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Zuger sind beim Verdichten in der Schweizer Spitzengruppe

Der hohe Bodenpreis und die städtischen Strukturen sind Gründe, weshalb der Kanton Zug im nationalen Vergleich, in Sachen dichtes Bauen, ganz oben mitmischt. Doch auch die Politik sei mit ein Grund, ist der Baudirektor überzeugt.
Zoe Gwerder

Der Kanton Zug gehört schweizweit zu den Besten, was den sparsamen Umgang mit dem Boden angeht. So ist die Siedlungsfläche etwas weniger stark gewachsen als in den Vorjahren, obwohl gleichzeitig die Zahl der Personen, die im Kanton Zug wohnen und arbeiten, stärker zugenommen hat, wie der Kanton Zug kürzlich in einem Newsletter schrieb. Die Zahlen stammen von der Bauzonenstatistik des Bundes, welche den Stand von 2017 wiedergeben. Teilt man die Quadratmeter der überbauten Bauzonen durch Anzahl Personen, die in Zug wohnen und arbeiten, werden pro Person 84.3 Quadratmeter benötigt. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 149.4 Quadratmetern:

Doch wie kommt es, dass Zug derart weit vorne liegt? Zum einen ist der Spitzenplatz auf örtliche Gegebenheiten zurückzuführen, wie beim Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) von Rolf Giezendanner, stellvertretender Leiter der Sektion Grundlagen, zu erfahren ist. «Ländliche Kantone haben eher höhere Werte, städtischere Kantone wie Zug eher tiefere.» Entsprechend steht der Stadtkanton Basel-Stadt an erster Stelle. Zum andern kommen dem Kanton Zug auch die vielen Arbeitsplätze – grösstenteils Büro-Arbeitsplätze – in der Statistik zugute. «Ein Büroarbeitsplatz benötigt weniger Raum pro Person als Wohnungen. Und weil nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Beschäftigten gezählt werden, drückt dies auf die Zahlen.»

Anders sehe es in Kantonen mit viel automatisierter Industrie aus, in welcher pro Quadratmeter deutlich weniger Leute beschäftigt werden als in einem Büro. Auch viele Ein- und Zweifamilienhäuser, insbesondere Ferienhäuser, die leerstehen, würden sich negativ auf die Statistik auswirken, so Giezendanner. Zusätzlich kommt in einigen Kantonen die Abwanderung hinzu, wie sie möglicherweise beim Zentralschweizer Schlusslicht, dem Kanton Uri, mitspielt. Diese ist ein weiterer Grund für einen hohen Bodenverbrauch pro Person.

Florian Weber verweist auf die Eigenleistung des Kantons

Im Kanton Zug ist man jedoch überzeugt, dass die Entwicklung nicht nur günstigen äusseren Umständen zu verdanken ist. «Auch wenn man anstelle der Kantone die Gemeinden dem nationalen Vergleich gestellt hätte, wären die Zuger Gemeinden im vorderen Bereich», ist der Zuger Kantonsplaner, René Hutter überzeugt. Denn diese würden ebenfalls relativ haushälterisch mit ihrem Land umgehen.

Baudirektor Florian Weber ist denn auch überzeugt: «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Zudem haben auch unsere Vorgänger und Vorvorgänger wichtige Weichen gestellt.» So wurde bereits im ersten Richtplan des Kantons, welcher 1987 in Kraft getreten war, eine sogenannte Siedlungsbegrenzungslinie festgelegt. Diese definiert, bis wohin maximal das Siedlungsgebiet gehen darf. «Das Verständnis für den Wert der Landschaft war damals schon vorhanden», erklärt Hutter. Die Siedlungslinie wurde später dann noch deutlicher fixiert. 2013 ging der Kantonsrat noch weiter und sprach sich dafür aus, dass praktisch keine Neueinzonungen von Bauland mehr getätigt werden sollen. Seither sind nur noch sogenannte Arrondierungen zulässig. Also quasi ein «Abrunden» der bestehenden Bauzonen.

Ein weiterer Faktor, der ebenfalls viel zum sparsamen Umgang mit dem Boden beiträgt, ist der hohe Bodenpreis. «Dieser sorgt dafür, dass vermehrt dichter und in die Höhe gebaut wird.» Zusätzlich habe dies zur Folge, dass auch neuere Gebäude – aus den 70er- und 80er-Jahren – teilweise abgerissen werden, um verdichtet zu bauen.

Und auch die Bevölkerung sei inzwischen sensibilisiert. Hutter erwähnt das Beispiel Menzingen. Dort wollte die Gemeinde einen Teil des Landes neu einzonen. Die Stimmbevölkerung sagte jedoch Nein.

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