Zuger Schüler erhalten ab der 2. Klasse Noten

Schülerinnen und Schüler im Kanton Zug sollen wieder ab der 2. Klasse Noten erhalten. Die Stimmberechtigten haben eine entsprechende Gesetzesinitiative mit 51,75 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung betrug 47,3 Prozent.

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Zweitklässler betrachten einen Test eines Mitschülers im Schulhaus Guthirt in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Zweitklässler betrachten einen Test eines Mitschülers im Schulhaus Guthirt in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Initiative «Wiedereinführung von Noten ab der 2. Klasse» verlangt, dass Noten wieder eine wichtigere Rolle spielen und ab der 2. Klasse erteilt werden müssen. 16'909 Stimmberechtigte sagten Ja zur Vorlage, 15'765 lehnten sie ab. Der Regierungsrat muss nun ein Ausführungsgesetz erarbeiten.

Die Gesetzesinitiative war von einem überparteilichen Komitee mit Mitgliedern aus CVP und FDP unterstützt worden. Nach Ansicht der Befürworter können schulische Leitungen mit Noten differenzierter gemessen werden.

Deutlich abgelehnt wurde die weitergehende Verfassungsinitiative «für das Notenobligatorium und gegen Schulexperimente ohne Noten». 12'131 Stimmberechtigte unterstützten das Begehren der SVP, 19'891 lehnten es ab.

Mit der Verfassungsinitiative hätten die Schülerinnen und Schüler ab sofort ab der 1. Klasse benotet werden müssen. Ausserdem sollten Schulexperimente ohne Noten zehn Jahre lang gesetzlich verboten werden. Der Kantonsrat und der Regierungsrat hatten beide Initiativen zur Ablehnung empfohlen.

Im Kanton Zug gibt es seit den 1990er Jahren erst ab der 4. Klasse Noten. In den ersten drei Jahren werden Leistungen der Schülerinnen und Schüler mit Elterngesprächen und Wortkommentaren beurteilt.

Frühestens ab 2014 Notenzeugnisse

Die Direktion für Bildung und Kultur (DBK) will nun für eine möglichst schnelle Umsetzung der Gesetzesinitiative Hand bieten. Nötig dazu seien eine Gesetzesänderung, eine Anpassung des Promotionsreglementes sowie eine Definition der zu benotenden Fächer, sagte Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP).

Die neue Regelung könne frühestens auf das Schuljahr 2013/14 in Kraft treten. Den Zweit- und Drittklässlern könne somit erstmals im Januar 2014 ein Notenzeugnis ausgestellt werden, erklärte Schleiss.

Dies setze voraus, dass im August 2013 auf der Stufe der 2. und 3. Klasse mit einer systematischen Notengebung im Schulunterricht begonnen werde. Nur mit dieser Vorlaufzeit stünden den Lehrkräften bis zur definitiven Zeugnisausstellung ausreichende Testresultate zur Verfügung.

Trotz Annahme der Gesetzesinitiative bleiben die Inhalte des in den Gemeinden seit drei Jahren verankerten Konzepts «Beurteilen und Fördern» gültig. Dieses stellt laut DBK sicher, dass Schülerinnen und Schüler während der gesamten obligatorischen Schulzeit nicht nur mit nackten Ziffern beurteilt werden, sondern von den Lehrpersonen detailliert erfahren, wo Förderbedarf besteht.

sda