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Zuger Schulen wollen durch Sprachaustausch Berührungsängste abbauen

Französisch ist bei vielen Schülern unbeliebt. Mittels vermehrter Austauschaktivitäten wollen Zuger Schulen, allen voran Menzingen, dies ändern. Zudem hat die Pädagogische Hochschule Zug eine neue Informationsplattform lanciert.
Laura Sibold
Die Pädagogische Hochschule Zug engagiert sich auch für besseres Sprachenlernen dank Schüleraustausch. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. Juni 2019))

Die Pädagogische Hochschule Zug engagiert sich auch für besseres Sprachenlernen dank Schüleraustausch. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 18. Juni 2019))

Le Français ne m’intéresse pas! So geht es vielen Schülern im Kanton Zug. Verglichen mit dem als cool geltenden Englisch hat die französische Grammatik ihre Tücken und geht nicht so leicht ins Ohr. Dies zeigt auch die Evaluation des Fremdsprachenunterrichts 2014 bis 2016 der Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz. Gemäss dieser sind die Leistungen und die Motivation der Zentralschweizer Schüler im Französisch nicht zufriedenstellend.

Daher hat der Kanton Zug mehrere Massnahmen zur Förderung der französischen Sprachkompetenzen ergriffen. So sollen unter anderem vermehrt Austauschaktivitäten mit der Westschweiz durchgeführt werden.

Briefe, Videos oder eine Woche im Wallis

Um die Organisation solcher Sprachaustausche zu vereinfachen, hat die Pädagogische Hochschule Zug (PH Zug) im Auftrag des Amtes für gemeindliche Schulen die Website www.sprachaustausch.phzg.ch erstellt. Diese bietet Schulleitungen, Lehrpersonen, aber auch interessierten Schülern und ihren Eltern Informationen rund um das Aufgleisen von Austauschaktivitäten sowie eine Vielzahl an Beispielen und Unterrichtsmaterialien.

Verschiedene Schulen im Kanton führen bereits solche Austauschaktivitäten durch, nun springt auch Menzingen auf den Zug auf. «Eine Sprache zu lernen, ist einfacher und macht mehr Freude, wenn sie real angewendet wird», erklärte Regula Werder, Oberstufenlehrerin und Netzwerkperson für Fremdsprachen in Menzingen, am Mittwoch an der Medienkonferenz. Deshalb habe die Schule Menzingen im Schuljahr 2018/19 eine Partnerschaft mit einer Walliser Schule aus dem Val d’Hérens aufgebaut und Austauschaktivitäten in den Französischunterricht integriert. Unterstützt wurde Menzingen von Sylvia Nadig, kantonale Austauschverantwortliche und Fachschaftsleiterin Fremdsprachen der PH Zug. Laut Nadig führen bisher nur 2 Prozent der Schweizer Schüler einen Sprachaustausch in der Westschweiz durch, das sei eine «verpasste Chance».

Tätigkeitsbericht PH Zug

(ls/pd) Im vergangenen Jahr studierten 356 Personen an der Pädagogischen Hochschule Zug (PH Zug) und 129 Mitarbeitende waren angestellt. Das geht aus dem kürzlich publizierten Tätigkeitsbericht 2018 hervor. Die Rechnung im Jahr 2018 schloss mit einem Verlust von 15 000 Franken, bei einem Aufwand von knapp 20,6 Millionen Franken. Damit steht die PH Zug massiv besser da als etwa die PH Luzern, der im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Franken fehlten. Zudem hat die PH Zug ein neues Qualitätsmanagement-Konzept erstellt und vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Forschungs- und Entwicklungsprojekte erfolgreich umgesetzt. Ein Höhepunkt war die Eröffnung des Roberta Regio Zentrums (RRZ Zug) im Mai 2018. Es bietet Lehrpersonen aller Schulstufen Weiterbildungskurse in Robotik und Informatik an und leiht Zuger Schulen Material für Robotik-Projekte aus.

Der gesamte Tätigkeitsbericht kann unter www.zg.ch/behoerden/direktion-fur-bildung-und-kultur/phzg heruntergeladen werden.

Durch die Schulpartnerschaft Menzingens mit der französischsprachigen Schule steht Schülern künftig die Möglichkeit eines Austauschs offen. Während einer Woche sollen Menzinger Schüler nach Interesse ins Wallis reisen und dort in die Schule gehen können. Daneben sind Schulreisen sowie Klassenlager oder Klassen- respektive Halbklassenaustausche angedacht. Während bisher erst wenige Schüler im Rahmen eines Austauschs ins Val d’Hérens gereist sind, werden ortsunabhängige Austausche in Menzingen schon eine Weile umgesetzt. Bereits ab der 5. Primar schreiben die Menzinger Schüler Briefe sowie E-Mails ins Wallis oder nehmen für die Partnerklasse kurze Videos auf. Jede Lehrperson hat ein Tandem an der französischsprachigen Schule und kann die Austauschaktivitäten einfach in den Unterricht einbauen.

Die Basis für erfolgreiche Austauschaktivitäten sei eine funktionierende Schulpartnerschaft, betonte Walter Holdener, Schulleiter Sekundarstufe I und Leiter Schulentwicklung in Menzingen. Man wolle mit den Austauschaktivitäten Berührungsängste gegenüber dem Französisch abbauen und die Freude an der Sprache wecken. Und Nadig ergänzte: «Neben dem sprachlichen Lerneffekt profitieren Kinder und Jugendliche auch in ihrer persönlichen Entwicklung von einem Sprachaustausch.»

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