ZUGER MESSE: Geschäft ist Geschäft

Ein Fundstück von der Zuger Messe.

Redaktion@zugerzeitung.ch
Merken
Drucken
Teilen
Die Welt der WC-Schüsseln und Klospülungen fasziniert unseren Autor. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Welt der WC-Schüsseln und Klospülungen fasziniert unseren Autor. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Kommt seit 36 Jahren an die Zuger Messe: Ulrich Senn, Lokführer der Dampfeisenbahn. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
26 Bilder
Guilherme Bacelar präsentiert den Entsafter für Zitrusfrüchte. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der Kinderzirkus Funtistic aus der Ennetseegemeinde zieht die Zuschauer in seinen Bann. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Fast wie eine Massage: Richard Barisic erklärt zwei Messebesucherinnen den Shiatsu Body Belt. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
All das hat unsere Autorin bei ihrem Rundgang durch die Zuger Messe erbeutet. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Gabriel Galliker-Etter, Geschäftsleiter der Firma Etter, bringt unserem Autor die Fruchtbrände näher. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Besucherinnen bestaunen typisch Sanktgallerisches an der Zuger Messe. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Josef Raggam verkauft den Mixer «Choppy». Laut Herstellerangaben handelt es sich um einen Mixer, der alles mixt. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Auf dem Arenaplatz kommen Töfflibuebe auf ihre Kosten. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Valeria Huwiler aus Rotkreuz ist die charmanteste Zugerin. (Bild: PD)
Zwei Hostesssen am Stand des Gastkantons St. Gallen.
Ferkel tummeln sich an der Zugermesse in einem separaten Gehege. (Bild: PD)
Blumenverkäufer vor der Zuger Messe (Bild: PD)
Messeleiter Peter Binggeli (mitte) im Gespräch mit Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller (links) und Thomas Regli, CEO der Seewarte, am 8. Zuger Wirtschaftszmittag (26.10.2015). (Bild: PD)
Das Restaurant «Aegerital go West» ist bis auf den letzten Platz gefüllt (26.10.2015). (Bild: PD)
Köstliches Fondue aus dem Entlebuch (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Am Stand der Zuger Bäuerinnen melken Daria (links) und Shirin Keel eine Kuh. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Verwaltungsratspräsid nt Paul Langenegger (links) und Geschäftsführer Hans Ulrich Schwarzenbach haben am Stand des Zweckverbandes der Zuger Einwohnergemeinden zur Bewirtschaftung von Abfällen (Zeba) den Durchblick. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Die Sonderschau der Zeba informiert, wie Abfall richtig entsorgt werden kann. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Am Stedy-Gewürzstand gibt es etwas zu gewinnen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Der Gastkanton St. Gallen präsentiert sich auf einer überdimensionalen Zeitung. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Darfs einen neuen Parkettboden sein? (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Ein Prosit auf die Eröffnung der Zuger Messe (24.10.2015). (Bild: PD)
Gäste warten an der offiziellen Eröffnung auf das Essen. (24.10.2015). (Bild: PD)
Messeleiter Peter Binggeli (links) im Gespräch mit Regierungsrat Heinz Tännler während der Eröffnung. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Messeleiter Peter Binggeli bei der Eröffnungsfeier. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Kommt seit 36 Jahren an die Zuger Messe: Ulrich Senn, Lokführer der Dampfeisenbahn. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Als Glurk noch vor zirka 2,4 Millionen Jahren sein Geschäft erledigte, war das alles ein wenig einfacher. Da gab es nur ihn und die Natur. Und vielleicht noch einen oder zwei Ecken der Höhle, die zu diesem Zweck tabu waren, weil Frau Glurk dort schlafen wollte oder ihr Essen lagerte. So einfach war das. Die guten alten Zeiten.

Was Glurk einfach so tun musste, ist für uns in unserem Jahrhundert zu einem regelrechten Erlebnis geworden. Das hat nichts mehr mit dem unhygienischen Steinzeitzeugs zu tun. Die weissen, bolidenartig designten Kloschüsseln am Stand bestätigen mich in meinen Ansichten und scheinen mir aufmunternd zuzulachen.

Nein, alles andere hat die Menschheit hinter sich. Ich fühle mich schon schmutzig, wenn ich nur daran denke. Ich mit meinen Gedanken an ungewaschene Urmenschen und Unrat in den Strassen der mittelalterlichen Städte. Scheusslich so etwas, pfui, rüge ich mich selbst und lenke mich mit den Plakaten ringsherum ab.

Da sehe ich planschende Schönheiten in unendlichen Weiten blauen Wassers, weisse Tücher, die schon sanft anzusehen sind und ebenso weisse Atelierwände, die mich meinen inneren Künstler spüren lassen. So was ist doch die moderne Art, mit demselben alten Problem umzugehen! Da hat man direkt Lust, einzutauchen in die erfrischende und aufregende Welt der Spülkästen und Kloschüsseln. Ich schwelge regelrecht durch die weissen Wunderwerke und geniesse den leisen Duft des Abenteuers, der mich von den Bildern her lockt. Doch: halt!

Plötzlich muss ich die kleinen Herzen genauer betrachten. Sind das überhaupt Herzen? Oder tatsächlich kleine Popos? In Herzform? Der Abenteuerduft ist weg. Da hilft kein Reden, Geschäft bleibt eben Geschäft. Glurk hätte sich wahrscheinlich trotzdem über ein WC mit Warmlufttrockner gefreut.

Lionel Hausheer