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Zuger Spitäler rüsten auf

Seit Juli betreibt die Andreas-Klinik ein Institut für Radiologie. Damit soll auch der Nachfrage im Bereich Brustdiagnostik entsprochen werden. In diesem Zusammenhang ist auch ein Neubau geplant. Auch das Zuger Kantonsspital erweitert sein Angebot.
Christopher Gilb
Chefarzt Wolfram Santner mit dem jetzigen Untersuchungsgerät, das in Kürze durch die Tomosyntheseeinheit ersetzt werden soll. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 31. Juli 2018))

Chefarzt Wolfram Santner mit dem jetzigen Untersuchungsgerät, das in Kürze durch die Tomosyntheseeinheit ersetzt werden soll. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 31. Juli 2018))

Noch ist vieles beim Alten im Untergeschoss der Andreas-Klinik in Cham. Doch die Weichen sind gestellt. «Hier kommt in wenigen Wochen beispielsweise die Tomosyntheseeinheit hin», sagt Radiologe Wolfram Santner. Der grossgewachsene Österreicher, ein Spezialist für das sogenannte Female Imaging, also die Bildgebung für die Frau, ist der Chefarzt des neuen Instituts für Radiologie in der Hirslanden Klinik im Ennetsee. Die Tomosynthese ist das neuste Verfahren der Mammografie zur Brustkrebsdiagnostik. Das Gerät nimmt die Brust in mehreren Schichten auf. «Das erhöht die diagnostische Genauigkeit, denn so können auch in einer dichten Brust leichter bösartige Veränderungen entdeckt werden», sagt der 42-Jährige stolz. Zudem ermögliche das Gerät die Entnahme von Zellproben aus der gewünschten Region, was bisher in Cham noch nicht möglich gewesen sei. Santner, der seit 2015 an der Hirslanden Klinik Aarau gearbeitet hat und zuletzt auch Mitglied des Leistungsgremiums des Brustzentrums ­Aarau Cham Zug war, ist nach Cham ­gekommen, um das radiologische Angebot auszubauen.

Bis anhin wurde die Radiologie der Andreas-Klinik von der Rimed Management Gmbh als externer Dienstleister geführt. «Die Radiologie ist ein Schlüsselbereich, mit dem fast jede andere Disziplin in Kontakt kommt, vor allem Gebiete, auf die wir uns stärker fokussieren, wie die Brustdiagnostik, die orthopädische Bildgebung oder die Bildgebung des Herzens», so Santner. Man habe selbst die Schwerpunkte festlegen wollen und die Radiologie deshalb aufgekauft.

Jede achte Frau erkrankt daran

Nun soll die Radiologie vor allem ausgebaut werden. «Anfänglich werden wir die zusätzliche Hardware und das zusätzliche Personal in die bestehenden Radiologieräumlichkeiten im 1. UG integrieren, aber dann soll alles in einen Neubau», so Santner. In diesem Zusammenhang habe die Klinik bereits bei den zuständigen Stellen ihr Projekt vorgestellt, nun befinde es sich in baulichen Abklärungen. Mehr könne noch nicht ­gesagt werden. Im Idealfall solle das Projekt aber mit dem ebenfalls geplanten Ausbau des Notfalls einhergehen. «Der Neubau ist wirklich nötig, denn wir wollen auch noch einen zweiten Magnet­resonanztomografen (MRT) anschaffen, und der braucht Platz», so Santner. «Und auch ein grösserer Warteraum ist nötig.» Denn die Nachfrage, auch wegen der Brustdiagnostik, steige seit Jahren. «Man kann sagen, dass unser jetziges Gerät den ganzen Tag belegt ist und sogar am Wochenende Untersuchungen stattfinden.»

Rund 6000 Frauen erkranken in der Schweiz jährlich an Brustkrebs, rund 1400 sterben daran. «Jede achte Frau erkrankt», sagt Santner. Und die Zahl der Neuerkrankungen steige. Denn nebst anlagebedingten Faktoren würden auch Lifestyle-Komponenten das Risiko erhöhen. «Eine starke Fettleibigkeit beispielsweise, Rauchen, schlechte Ernährung, statistisch gesehen auch Kinder­losigkeit und hormonelle Behandlungen, welche viele Vorteile haben, aber eben auch Schattenseiten», so Santner. Ein Grund für den statistischen Anstieg sei aber auch, dass die Frühdiagnose besser geworden sei und Neuerkrankungen ­somit häufiger registriert würden. «Mit einer guten Früherkennung kann der ­Erkrankung der Schrecken genommen werden, das ist unser Ziel hier.» Rund 20 Mitarbeiter wird Santner im neuen Institut haben, darunter drei weitere Fachärzte. Als Ansporn sieht der Chefarzt, dass das Brustzentrum Aarau Cham Zug, mit rund 200 Fällen von Neuerkrankungen pro Jahr, nun mit dem Qualitätslabel der Krebsliga Schweiz ausgezeichnet wird (siehe Zweittext). Es ist unter den zertifizierten Zentren das fünftgrösste der Schweiz. «Ärzte aus beiden Kli­niken tauschen sich wöchentlich im ­Tumorbord über die Fälle aus», so Santner. Das trage zum hohen Niveau bei.

Auch Kantonsspital bekommt neues Gerät

Doch nicht nur die Andreas-Klinik macht im Bereich Radiologie vorwärts. Auch das Zuger Kantonsspital rüstet auf. Im Herbst 2018 wird auch hier ein neues Mammografiegerät mit Tomosynthese in Betrieb genommen. Denn auch hier wird eine steigende Zahl von Mammakarzinom-Erkrankungen registriert. Im Januar 2019 eröffnet das Luzerner Kantonsspital zudem als Zweigstelle eine Radio-Onkologie am Zuger Kantonsspital. Strahlentherapeutische Behandlungen können dann vor Ort durchgeführt werden. «Dies bedeutet, dass wir im Kanton inskünftig die gesamte Diagnostik- und Behandlungskette unter einem Dach anbieten können», so Spitaldirektor Matthias Winistörfer. Das Zuger Kantonsspital ist seit 2014 zertifizierter Partner des Brustzentrums Luzern, dem grössten Brustzentrum öffentlicher Spitäler der Schweiz. Dieses weist über 400 neu diagnostizierte Brustkrebsfälle pro Jahr auf und verfügt ebenfalls über das Qualitätslabel der Krebsliga Schweiz.

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