Zuger Stadtrat will nun doch ein Hundeverbot in den Badis

Hunde sind in der Stadt Zug ein emotional besetztes Thema. Das hat sich in den letzten Jahren in der Diskussion um die Benützung der öffentlichen Anlagen gezeigt.

Harry Ziegler
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Seit dem 1. Januar 2019 ist das städtische Reglement über die Benützung der öffentlichen Anlagen in Kraft. Genauso lange wird auch um das Thema Hunde in unbeaufsichtigten städtischen Badeanlagen mehr oder minder heftig gestritten. Dass dies überhaupt zum Streitpunkt wurde, ist zur Hauptsache dem Grossen Gemeinderat zu verdanken. Er hat nämlich in der Beratung damals das Hundeverbot gestrichen, was es dem Stadtrat verunmöglichte, ein solches in unbeaufsichtigten öffentlichen Badeanlagen zu verhängen.

Das ändert nun – falls der Grosse Gemeinderat dies will. Was durchaus wahrscheinlich scheint, haben doch die Fraktionen von CVP, FDP und SVP signalisiert, dass sie für eine entsprechende Reglementsänderung sind. Sie haben ihre Absicht auch gleich mit einer gemeinsamen Motion unterstrichen, die verlangt das Reglement dahingehend anzupassen, dass ein Verbot von Hunden in unbeaufsichtigten öffentlichen Badeanlagen möglich wird. Bislang waren Hunde in beaufsichtigten Bädern verboten und bleiben dies auch. In unbeaufsichtigten Anlagen herrscht aktuell noch Leinenzwang.

Zeitlich beschränkte Anordnung in der Kompetenz des Stadtrats

Nun liegt die Vorlage zur Beratung im Grossen Gemeinderat vor. Darin ändert grundsätzlich nicht viel gegenüber dem bereits angewendeten Reglement. Lediglich im Bereich Hundewesen wird das Hundeverbot für öffentliche Badeanlagen festgeschrieben. Zudem wird auch die Ausfällung von Bussen im Missachtungsfall geregelt. Laut stadträtlicher Vorlage, sollen Verbote ab dem Sommer ausgesprochen werden, dann wenn die Badesaison so richtig in Schwung kommt. «Wie bereits heute bei der Leinenpflicht für Hunde in den unbeaufsichtigten Badeanlagen würde auch das Hundeverbot nur während der Badesaison gelten», schreibt der Stadtrat in der Vorlage. Es sei im Interesse des Rats, dass so wenig wie möglich, aber dennoch so viel wie nötig geregelt werde. Die neue Bestimmung ermöglicht nun, dass der Stadtrat örtlich und zeitlich befristete Hundeverbote in den öffentlichen Badeanlagen – sowohl den unbeaufsichtigten als auch den beaufsichtigten – verhängen kann.

Ein Hin und Her ums Verbot

Klappt alles wie geplant, befindet das Stadtparlament bereits am kommenden Dienstag, 17. November, über die Änderungen im Reglement. Dann hätte auch ein lange währendes Hin und Her ums Hundeverbot in städtischen Badeanlagen ein Ende. Die teils emotional geführten Diskussionen begannen bereits kurz nach Inkrafttreten des angepassten Reglements, am 1. Januar 2019. Laut Vorlage hatte der Stadtrat seit dem Inkrafttreten drei Vorstösse privater Personen zu beantworten. Schliesslich gipfelte die Auseinandersetzung in der Einreichung einer Einzelinitiative durch eine Privatperson. Diese wurde zwar vom Grossen Gemeinderat im Juli 2020 nicht erheblich erklärt, die Diskussionen waren aber bereits losgetreten. Nach Bekanntwerden des Begehrens wehrten sich diverse Hundehalter gegen ein allfälliges Verbot. Im Gegenteil, argumentierten sie – es brauche noch mehr Badeplätze für Hunde.

Klar ist, sagt der Gemeinderat Ja, wird es ein zeitlich befristetes Hundeverbot in städtischen Badeanlagen geben. Wer dieses missachtet muss mit einer Busse rechen. Diese kostet 100 Franken.