CYBERKRIMINALITÄT
Hunderttausende Franken verloren: Zuger Polizei warnt vor Crypto-Betrügern

Derzeit befasst sich die Zuger Polizei mit mehreren mutmasslichen Betrugsfällen, in denen Geschädigte bis zu 500'000 Franken verloren haben. Sie hatten in vermeintlich aussichtsreiche Geschäfte mit Kryptowährungen investiert.

Kilian Küttel
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«Seien Sie vorsichtig bei Investitionen, nehmen Sie sich genügend Zeit und lassen Sie sich von seriösen und etablierten Banken für Kryptowährungen umfassend beraten». Das rät die Zuger Polizei in einer Medienmitteilung, die sie am frühen Donnerstagnachmittag verschickt. Darin geben die Ermittler potenziellen Anlegern auch den Rat, Handelsplattformen und Börsen genau zu durchleuchten und die Rezensionen zu studieren, bevor sie ihnen ihre Ersparnisse anvertrauen.

Denn schlimmstenfalls kann einen das Investment teuer zu stehen kommen - namentlich, wenn man an einen Betrüger gerät. Die Zuger Polizei bearbeitet derzeit mehrere Fälle, in denen Geschädigte «Teile ihres Privatvermögens in Kryptowährungen umgetauscht» und an Betrüger überwiesen hätten. «In einem Fall ergaunerte eine unbekannte Täterschaft fast 500'000 Franken», schreibt die Polizei.

Der Chef war nicht der Chef

In einem weiteren Fall habe sich ein unbekannter Täter auf dem Messengerdienst Telegram als Geschäftsführer einer Firma ausgegeben und einem Angestellten aufgetragen, ihm Kryptowährungen für 200'000 Franken zu beschaffen. Laut der Mitteilung ging der Angeschriebene davon aus, dass sich tatsächlich sein Chef bei ihm gemeldet habe - und überwies ihm das Geld: «Erst nach der erfolgten Investition bemerkte der Mitarbeiter, dass der Benutzername und die E-Mail-Adresse verfälscht waren.»

Deshalb sollen Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Betrugsmasche aufmerksam machen, so die Zuger Polizei. Zudem sollen Zahlungsaufforderungen und Investitionsanweisungen auf einem zweiten Kommunikationskanal verifiziert werden. «Am Sichersten ist ein persönliches Telefongespräch und direkte Rückfragen beim Auftraggeber wie beispielsweise dem CEO.»