Zuger Schüler sollen früher Noten erhalten

Die Schülerinnen und Schüler in Zug sollen ab der 1. oder 2. Klasse Noten erhalten. Dies fordern zwei Initiativen über die die Zuger Stimmberechtigten am Sonntag abstimmen. Die Regierung und der Kantonsrat sowie die Schulpräsidenten lehnen beide Vorlagen ab.

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Charlotte Stein aus der zweiten Klasse vom Schulhaus Guthirt betrachtet einen Test bei dem Sie die volle Punktzahl erreicht hat. Anstelle einer Note hat sie ein «Hurra!» mit Pippi Langstrumpf bekommen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Charlotte Stein aus der zweiten Klasse vom Schulhaus Guthirt betrachtet einen Test bei dem Sie die volle Punktzahl erreicht hat. Anstelle einer Note hat sie ein «Hurra!» mit Pippi Langstrumpf bekommen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Gesetzesinitiative «Wiedereinführung von Noten ab der 2. Klasse» wird von einem überparteilichen Komitee mit Mitgliedern aus CVP und FDP unterstützt. Die Initiative fordert, dass Noten wieder eine wichtigere Rolle spielen müssten und ab der 2. Klasse erteilt werden. Die bestehenden Beurteilungsgespräche sollen weitergeführt werden.

Wesentlich weiter geht die Verfassungsinitiative «für das Notenobligatorium und gegen Schulexperimente ohne Noten» der SVP. Diese fordert, dass die Schülerinnen und Schüler bereits ab der 1. Klasse benotet werden. Ausserdem sollen Schulexperimente ohne Noten zehn Jahre lang gesetzlich verboten werden.

Die Noten-Befürworter betonen, diese seien Beurteilungsgesprächen überlegen. Leistungen könnten direkt gemessen und verglichen werden. Begriffe wie beispielsweise «Lernkompetenz» oder «Sozialkompetenz» seien kaum messbar und verfehlt, heisst es im Abstimmungsmagazin.

Kantonsrat und Regierungsrat dagegen argumentieren genau umgekehrt: Noten gäben nur vermeintlich klare Orientierungshinweise. Die Leistungsbeurteilung finde ohne Noten sehr differenziert statt. Das Zuger System «Urteilen und Fördern» habe sich seit über zehn Jahren bewährt.

Heute werden Schulnoten erst ab der 4. Klasse erteilt, verbunden mit regelmässigen Beurteilungsgesprächen.

sda