Zuger retten die Luzerner Fasnacht

Fünf Zuger Fasnächtler machten sich am Güdismontag in besonderer Mission auf in den Nachbarkanton. Mit durchschlagendem Erfolg.

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Prosten auf den fasnächtlichen Frieden an: Weyzunftmeister  Robert, Letzibuzäliprinz Charly I. und  Fritschivater Louis mit Weibel Ruedi (von links). (Bild: PD)

Prosten auf den fasnächtlichen Frieden an: Weyzunftmeister Robert, Letzibuzäliprinz Charly I. und Fritschivater Louis mit Weibel Ruedi (von links). (Bild: PD)

Mit allergrösster Besorgnis habe er von den Unstimmigkeiten zwischen der Wey- und der Safranzunft erfahren, liefert Charly I., Prinz der Zuger Letzibuzäli, den Grund, warum er gestern «zur Rettung der Luzerner Fasnacht» nach Luzern geeilt ist. Begleitet von seinen Prinzessinnen Ursula und Emanuela sowie Ehrenzunftmeister Georges I. Felber und alt Stadträtin und Prinzessin Andrea Sidler nahm er den beschwerlichen, langen und gefährlichen Weg nach Luzern auf sich.

Exklusiver Tropfen

Gross war die Freude über den nicht ganz so ernst gemeinten Besuch der Zuger in Luzern. Dies vor allem auch dank des exklusiven «Friedensbechers», in Form von Stadtzuger Riesling, mit dem die Oberhäupter und ihre Entourage auf den Luzerner Fasnachtsfrieden und einen erfolgreichen Fasnachtsendspurt prosteten. Nur wenige Flaschen des einzigen Stadtzuger Weins werden aus Trauben im Guggi von einer Interessengemeinschaft jährlich produziert, den die Zuger «noch in allerletzter Minute» für ihre Friedensmission organisiert haben.

Nicht nur die Oberhäupter zeigten sich ob des Zuger Überraschungsbesuchs höchst erfreut: Auch zahlreichen Zünftlern und gar Froschprinzessinnen hatten es die Zuger angetan. Weyzunftmeister Robi sagte gar zu seinem Weibel Herbert: «Ich will auch Prinzessinnen», lachte und nickte in Richtung der Zuger Entourage. «Bis nächstes Jahr – ihr sind rüüdig geili Sieche. Mir bliibed im Kontakt ...», die Sprache der Fasnacht kennt offenbar weder Gemeinde- noch Kantonsgrenzen.

Charly Keiser