Zuger Spitäler erlassen Besuchsstopp wegen Corona-Virus

Bis Sonntagnachmittag sind im Kanton Zug 18 positiv auf Covid-19 getestet worden. Bei zwei von ihnen stand das zweite Resultat noch aus.

Zoe Gwerder
Drucken
Teilen


Im Zuger Kantonsspital sowie in der Andreas Klinik gilt ab Montag, 16. März 2020, 8 Uhr, eine Zutrittsbeschränkung für Besucher. Ausgenommen seien besondere Patientensituationen, teilen die beiden Spitäler in einem gemeinsamen Schreiben mit. Beispielsweise seien die Partner von Gebärenden, Eltern von minderjährigen Kindern sowie nahe Angehörige von unterstützungsbedürftigen oder sterbenden Personen zugelassen.

Wie der Direktor des Zuger Kantonsspitals Matthias Winistörfer auf Nachfrage erklärt, gelte Letzteres auch für die Angehörigen sterbender Personen, wenn der Sterbende mit dem Corona-Virus infiziert wäre. «Mit der Massnahme geht es darum, unsere Patienten, die aufgrund anderer Krankheiten bei uns sind – und meistens zu den besonders gefährdeten Personen gehören – zu schützen.» Winistörfer macht hierzu das Beispiel eines Zweibettzimmers. Da man von einer hohen Zahl an infizierten Personen ausgehe, die von der Corona-Virus-Infektion nichts merken und trotzdem hoch ansteckend sind, bestehe die Gefahr, dass bei einem Besuch durch einen solchen Angehörigen nicht nur jener Patient, der den Gast empfangen habe, möglicherweise infiziert werde, sondern auch dessen Zimmernachbar. Das Spital werde nun im Laufe dieser Woche eine Zutrittskontrolle organisieren. «Dort werden die Besucher bekanntgeben müssen, zu wem sie wollen und in welcher Beziehung sie zum Patienten stehen.»

Ansonsten herrsche im Zuger Kantonsspital derzeit Normalbetrieb, so Winistörfer. Stand Sonntagmittag war noch kein Covid-19-Patient in Baar in stationärer Behandlung. Hingegen melden sich seit der Verschärfung durch den Bund am Freitag deutlich mehr Personen mit Covid-19-Symptomen. Personen, welche die seit vergangenem Montag geltenden Vorgaben für die Durchführung des Tests nicht erfüllten, würden abgewiesen, erklärt Winistörfer. «In den letzten Tagen haben wir jeweils 20 und mehr Tests durchgeführt, weil die Vorgaben dafür erfüllt waren.»

18 positiv Getestete zählt der Kanton Zug

Gemäss dem Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister gibt es – stand Sonntag, 15 Uhr – 16 bestätigte Fälle sowie zwei Personen, bei denen die zweite Bestätigung noch aussteht. Auch in der Andreas Klinik sei noch niemand hospitalisiert worden. «Die Infizierten sind zu Hause und es geht ihnen gut», so Pfister.

Zoe Gwerder