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Zuger Stadtmauer steht im Zentrum

Trotz Regen lockte die Stadtführung durch die Altstadt einige Interessierte an.
Sabina South
Ein Dutzend Teilnehmer waren in Zug mit Schirmen unterwegs.Bild: Roger Zbinden (10. August 2019)

Ein Dutzend Teilnehmer waren in Zug mit Schirmen unterwegs.Bild: Roger Zbinden (10. August 2019)

Eine dicke Wolkenschicht lag am vergangenen Samstagmorgen über der Stadt Zug. Trotz Nieselregen standen pünktlich um zehn Uhr morgens ein Dutzend Frauen und Männer im Halbkreis vor dem Zytturm. Schirme und Regenjacken wappneten für einen verregneten Spaziergang durch die Zuger Altstadt. Bald lagen die Köpfe der Besucher tief in ihren Nacken, denn nur so konnte das Gemäuer in seiner Vollständigkeit begutachtet werden. «Da, wo der Zytturm heute steht, war ein einfacher Durchlass durch die Stadtmauer», sagte Peter Ott aus Zug. Seit über zehn Jahren führt der Historiker und Germanist Interessierte zu verschiedenen Themen durch die Zuger Altstadt.

Bei der Stadtführung am vergangenen Samstag stand die Zuger Stadtmauer im Zentrum: Gut 290 Meter war sie lang, fast zehn Meter hoch und dick genug für einen Wehrgang zum Schutz der 300 bis 400 Einwohner, die 1450 innerhalb der Stadtmauern lebten. Die erste Mauer umfasste die Ober- und Untergasse der ursprünglichen Altstadt und die letzte Häuserzeile direkt am Wasser.

Nach vielen An- und Umbauten wurde ab den 1840er-Jahren grosse Teile der Befestigung, sämtliche Tore sowie zwei der sechs Rundtürme vollständig abgebrochen.

Erhöhte Sicherheit durch verschlossene Tore

Erst führte Peter Ott die kleine Gruppe in die untere Altstadt, wo sie beim Saumweg zum ersten Referat zusammenkam. Von der Kontrolle der Verkehrswege, Erhebung von Zöllen und Abgaben bis über zur polizeilichen Kontrolle, erklärte er die allgemeinen Funktionen einer Stadtmauer. «In der Nacht waren die Tore verschlossen und boten damit den Bewohnern eine erhöhte Sicherheit», so Ott. Auch vor Seuchen konnten die Städte beschützt werden. «Im alten Zug wurden die drei Stadttore von Torwächter bewacht, die in kleinen Häuschen direkt nebenan wohnten». Schliesslich spazierte man weiter, seewärts zum «Cheibenturm». Spätestens hier offenbarte sich die Fusion von Peter Otts Studium der deutschen Sprache mit der Historik. Fachmännisch erläuterte er die Herkunft des Wortes «Cheib».

Dass man früher wegen Benutzung dessen verklagt werden konnte, amüsierte und erstaunte die Zuhörerschaft zugleich. «Heute ist das Wort sehr versatil, wir nennen etwas ‹cheibe gschiit› oder jemand ist ein ‹liebe Cheib›.» Die eigentlichen kriminellen «Cheiben» wurden damals im gleichnamigen Turm, der als Gefängnis diente, eingesperrt und gefoltert. Als die damalige Stadtmauer unzeitgemäss wurde, begann man beidseitig an die Mauer anzubauen. Ein gutes Stück davon liegt nun zwischen bewohnten Häusern der oberen Altstadt und der Grabenstrasse im Verborgenen. Andere Relikte sind nach wie vor gut erhalten, so etwa der Pulverturm, in den die Stadtrundgänger zum Abschluss sogar eintreten durften. «Die Kragsteine über dem Haupteingang trugen ursprünglich den von den beiden angrenzenden Stadtmauern herführenden Wehrgang.» Heute kann man den Pulverturm mieten für Geburtstage oder andere Feste. Prost.

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