Zuger Sinfonietta mit einer gelungenen Uraufführung

Gemeinsam mit der Klasse 6E der Kantonsschule Zug bietet die Zuger Sinfonietta ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Titel Beethoven ageless.

Martin Mühlebach
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Die Uraufführung der Zuger Sinfonietta mit Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Zug begeisterte das Publikum im Casino Zug.

Die Uraufführung der Zuger Sinfonietta mit Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Zug begeisterte das Publikum im Casino Zug.

Bild: Jakob Ineichen (23. September 2020)

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6E der Kantonsschule Zug – Schwerpunktfach Musik – setzten sich nach den Sommerferien intensiv mit Ludwig van Beethoven und dessen Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 auseinander. Lehrer Tobias Rütti betont: «In kleinen Gruppen mussten sie herausfinden, was sie hören, empfinden und wie sie sich die sogenannte «Schicksalssinfonie» bildlich vorstellen.» Bescheiden schiebt Rütti nach: «Die Motivation kam nicht von mir – sie kam von den Schülerinnen und Schülern.»

Am späten Mittwochnachmittag durften sie im Konzertsaal des Casinos Zug in einem Rahmenprogramm mit der Zuger Sinfonietta eine gelungene Uraufführung feiern. Die während der Französischen Revolution von dem an Taubheit leidenden Ludwig van Beethoven (1770-1827) geschriebene «Schicksalssinfonie», die von den Franzosen auch als «Chante de Victoire» («Triumpfmarsch») bezeichnet wird, wurde von Schülern Satz um Satz in Worte gefasst oder in Videoeinspielungen bildlich umgesetzt.

Eigene Kommentare der Schüler

Den im gesamten Werk in jedem Satz musikalisch aufgezeigte Kampf gegen das Schicksal, kommentierten sie optimal mit ihren eigenen, persönlichen Empfindungen: «Loslösen von alten, verkrusteten Systemen und etwas Neues in die Hand nehmen.» In einer Videoeinspielung zeigte ein mit vielen Schichten bekleideter Schüler bildlich auf, dass man sich nach dem Ausziehen jeder Schicht leichter fühlt.

Geradezu meisterhaft vertonten die Schüler Constantin Hartmann (Klavier und Gesang), Sebastian Sonderegger (Bass) und Dominik Vogel (Schlagzeug) einen Ausschnitt aus einem Brief, den Beethoven einer unbekannten Geliebten geschrieben hatte. Constantin Hartmanns Gesang mit einem selbstverfassten Refrain quittierte das sichtlich gerührte Publikum mit tosendem Applaus. Die Konzertmeisterin Simone Zgraggen, die von Schülerinnen befragt wurde, was ihr Beethovens Musik bedeute, sagte schlicht und einfach: «Ich geniesse sie immer wieder in vollen Zügen.» Der dritte Satz, der Scherz und Spass vereint und den stolzen Charakter der Französischen Revolution in vollendeter Form zum Ausdruck bringt, kann als eine gelungene Überleitung zum vierten Satz bezeichnet werden. Mit dem einleitenden «Ta-ta-ta-taaa», den vier Tönen, die nicht Melodie, sondern ausschliesslich Rhythmus sind und der abschliessenden Siegeshymne hat Ludwig van Beethoven eine Komposition geschaffen, die den von der Zuger Sinfonietta gewählten Konzerttitel Beethoven ageless (zeitlos, ewig jung) perfekt unterstreicht.

Erwartungen in allen Belangen übertroffen

Nach den Ausführungen der Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler spielte die Zuger Sinfonietta die Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67 von Ludwig van Beethoven. Unter der Leitung von Daniel Huppert, der zu den gefragtesten Dirigenten seiner Generation zählt, legten seine Musikerinnen und Musiker einmal mehr Zeugnis von ihrem grossartigen Können ab. Der langanhaltende, kräftige Applaus des Publikums galt sowohl der Zuger Sinfonietta als auch der Klasse 6E der Kantonsschule Zug. Die gemeinsame Uraufführung hat die in sie gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllt – sie hat sie in allen Belangen übertroffen.

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