597 auf dem heutigen Kantonsgebiet, genauer gesagt in Rorschach, gedruckt.

Diese historische Tatsache machten sich die Veranstalter bei der Konzeption der Sonderausstellung des diesjährigen Gastkantons an der Zuger Messe zu nutze. «St. Galler Zeitung» lautet das entsprechende Motto. Und genauso wie eine gute Zeitung viele Seiten zu unterschiedlichen Themen enthält, zeigt die Sonderausstellung unterschiedliche Facetten des Gastkantons auf. «Mit Rapperswil liegt der Kanton St. Gallen geografisch ja quasi einen Katzensprung von Zug entfernt», sagt der Projektleiter der Sonderausstellung Ralph Engel: «Mit unserer Ausstellung wollen wir uns auch mal von weniger bekannter Seite vorstellen, Bezüge schaffen und so die gegenseitige Wertschöpfung fördern.»

Überdimensionierter Küchentisch

Das Konzept ist kreativ: Betritt der Besucher die Sonderausstellung, bewegt er sich auf einem überdimensionierten Küchentisch – Kaffeeflecken und Tassenabdrücke inklusive. An den Seiten des Raums befinden sich stilisierte Zeitungsseiten, die alle einen anderen Themenkomplex innehaben und interaktive, erlebbare Inhalte bieten.

Viele Käsesorten

So erwartet die Besucher etwa ein virtuelles Panorama des Toggenburg oder ein Stadt-Land-Memory zur Ferienregion Heidi­land. Informationen zu den Hochschulen und kulturellen Highlights im Kanton werden an Plakatsäulen visuell ansprechend und gut bebildert vermittelt. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – neben Altbekanntem überrascht der Gastkanton mit einer Käserei: «Unsere Bratwurst ist ein Begriff», so Engel: «Dass viele beliebte Käsesorten ihren Ursprung in unserer Region haben, ist jedoch weniger bekannt.»

St. Galler Können kann man an der Sonderausstellung nicht nur schmecken, sondern auch ertasten: Unter dem Motto «Textile Innovationen» gibt es eine Vielzahl, teils weltberühmter, Stoffe und Materialschöpfungen aus dem Ostschweizer Kanton zu befühlen. Audiovisuell werden den Besuchern hingegen einige berühmte Kreativ-Schaffende aus dem Kanton vorgestellt: Hinter bewegbaren Klappen verbergen sich Bilder und originale Tonaufnahmen von St. Galler Berühmtheiten wie etwa von der Schriftstellerin Eveline Hasler, dem Kabarettisten Joachim Rittmeyer oder der Künstlerin Pipilotti Rist. Auf der gegenüberliegenden Wand des Raums werden derweil in einer Vitrine Perlen der St. Galler Wirtschaft, seien es Industrieunternehmen oder schweizweit bekannte Marken wie Frisco-Glace oder Minor-Schokolade, präsentiert. «Die Reaktionen der Besucher sind bisher sehr positiv», resümiert Ralph Engel, «die Leute sind neugierig und lassen sich auch gerne von unseren weniger bekannten Seiten überraschen.»