ZUGER MESSE: Hier wird Wissenshunger gestillt

Sehen, wie lang unser Darm ist. Oder staunen, was für ein Müllberg jährlich auf den Feldern liegen bleibt. Die Sonderschauen gewähren aufregende Einblicke.

Natalia Widla
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Essen, verdauen, ausscheiden. Die Nahrungsaufnahme und der ganze Verdauungsprozess sind Teil der Sonderschau Alimentarium. (Bild Stefan Kaiser)

Essen, verdauen, ausscheiden. Die Nahrungsaufnahme und der ganze Verdauungsprozess sind Teil der Sonderschau Alimentarium. (Bild Stefan Kaiser)

Wie jedes Jahr bietet die Zuger Messe neben den regulären Ständen auch an einer Handvoll Sonderausstellungen neue und interessante Einblicke in unterschiedliche Themenwelten. In der Sonderausstellung Alimentarium zum Beispiel dreht sich alles um die Welt des Essens, der Esskultur, der Verdauung, um Körperideale und den damit verbundenen Ansichten sowie um Dogmen quer durch alle Zeitepochen.

«Das Alimentarium ist das ‹Museum der Ernährung› in Vevey. Und weil Waadt in diesem Jahr der Gastkanton an der Zuger Messe ist, werden hier die besten Aspekte des Museums in Form dieser Sonderausstellung präsentiert», erklärt Helen Stadlin.

AMC-Berater Markus Bär brätelt Fleisch in seiner Wunderpfanne. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
22 Bilder
Finetra AG präsentiert ein Drei-Zonen-Luftbett. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Odermatt Lederwaren präsentieren Samsonit-Koffer mit limitiertem Design (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Firma Oswald mit einem dreifach Salzmühle-Set. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Essen, verdauen, ausscheiden... (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Nahrungsaufnahme und der ganze Verdauungsprozess sind Teil der Sonderschau Alimentarium. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Die Firma Energix präsentiert ein Magnetarmband mit Swarovski-Steinen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Andrea Isenegger ist die Leiterin des Informationsdienstes an der Zuger Messe. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Winter ist da: Der Stand von Tourismus Zug. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Die Selbstdarstellung "Üse Kanton". (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Im "Alimentarium" gibt es Anworten zu vielen Fragen rund ums Essen. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Nachhilfe in Ernährungsfragen im "Alimentarium". (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Volkswirtschaftsdirektor des Gastkantons Waadt, Philippe Leuba, an der Eröffnung der Messe. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Verwaltungsratspräsident der Messe Zug AG und alt Regierungsrat Paul Twerenbold spricht an der Zuger Messe 2013. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Der neue Messeleiter Peter Binggeli an der Eröffnung. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Marco Schneider stellt die Selbstdarstellung "Üse Kanton" vor. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Probieren geht über Studieren. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Peter Hegglin machst vor. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Pierre-Yves Maillard (links), Regierungspräsident vom Kanton Waadt mit Beat Villiger, Regierungsrat Zug. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Der Kanton Waadt pflanzte mit dem Kanton Zug eine Eiche beim Europaring. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Die Zuger Messe 2013. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)
Der AMC Berater brätelt Fleisch in seiner Wunderpfanne. (Bild: Christof Borner-Keller / Neue ZZ)

AMC-Berater Markus Bär brätelt Fleisch in seiner Wunderpfanne. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Wo was alles gegessen wird

Die Studentin steht den Besuchern an der Ausstellung Rede und Antwort, vieles hat sie vorher selbst noch nicht gewusst: «Es ist ziemlich faszinierend, Essen ist ja alltäglich, aber hier lernt man ganz neue Aspekte zum Thema kennen.» Zum Beispiel kann man an der Sonderausstellung nicht nur sehen, was rund um den Globus in Japan, Guatemala oder im Tschad wöchentlich so alles auf den Tisch kommt. Sondern man kann auch lernen, dass Früchte teilweise bis ins 18. Jahrhundert als gefährlich und gesundheitsschädlich verpönt waren.

Auch über die Geschichte der Schokolade und der Milch, die Ernährung von Astronauten oder Prozesse der Verdauung kann man sich im Alimentarium schlau machen – stets auf amüsante und verständliche Weise. So wird die Länge des Dünndarms an einem abrollbaren Gummischlauch demons­triert. An anderer Stelle kann man die Wassergehalte bestimmter Lebensmittel erraten oder sich durch eine erschreckende Fülle von teilweise bedenklichen Diätratgebern wühlen.

Lebensgrosse Pappkartonkörper weisen derweil auf die Veränderlichkeit von Schönheitsidealen hin. Zu finden ist das Alimentarium in der Halle A2, Stand 12.

Von Metall im Kuhmagen

Ebenfalls um Ernährung und Verdauung, aber nicht um die menschliche, geht es indirekt an der Sonderausstellung des Zuger Bauernverbandes. Der Ausstellungstitel «Dankeschön für saubere Felder» ist hier eher als Aufforderung zu verstehen. «Mit unserer Ausstellung weisen wir auf das in den letzten Jahren stetig zunehmende Problem von Littering auf Feldern und Wiesen hin», erklärt Rainer Henggeler, der als Bauer selber einen Hof und Land in Oberägeri bewirtschaftet.

Jahr für Jahr landen Hunderte Kilos an PET- und Glasflaschen, Dosen, Verpackungsmaterial, aber auch Windeln, Batterien und sonstiger Müll auf den Feldern der Bauern und können für deren Kühe lebensgefährlich werden. «Was viele nicht verstehen, ist, dass beispielsweise von unseren Mähmaschinen zerkleinertes Alu später im Tierfutter landet und von dort direkt in den Magen der Kühe wandert», erklärt Henggeler. «An unserer Sonderausstellung versuchen wir, die Menschen aufzuklären und auch etwas wachzurütteln.»

So gibt es neben mehreren Informationstafeln und einem Wissenswettbewerb auch eine Veranschaulichung des Problems in Form einer mit Müll gefüllten Plastiksäule: «Das ist nur ein Teil dessen, was am ‹Clean up Day› am 23. September dieses Jahres zusammengekommen ist. Insgesamt waren es über 1000 Kilogramm Abfall – und das nur in den Gemeinden Cham, Risch und Hünenberg.» Die Sonderausstellung des Bauernverbandes findet man am Stand 56 in der Halle A1.