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Der Zuger Schauspieler Philip Weber spielt in grossem Theaterprojekt mit

Ein grosses Theaterprojekt mit 40 Profi- und Laienschauspielern unter der Leitung von Annette Windlin feiert Ende April in Emmenbrücke Premiere. Mit dabei sind vier Zuger, darunter der Theaterpädagoge und Lehrer Philip Weber.
Cornelia Bisch
Philip Weber aus Zug spielt die Rolle eines teuflischen Schattens. (Bild: Stefan Kaiser, 3. April 2019)

Philip Weber aus Zug spielt die Rolle eines teuflischen Schattens. (Bild: Stefan Kaiser, 3. April 2019)

Es ist ein Grossprojekt, das seinesgleichen sucht: Über 5000 Quadratmeter auf fünf Etagen der ehemaligen Spinnerei Nylon-6 der Viscosistadt in Emmenbrücke bespielen Regisseurin Annette Windlin und ihre 40 Profi- und Laienschauspieler. Das Stück von Martina Clavadetscher trägt den Titel «Gedächtnispalast». Teil des Ensembles sind die vier Zugerinnen und Zuger Franziska Bachmann Pfister, Philip Weber, Sandro Tobler und die Kostümschneiderin Ursi Keusch.

«Die Fabrik in Emmenbrücke ist der ideale Schauplatz für dieses Stück, bei dem sich die Zuschauer frei bewegen», stellt Theaterpädagoge und Lehrer Philip Weber fest. Nicht nur das Publikum, sondern auch die Darsteller kursieren zwischen den verschiedenen Ebenen und Schauplätzen hin und her. Jede Szene wird pro Vorstellung dreimal wiederholt. Es ist ein Schauspiel, das sich im steten Fluss befindet, 60 Szenen, die wie Puzzlestücke ineinandergreifen. «So erlebt jede Person das Stück auf ihre Weise, niemand sieht die ganze Geschichte», heisst es auf der Homepage der Theaterproduktion.

Abfallkunst als Kulisse

«Viele der Szenen und Schauplätze gleichen einer Kunstinstallation. Man fühlt sich fast wie in einem Museum», berichtet Weber. Ein Turm aus alten Heliomaltbüchsen, ein grossflächiges Arrangement aus Heiligenbildern, Myriaden von Honiggläsern, die farblich sortierte Kartonsterne enthalten, gestalten – kunstvoll beleuchtet – die Schauplätze aus.

«Annette Windlin räumte das Haus dreier Geschwister aus, die einfach alles gesammelt hatten», erzählt Weber. Ein Grossteil der Installationsmaterialien stamme aus deren Haushalt. «Eine Hausräumung setzt ja immer eine Vielzahl an Erinnerungen frei. Auch dieser Umstand prägte die Entwicklung des Stücks.»

Geprobt wurde ab Spätsommer 2018 direkt in der Fabrik, während sich die Räumlichkeiten durch die kunstvolle Arbeit des Bühnenteams unter der Leitung von Ruth Mächler kontinuierlich veränderten. «Im Winter mussten wir pausieren, da die Fabrik nicht beheizt werden kann.»

Diabolische Schattenfigur

Philip Weber selbst spielt die Rolle des teuflischen Schattens des von Macht- und Geldgier getriebenen Hannes. Auf der Suche nach sich selbst verliebt sich dieser in die stille Marga und tut alles, um sie für sich zu gewinnen. «Marga lebt in ihrem eigenen Gedanken- und Erinnerungspalast gemeinsam mit Bruder Beni, der sich selbst als König bezeichnet.» Sie sei der pure Gegensatz von Hannes, aber seltsam fasziniert von ihm.

«Der diabolische Schatten ist wie eine sichtbare Imagination. Hannes spricht ihn zwar direkt an, er ist aber eigentlich nur die Ausgeburt seiner Gedanken.» Der Schatten sei manipulativ wie Fausts Mephisto, ein düsteres Rumpelstilzchen, das versuche, Hannes auf die schiefe Bahn zu bringen.

«Für mich war die Rolle anfänglich schwer fassbar», erläutert der Pädagoge. Als Schauspieler interessiert ihn das sukzessive Hineinfühlen, Hineinwachsen in eine Figur. «Auf der Bühne eine ganz andere Person zu sein, mich mit dem Eigenleben der Figur auseinanderzusetzen und verschiedene Facetten auszuprobieren, reizt mich.» Auch das Zusammenspiel mit anderen empfindet er als sehr erfüllend. «Eine Szene immer wieder zu proben, Varianten durchzuspielen, der Figur eine eigene Biografie zu geben, ist ein spannender Prozess, der so im alltäglichen Leben sonst nicht stattfindet. Da heisst es, vorbei ist vorbei.»

Es ist dies sein erstes Projekt als Schauspieler mit Regisseurin Annette Windlin, die Philip Weber während seiner Ausbildung zum Theaterpädagogen kennenlernte. Als Lehrer an der Fachmittelschule Zug (FMS) inszeniert er jeweils selbst Theaterprojekte.

«In den ‹Gedächtnispalast› einzutauchen, ist auf jeden Fall ein lohnendes Experiment», betont Philip Weber. «Es führt die Zuschauer aus dem Alltag heraus, eröffnet ihnen neue Perspektiven und regt sie zur Selbstreflexion an.»

Hinweis
Theater «Gedächtnispalast», Viscosistadt, Spinnereistrasse 5, Emmenbrücke, 26. April (Premiere) bis 29. Juni (Derniere), 25 Vorstellungen, ab 14 Jahren, Eintrittspreis Fr. 69. Vorverkauf unter www. gedaechtnispalast.ch; www. ticketcorner.ch

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