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ZUGER MESSE: Von «Chrut» und «Uchrut»

Die Sonderschau zum Thema Heilkräuter berichtet von einem wichtigen Kräuterpfarrer. Gleichzeitig verfügt die Ausstellung über viel interessantes Anschauungsmaterial.
Julia Truttmann
Bei der Sonderschau gibt es diverse Kräuter zum Anfassen. (Bild: Werner Schelbert)

Bei der Sonderschau gibt es diverse Kräuter zum Anfassen. (Bild: Werner Schelbert)

Julia Truttmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Seit über 100 Jahren wird die Kräutermedizin als sanftes, aber wirksames Heilmittel gegen allerlei Krankheiten ­genutzt. Besonders zu ihrer Bekannt­machung beigetragen hat der Kräuterpfarrer Johann Künzle, indem er sie im Jahre 1911 in seinem Buch «Chrut und Uchrut» für jedermann zugänglich und verständlich machte. Diesem Kräuterpionier widmet sich an der diesjährigen Zuger Messe eine Sonderschau. Dort erfahren die Besucherinnen und Besucher alles über die Geschichte der Kräuter­medizin und die heutige Meinung über diese natürliche Heilmethode.

Seit einigen Jahren ist laut Experten spürbar, dass das Miteinander von Schul- und Naturmedizin wieder mehr anerkannt werde. «Ich denke nicht, dass man mit Kräutermedizin alles heilen kann, aber oftmals bietet sie sicher eine gute und vor allem natürliche Alterna­tive zu normalen Medikamenten», sagte die 37-jährige Jasmin Widmer aus Steinhausen, die sich die Ausstellung ansieht.

Ein Bestseller seit über 100 Jahren

Das Werk «Chrut und Uchrut» wurde bis heute über zwei Millionen Mal gedruckt und hat nach über 100 Jahren noch kein bisschen an Aktualität verloren. Das eindrückliche Werk, welches einen Zugang zu einheimischen Pflanzen und den Umgang mit diesen ermöglicht, kann am Büchertisch der Sonderschau studiert und natürlich auch erworben werden. Die Kräuter selbst hautnah erleben kann man bei der Degustation oder am sogenannten «Stücklitrog», in dem verschiedene wohlriechende Kräuter begutachtet und angefasst werden können. Dort liegt beispielsweise Kamille, die gegen Magen- und Darmbeschwerden hilft, Salbei gegen Halsschmerzen oder Blätter der Sommerlinde, die gegen Erkältung helfen. Besucherin Eva Fässler (28) aus Baar meinte begeistert: «Es ist ­wirklich interessant zu sehen, was die Kräuter, die fast in jedem Garten wachsen, ­alles bewirken können.»

Eigenverantwortung beim Thema Gesundheit

Über das Leben von Johann Künzle gibt ein Film an der Sonderausstellung Auskunft. Als der Kräuterpionier im Jahr 1857 im Kanton St. Gallen geboren wurde, besassen seine Eltern ein Bauerngut und der Vater war gelernter Gärtner. Daher verfügte Künzle bereits seit seiner Kindheit über ein grosses Pflanzen-Wissen. Er war viele Jahre als Pfarrer tätig, bevor er vor einem Ärztekollegium ein Examen ablegte, um eine «giftfreie Heilkräuterpraxis» betreiben zu dürfen. Künzle betonte oft, dass ein harmonisches und ausgewogenes Leben als Grundlage für die Gesundheit sehr wichtig sei, und sah somit die Verantwortung für die eigene Gesundheit bei jedem Einzelnen angesiedelt. Die Sonderschau an der Zugermesse gibt Auskunft über einen der wichtigsten Wegbegleiter der modernen Naturheilkunde und überzeugt mit jeder Menge Anschauungsmaterial.

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