ZUGER SPITÄLER: «Diese Behauptungen sind falsch»

Die Gewerkschaften sehen Löhne durch neue Spitaltarife bedroht. Robert Bisig, Direktor des Zuger Kantonsspitals sieht das Problem an einem anderen Ort.

Drucken
Teilen
Robert Bisig. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Robert Bisig. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Die Spitalfinanzierung wird neu geregelt – künftig sollen die Krankenhäuser pro Krankheitsfall eine fixe Summe erhalten. Dies hat das Parlament im letzten Herbst beschlossen. Doch wie wertvoll ist ein Blinddarm? Bisher kosteten Spitalleistungen im Wallis weniger als beispielsweise in Zug. Kein Wunder wollen sich die Krankenkassen bei der Festlegung der Fallpauschalen an billigen Kantonen orientieren.

Bei der neuen Spitalfinanzierung via Fallpauschalen scheint besonders das Zuger Kantonsspital unter Druck zu geraten. Die Krankenkassen würden einen Vertrag mit Ihnen verweigern. Das behaupten wenigstens die Gewerkschaften. Ist Ihr Spital zu teuer?

Robert Bisig: Krankenkassen und Kantone teilen sich die Spitalkosten. Die Krankenkassen vergleichen nun aber Äpfel mit Birnen. So zahlen die Kantone Bern und Neuenburg zirka 60 Prozent eines Spitalfalles, wogegen der Kanton Zug gesetzeskonforme 52 Prozent übernimmt. Selbstverständlich sind dann bei uns die Kassentarife für das Spital höher als in den Kantonen Bern und Neuenburg.

Warum kostet ein Krankheitsfall in Zug mehr als im Wallis?

Bisig: Wegen den höheren Zuger Lebenshaltungskosten werden hier höhere Löhne bezahlt als im Kanton. Wallis. Die Personalkosten machen in einem Spital zirka 70 Prozent der anrechenbaren Kosten aus. Diese höheren Löhne müssen sich bei uns auf die Fallkosten auswirken.

Preisüberwacher Strahm behauptet, im Zuger Kantonsspital seien 2007 zwei Abteilungen neu eröffnet worden und danach schlecht ausgelastet gewesen. Das habe sich kostentreibend ausgewirkt. Weiss Strahm mehr als wir?

Bisig: Diese Behauptungen des Preisüberwachers sind falsch. Das Zuger Kantonsspital hat keine neuen Abteilungen eröffnet. Die Auslastung war im Jahre 2007 mit über 90 Prozent sehr hoch.

Interview von Christian Peter Meier

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.