Zuger Ombudsfrau legt ersten Bericht vor

Die Ombudsfrau des Kantons Zug, Katharina Landolf, will auch für Angestellte der Kantonsverwaltung da sein, wenn sie mit Konflikten zu kämpfen haben. Eigentlich müssten die Betroffenen allerdings zuerst alle internen Vermittlungsmöglichkeiten ausschöpfen.

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Die erste Ombudsfrau vom Kanton Zug, Katharina Landolf, hat auch ein offenes Ohr für Verwaltungs-Mitarbeitende. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die erste Ombudsfrau vom Kanton Zug, Katharina Landolf, hat auch ein offenes Ohr für Verwaltungs-Mitarbeitende. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

32 verwaltungsinterne Personalkonflikte wurden 2011 an die Ombudsstelle herangetragen. Auf ihre Vermittlungsversuche hin, habe man ihr immer wieder erklärt, ihre Stelle sei noch gar nicht zuständig, schreibt Landolf im ersten Bericht der neu geschaffenen kantonalen Ombudsstelle, der am Donnerstag publiziert wurde.

Nach ihrem Gesetzesverständnis müsse die Stelle für alle Verwaltungs-Mitarbeitenden jederzeit zugänglich sein, so Landolf. Sie sehe ihre Funktion nicht als Ersatz für verwaltungsinterne Bemühungen zur Konfliktbewältigung und auch nicht als Alternative für den Beizug der rechtlichen Beratungsmöglichkeiten bei Personalverbänden. Sie sei eine Ergänzung von beidem.

183 Fälle erledigt

Im Berichtsjahr gingen bei der Ombudsstelle 163 neue Fälle ein. 31 Pendenzen übernahm die Ombudsfrau vom Vorgängerprojekt «Vermittler in Konfliktsituationen». Von den total 194 Fällen wurden 183 erledigt. Elf wurden ins Geschäftsjahr 2012 hinübergenommen.

Von den Ratsuchenden waren laut Bericht 40,5 Prozent Frauen, 52,8 Prozent Männer, 5,5 Prozent der Anfragen kamen von Paaren oder Familien und 1,2 Prozent von juristischen Personen. Mehr als jede dritte Anfrage kam von einer Person zwischen 45 und 54 Jahren, jede vierte von einer Ausländerin oder einem Ausländer.

Neben den «Fällen» wurden 112 Anfragen von Privaten und deren 14 von Verwaltungen erledigt. Auf der Ombudsstelle des Kantons Zug arbeiten zurzeit drei Mitarbeiterinnen auf insgesamt 1,55 Vollzeitstellen. Bewilligt sind 1,7 Vollzeitstellen.

Die Einrichtung wurde am 1, Januar 2011 in Betrieb genommen. Sie löste das achtjährige Pilotprojekt «Vermittler in Konfliktsituationen» ab. Dieses war im Nachgang zum Attentat im Zuger Rathaus vom September 2001 eingerichtet worden.

sda